Endlich.

Kein Tag wie jeder andere. Wie viel Zeit ist gerade vergangen? Ein Jahr? Ein Monat? Ein paar Stunden? Ich weiss es nicht. Es ist vier Uhr morgens, ich sitze in meiner Küche und dieser Tag, diese Nacht, war so beispielhalft, dass ich sie euch nicht vorenthalten kann, nicht vorenthalten will. Erstens. Frühling. Als hätte Petrus einen Vertrag mit Amor, wurde es plötzlich Frühling. Mit einem Schlag. Ich habe mich so nach Frühling gesehnt und als dann Frühling eingetreten ist, war ich überfordert und konsterniert. Doch: ich habe mich darauf eingelassen. Zweitens. Schreiben. Heute habe ich mit vielen Leuten über meine Schreibe geredet, habe erstaunliches Feedback erhalten, war verblüfft, verunsichert, fasziniert. Drittens. Theater. Theater so ambivalent wie das Leben selbst. Viertens. Ich. Die Nachträume haben mich gestreift in einer von Wahnisnn befallenen Art, in einer seltsamen Mischung aus Heimat und vollkommenem fremd sein.  Als ich da war, da war für meine Freundinnen, in guten und – wie sagt man so schön – schlechten Zeiten, als ich Verständnis hatte, Typen für sie anquatschte, zuhörte,  bei mir war, nur, um bei ihnen zu sein, sie aufgefangen habe, als sie drohten zu fallen, da war dieses Selbstverständnis endlich zurück. Als ich mit ihm gesungen habe, über die dröhnende und für den Abend unpassende Musik hinweg, aus voller Kehle und im Wissen, um die Wichtigkeit dieser Geste, da habe ich dieses Selbstverständnis endlich gefühlt. Und als mir Nina sagte, dass sie so unheimlich froh ist, dass ich hier bin und das, obwohl ich Nina an diesem Abend erst kennenlernte, da wusste ich das Selbstverständnis hat sich verselbstständigt, ist endlich und wirklich und wahrhaftig Teil von mir. Und als Christoph von seiner Band erzählt hat, von dieser abartig komischen Hippie-Rock Mischung, da lachte ich innerlich und ich wusste – endlich – dass Heimat nur ich bin, dass es so einfach und so schmerzhaft und so faszinierend logisch ist. Jetzt, da ich betrunken – weil ich mir endlich die Kante gegeben habe, endlich losgelassen – da verstehe ich was es heisst, was es heisst, dieses schwarze Herz zu tragen, zu ertragen. Endlich.

Zum Glück habe ich diesen Tag erlebt, zum Glück.
Hasenherz

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