Was zu uns kommt

„So ist das Leben und so muss man es nehmen: tapfer, unverzagt und lächelnd, trotz allem.“ (Rosa Luxemburg)

Es ist Sonntagabend, ich höre „Video Games“ von Lana del Rey und sitze (wie könnte es anders sein) im Zug. Ich habe Ferien. Das ist gut. Viel zu lange hab ich keine mehr gehabt. Ich freue mich und bin auch etwas bang. Hier riecht es ein Bisschen nach Sellerie. Ich mag den Geruch von Sellerie nicht besonders. Viel lieber mag ich den Geruch von Tiefgaragen, Zermatt oder von tiefer Nacht.

Und ich bin glücklich. Was für ein nerviges, schwieriges und großartiges Jahr das war. Ich blicke auf meine Hände und betrachte meine Fingernägel, die sich tiefrot in der Fensterscheibe spiegeln. Wie Blut, denke ich. Heute ist ein Tag an dem fremde Menschen viel zu nah an mir vorbeigehen. So, dass ich, vorhin auf dem Bahnsteig, immer einen Schritt zurück machen musste. Als ob sie überprüfen wollten, ob ich die bin, die nach Sellerie riecht. Ich rieche an meinem Pulli und bin mir nicht sicher.

Gerade hab ich Aarau passiert und der Elvetino-Mann riecht nach Nägeli. Nun denn. Besser als… Du weißt schon. Letzte Woche hatte ich ein Zwiegespräch mit meinem Herzen. Ich hab es angehalten zu schweigen und ihm versprochen, dass es später, dann wenn ich Ferien hätte, sprechen dürfe. Und jetzt, da ich Zeit habe und nichts gegen eine Auseinandersetzung hätte, schweigt es. Mehr noch: es ist alles gesagt. Wie schnell sich Dinge verändern können! Ich staune immer wieder.

„Das Abenteuer ist etwas, das seinem Wesen nach zu uns kommt, etwas, was uns wählt und nicht erst gewählt wird.“ (G. K. Chesterton)

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