Taming a sea horse

Jetzt, da die schrecklichen Meldungen täglich zunehmen und ich bei der Zeitungslektüre regelmäßig in Tränen ausbreche, so viel Gewalt, so viele Absurditäten, frage ich mich immer wieder wohin ich werde fliehen werden. Wohin wird es mich verschlagen, wenn sich die Schlinge zuziehen wird, wenn die Gewalt meine Heimat überzieht? Nach Peking? Nach Riad? Nach Qatar? Auf den Mond?

Natürlich, auch das ist bloß ein Gedankenspiel, eine Schwarzmalerei, befeuert von meinen schwierigen letzten drei Jahren, von denen ich mich viel langsamer erhole, als jemals geträumt. Immerhin, es scheint vorwärts zu gehen, jeden Tag nur ein Zehntelmillimeterchen, langsam sehe ich aber mir selbst wieder ähnlich. Zumindest dem Bild, welches ich von mir selbst im Kopf habe. (Die Möglichkeit, dass dieses noch weniger der Wahrheit entspricht, als meine momentane Realität, ist relativ groß.)

Und dann werde ich gewahr, dass es mich nur gibt, weil es die letzte tobende Katastrophe, welche die Weltbühne erschütterte, gegeben hat. Ohne zweiten Weltkrieg wäre ich nicht auf der Welt. Oder zumindest mit größter Wahrscheinlichkeit nicht. Gut, ich wäre wohl auch nicht auf der Welt, wenn die Tanzparty in diesem schicken Hotel damals samstags statt freitags stattgefunden hätte. 

Resultierend daraus – aus dem ganzen Leid und der persönlichen Qual – ergibt sich eine so immens große Dankbarkeit, dass es mir immer mal wieder den Atem aussetzt. Ich bin einfach wahnsinnig dankbar. Und versuche das alles so sehr zu genießen, ich könnte tagelang heulen, so sehr genieße ich. 

Gerade befinde ich mich auf dem Weg nach Innsbruck. Wofür, frage ich mich, könnte ich je dankbarer sein, als für diesen Moment, jetzt, da ich mich auf dem Weg nach Innsbruck befinde.

  
Ich glaub, irgendwann bleibt mir das Herz stehen, ab dieser Dankbarkeit. 

Unangemeldeter Buchbesuch

Heute hab ich Krautreporter unterstützt, mir ein Jahresabo von „Hohe Luft“ besorgt und werde bald zum Kiosk tingeln und ein Exemplar von „Reportagen“ kaufen. Das ist also, wenn man Hunger hat. Hunger nach Geist und Barbarei, nach Anmut und Arabesken.

Gestern lag ein neues Buch bei mir im Briefkasten. Ich habe keine Ahnung mehr, wann und warum ich es bestellte. Es war da. Einfach so. Natürlich könnte es sein, dass es auch einfach entschieden hat, da zu sein. Bei mir. Ein Buch mit eigenem Kopf. Es heisst „Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ von Robin Sloan.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt am 20. März darüber:

„Eine gewiefte Parodie auf Fantasy-Abenteuer, eine amüsante Reportage aus der Welt der kalifornischen Tekkies, eine spitze Satire der Allmachtsphantasien von Google.“

Not bad, not bad. Thanks for dropping in, you’re very welcome.

Mirakulöse Orte

Es gibt mirakulöse Orte auf der Welt, zu denen ich nie gereist bin. Ich habe sie nie gesehen, hab nicht mal Bilder gesucht, um zu sehen, wie es da wirklich aussieht. Trotzdem kenne ich sie ganz genau. Ich kenne Strassennamen, Plätze und weiss, wie es da riecht. Diese Orte kenne ich aus der Literatur und fühle mich ihnen sehr verbunden. Lese ich einen solchen Ortsnamen, erinnere ich mich an all die wundervollen Stunden – mit einem bisschen Wehmut – die ich dort verbracht habe. Zum Beispiel Teheran. Ich las von einem Teheran, das weltoffen war. Teheran fühlt sich wie Heimat an. Ich las über Kindheiten in Teheran und ich bin mir sicher, dass es einer der besten Orte auf der Welt ist, um aufgewachsen zu sein. Oder Santiago de Chile. Ich habe eine innere Strassenkarte von Santiago in meinem Kopf. Ich kenne Statuen und Plätze und weiss, dass Santiago – gefährlich und unergründbar – ein wahnsinnig schöner Ort ist, um jung zu sein. Zudem Budapest. Budapest trage ich an trüben Tagen in mir und weiss, dass es einen Ort gibt, der es mir gleichtut. Oder aber die Karpaten. Die Wälder der Karpaten, die sich über verschiedene Länder erstrecken und Platz bieten für ein ganzes Dasein, ein in sich gekehrtes Dasein – im Streit mit sich selbst verbunden.

