Wie eine gekochte Kartoffel

Meine erste Woche in Schottland fühlt sich an wie ein halbes Jahr. Getrunken hab ich viel, geschlafen wenig. Die Menschen, die mir begegneten, waren reizend, sie haben mir viel erklärt über Schottland und die Beziehung zu England. Über Sagen und Mythen, aber auch davon, wie es ist, hier zu leben, zu arbeiten. Wie es ist, hier ein Auskommen zu finden als Künstler oder Musiker. Und wie immer, wenn man in einem fremden Land unterwegs ist, lernt man auch Menschen kennen, die ebenfalls fremd sind. Man erkennt sich, wird voneinander angezogen. So habe ich auch erfahren, wie es ist, in Frankreich Kunst zu studieren (nicht so einfach) oder aber wie man Ski fährt in Utah (sehr einfach).

Heute also ist der erste Tag, an dem ich geschlafen habe, nichts tue, nachdenke, Worte auf farbige Zettel schreibe und alles wieder verwerfe. Denn mein Hirn fühlt sich an wie eine gekochte Kartoffel. Mehlig, müde und träge. Das ist immer so, wenn man viel erlebt und dann plötzlich eine Pause hat, fällt, die Müdigkeit fühlt, wie sie über einen hereinbricht, wie Wellen am Strand. Ich weiss das und versuche es zu nehmen. Trotzdem ist das Gefühl strapaziös. Heute Abend findet zum Glück ein Konzert statt, welches mich zwingen wird das Haus zu verlassen, die Haare zu einem Pony zu binden, so fest, dass der Wind dagegen nicht ankommt und mit jedem Schritt wird es leichter werden, behände dem Montag entgegen.

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