Nichts als die Wahrheit

Es gibt die Abende, wie dieser. Wo man sich einerseits unendlich verloren fühlt und andererseits Glück empfindet. Wenn ich Tränen hätte, würde ich sie weinen. Als ich heute Abend die Discokugel, dieses lächerliche Sinnbild für ausgelassene Freizeitkultur, anstarrte, kam ich mir sehr falsch vor. Was will ich hier? Warum bin ich da? Was, zum Henker, soll das?
Keine Antwort.
Ich glaube, ich brauche Ferien. Dringend. Ich möchte nicht in Discos sein, jetzt. Ich möchte nicht zu Hause sein, jetzt. Ich möchte in einer Wiese liegen, allein.
Heute Nachmittag habe ich einen Text geschrieben, ein Pausentext. Um mich vom großen, eigentlichen Text zu erholen. Sozusagen eine Fingerübung. Der Text geht so:

Wenn du schläfst, verdichten sich deine Wimpern und lassen deine Haut bleich erscheinen.
Wenn du schläfst, fühlt sich der Tag ebenmäßig an, in sich gekehrt. Dein Mund liegt beruhigt da, wie Sanddünen am frühen Morgen.
Wenn du schläfst, dein Arm unter dem grünen Kissen, erwache ich leicht. Gehe mit der Sonne auf – im Gleichschritt.
Wenn du schläfst, klingt dein Atem wie der Beginn von Worten.
Wenn du schläfst, befällt mich leise Heiterkeit. Eine, die hängen bleibt – tröpfchenweise.
Wenn du schläfst, ist es, als ob alles unverrückbar gut werden würde.

2 Gedanken zu “Nichts als die Wahrheit

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