Dahingehend ist die Literatur ein Schatz. Sie bietet mir neben meiner realen, erlebten Welt die Möglichkeit noch weitere Orte in mir zu tragen, deren Bilder nicht minder real sind. Du fragst mich, wie Santiago riecht? Ein Bisschen nach steinischer Kühle, nach Abgas, nach moderndem Verfall, nach seidiger Hitze, nach fettigem Haar.

Mir ging es immer so: Habe ich ein Buch über einen Ort gelesen, der mir aus irgendeinem Grund ans Herz gewachsen ist, suche ich weitere Bücher von diesem Ort, um mein Bild zu vervollständigen, um den Ort besser kennenzulernen. Es geht mir weniger um die Geschichte selbst, es geht mir um den Ort. Und erkenne ich Strassen und Gebäude wieder, lächle ich freudig, als ob ich einen Roman über meine reale Heimatstadt lesen würde.

Und falls ihr lesen wollt, denn lesen macht glücklich, hier je ein Beispiel:

I read Bukowski out loud to you

Lasst uns über Details sprechen! Es gibt die kleinen Dinge, die einem von einer Sekunde auf die andere tieftraurig oder wahnsinnig glücklich stimmen können.

Ein Beispiel: Ich war mal zusammen mit Badana an einem Kurzfilmfestival in Frankreich. Nach einer langen Reise kamen wir im Hotel an. Leider konnte die Rezeptionistin unsere Reservation nicht finden. Das Hotel war voll, sie konnte uns kein Zimmer anbieten. Die ganze Kleinstadt war – wegen des Festivals – ausgebucht. Wir waren wütend und verzweifelt. Die Rezeptionistin ratlos. Sie versuchte den Chef zu erreichen. Die Zeit verstrich, es wurde Abend. Unsere Müdigkeit steigerte sich in Angst nicht zu wissen, wo wir würden schlafen können. Plötzlich betrat der Chef das Hotel, er war einkaufen gewesen und trug eine Packung Eier in der Hand. Die Rezeptionistin und wir zwei gingen gleichzeitig auf ihn los. In seiner Überraschung legte er die Eier auf die Theke und machte sich am Computer zu schaffen. Diese Bewegung, das achtlose Hinlegen der Eier, löste in mir ein tiefes Mitleid und eine grosse Traurigkeit aus. Die Eier – das Symbol für’s tägliche Leben. Wahrscheinlich wollte er sich Rühreier zum Abendessen kochen, er freute sich vielleicht darauf, hatte Hunger und dann brach das Chaos (ein klitzekleines Chaos, aber trotzdem sehr unangenehm) über ihn herein.

Ein anderes Beispiel: Gestern war ich am Get Well Soon Konzert. (Grossartig war’s!) Nach dem Konzert sassen wir noch etwas da und redeten. Ein Obdachloser, den ich immer mal wieder in der Stadt sehe, war während des ganzen Konzerts geschäftig hin- und her gelaufen. Und dann, nach dem Konzert, sammelte er Abfall ein und warf diesen fein säuberlich in den Mülleimer, der in der Nähe von uns stand. Diese Bewegung, das akkurate und konzentrierte Wegwerfen des Mülls (der Eimer war ziemlich voll, er schaute aber darauf, dass nichts daneben fiel, es schien ihm sehr wichtig zu sein) löste in mir grosses Glück und ein breites Grinsen aus.

Manchmal verändern diese ganz kleinen Bewegungen unsere Stimmung, unsere Sicht auf die Welt.

Zum Schluss noch ein Tipp. (Unbedingt verfolgen, ein lustiges und echt grossartiges Projekt von Jessica Walsh und Timothy Goodman): 40 Days of Dating.

40 Days of Dating

40 Days of Dating

So schwer

Mein Herz ist so schwer, man müsste es auf Diät setzen.

Was für ein Leben! Ich sitze in einer Samstagnacht zu Hause und denke vor mich hin. Und heute Abend weiss ich, was „schweren Herzens“ bedeutet.
Ich versuche meine Ausgelaugtheit und meine Trauer irgendwie durchzustehen. Aber es gelingt mir nicht. Es gelingt mir so gar nicht. Wenn es mit geliebten Menschen zu Ende geht, dann kann man sich nicht helfen. Es gibt keine Hilfe, für nichts. Da ist nur die Uhr, die ohrenbetäubend vorwärtsgeht, da ist nur Rauch in meiner Lunge, da ist nur der eigene Körper, der tröstlich funktioniert. Man klammert sich an die kleinste Hoffnung, man denkt: „Wunder geschehen, jederzeit. Warum nicht auch jetzt?“
Die Wahrscheinlichkeit ist klein. Aber sie ist da. Und trotzdem fühle ich mich verloren. So entsetzlich verloren. Es ist kalt geworden. Es bleibt nicht viel. Was man kann: Da sein für die andern Menschen um einen rum. Versuchen die Kälte, die die andern bisweilen befällt etwas aufzuwärmen. Das Leben so zu nehmen, wie es ist. Stoisch. Vorwärts gehen. Kleine Schritte zu machen und zu wissen, dass diese kleinen Schritte Grosses bedeuten. Nicht zu verzweifeln. Schlafen. Viel schlafen. Bedürfnisse formulieren und versuchen nicht daran zu ersticken.

Mein Herz ist schwer. Würde man es aus einem Flieger werfen, es würde ganze Landstriche zerstören.
BFF hat mal gesagt, dass es sich – wenn es so viel Scheisse regnet – nicht lohnt alles immer gleich aufzuwischen. Da ist auch Wut. Unverständnis. Hört das denn nie auf? Ist es denn nicht endlich genug? Das nützt alles nichts. Es ist so, wie es ist. So bete ich also vor mich hin: Lass es mich durchstehen, bitte lass es mich durchstehen. Und wie es erst den anderen gehen muss!

Mein Herz ist schwer. Wäre es ein Säugetier, es wäre wohl ein Wal.
Auch bin ich dankbar. Für die Zuwendung und die Zugeneigtheit. Für die netten kleinen Dinge, die manchmal aus überraschender Richtung kommen. Ich bin dankbar für meine Familie. Wer hätte das gedacht: Es ist eine sehr gute Familie. Ich bin dankbar für meine Freunde. Denn sie sind es wirklich: Freunde. Ich bin dankbar für die stundenlangen Gespräche, die mir helfen, diese Zeit zu überstehen. Ich bin dankbar für meine Fertigkeit mit mir selbst umzugehen. Ich bin dankbar für meine Beweglichkeit. Dafür, dass ich annehmen kann – aus welcher Richtung die Hilfe auch immer kommen mag.

Mein Herz ist schwer. Würde man es wägen wollen, man bräuchte eine LKW-Waage.
Trauer ist körperlich spürbar. Man glaubt, man leide an einem Herzfehler.
So denke ich also vor mich hin, in einer Samstagnacht. Dann streiche ich mir übers Haar und flüstere mir selbst zu: Alles wird gut. Irgendwann wird alles gut.
Mein Königreich für einen Cila.
(Cila ist türkisch und bedeutet, im übertragenen Sinne, dass man das Getränk wechselt. Man sagt also sowas wie: „Lasst uns einen Cila machen!“ und meint damit, dass man von Bier auf Schnaps wechselt. Würde man das Wort übersetzen wollen, dann würde es wohl „Farbwechsel“ bedeuten. Ich hab das Wort kurzerhand übernommen und brauche es jetzt für alle Weltenwechsel.)

Mein Herz ist schwer. Es gibt keine Worte dafür.

Eines deiner Lieblingsgedichte – es ist so passend, man würde sich am liebsten ausgestreckt auf die Erde legen und weinen:

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)

Wie man mit Husten umgehen kann

„Er hustete so hohl, dass man in jedem Laut den doppelten Resonanzboden Brust und Sarg mitzuhören glaubte.“
(Georg Christoph Lichtenberg)

Auch ich habe Husten. Einer, der tief geht und aus eben diesem Resonanzboden Sarg zu kommen scheint. Was ich aber ganz sicher weiss: Dieser Husten bringt mich nicht um und ich werde ihn überwinden. So, wie ich immer alles überwunden habe. Und noch etwas weiss ich sicher: In mir steigt die unbändige Lust auf nach Frühstück und nach Leben.

Es war früh am Morgen. Der Herbst hielt Einzug und es war kühl. Sie hüllte sich in ihren rubinroten Schal und trat über die Schwelle. Das Schloss knackte, als sie die Tür hinter sich zuzog. Ihr war, als wäre das Knacken lauter als sonst, als würde es im leeren Hof widerhallen, als würde der Schall zu ihr zurückkehren und auf ihren Körper treffen.
Morgen hab ich bestimmt blaue Flecken davon, dachte sie.
Dann schritt sie durch den Hof und trat auf die Strasse. Es war noch etwas dunstig, man sah aber, dass die Sonne bald aufgehen würde und es kein kalter Tag werden würde. Die Strasse, die ihr vertraut war, die sie jeden Tag langging, kam ihr auf einmal wie eine fremde Strasse vor. Eine, wie man sie in Paris oder vielleicht auch in Odessa findet. Eine fremde, aufregende Strasse.
Was sich wohl hinter der nächsten Ecke verbirgt?
Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, so, als ob man einen Krug Wasser umgekippt hätte und die Flüssigkeit sich nun auf dem Tisch verteilt.
Schnell wird er nicht trocknen, der Fleck wird wohl noch lange sichtbar sein.

„Es ist nichts mehr als ein Halm, aber er wird nicht untergehen: Man ist wie ein Kind, das in der ersten Stunde eines Sommermorgens erwacht, wenn alle noch schlafen. Man ist verloren und geborgen zugleich in der unbegrenzten Stille. Wenn eine Fliege summt, ein gedämpfter Pendelschlag tönt, liegt in diesen Geräuschen die selbe tröstliche, weil überirdische und zeitlose Trauer einer weiten Ebene.“ (Joseph Roth)

Tanztee

Ein Tänzchen gefällig?

Ein Tänzchen gefällig?

Die Herbstsonne schien und liess die Welt in prächtigen Farben erscheinen. So bezaubernd und so endlich kann die Welt nur an einem schönen Herbsttag sein. Sie setzte sich auf eine Bank, nahe des Wassers und schloss die Augen. Das letzte Mal Sonne tanken, bevor sich die Zeit in Schneegestöber dreht. Als sie die Augen öffnete, hatte sich ein älterer Herr neben sie auf die Bank gesetzt. Er sah aus, als ob er zur Kirche gehen wolle – akurat, ein Bisschen altmodisch. Er schien zu merken, dass sie ihn gedankenverloren betrachtete, blickte aber weiter geradeaus. Dann begann er zu sprechen. Leise, sie verstand ihn nicht. Sie zog die Augenbrauen hoch, wollte zu einer höflichen Frage ansetzen, da räusperte er sich und sprach lauter: „Es wird Ihnen nicht entgangen sein. Verzeihen Sie mir, dass ich trotzdem davon anfange. Sie haben Zeit, ja?“ Er wartete ihr verblüffte Antwort nicht ab und sprach weiter. „Ich sass heute morgen in der Strassenbahn, es war früh, die Sonne begann erst zögerlich zu scheinen. Sie müssen wissen, die letzte Nacht habe ich schlaflos verbracht, die Dunkelheit hat mir auf den Brustkorb gedrückt, als läge eine schwarze Katze auf mir. Ich sass also in der Strassenbahn und betrachtete die Menschen, die frischen Schrittes ihrem Alltag entgegeneilten. Da es ein schöner Tag zu werden schien, waren die meisten Schritte fröhlicher, frischer. So, als ob der Tag Potential hätte, Gutes zu bringen. Ich sah also all die Menschen, die gingen oder standen und war sehr froh. Ich war froh, denn es bewies mir, dass das Leben weitergeht. Dass nach jeder Nacht der Tag kommt. Unwiderrufbar. Sie mögen jetzt denken, dass das eine herrlich unkreative Erkenntnis ist, denn jeder weiss, dass nach der Nacht der Tag folgt.“ Sie nickte, denn sie wusste nicht, was sie sonst hätte tun sollen. Auf die Uhr zu blicken, hätte sie als Unhöflichkeit empfunden. Sie schlug das eine über das andere Bein und beliess es beim Nicken. „Sie werden bestimmt ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Nach einer Düsternis ist der neue Tag ein Geschenk. Wenn alles weiter geht, wenn jeder tut, was er immer tut. Wenn Sie dann vergessen vom Treiben am Rande stehen und Ihrer Verblüffung nicht Ausdruck verleihen können, weil es keinen angemessenen Ausdruck gibt… Als ich dann am Bellevue aus der Strassenbahn stieg und die Strassenbeleuchtung ausschaltete – wie sie das jeden Morgen automatisch tut, wenn es Zeit ist für Auf- oder Untergang – hätte ich weinen mögen vor Glück. Der Umstand, dass ich sah, wie just in dem Moment die künstlichen Lichter ausgingen, weil sie nicht mehr gebraucht wurden, schien mir ein so glücklicher, dass mich eine durchdringende Fröhlichkeit überkam. Wie gesagt, Mademoiselle, es wird Ihnen nicht entgangen sein, Sie sitzen neben einem Kinde. Und wäre es angemessen, würde dieses Kind Sie zum Tanze auffordern und danach würde es Ihnen einen Tee spendieren.“ Er lächelte und blickte noch immer geradeaus. Die Vorstellung von Tanz und Tee schmeichelte ihr und sie lächelte ebenfalls. Er drehte den Kopf zu ihr, sah sie mit erstaunlich wachen Augen an und nickte. „Es war mir ein Fest, Mademoiselle. Ich empfehle mich.“ Er stand auf, strich sein Jacket glatt und ging.