Was zu ertragen ist

„Bleib gelassen mein Herz! Schon grössere Freiheit ertrugest du.“ (Frei nach Homer)

Nun denn. 2012 ist also da und ich atme langsam ein, trete von einem Fuss auf den anderen und versuche meine Hände, meine nervösen Hände, im Zaum zu halten. Langsam trete ich vor den Spiegel und sehe in mein bleiches Gesicht. Eine Badezimmerlampe flackert kurz und geht dann aus. Ich betätige den Lichtschalter, einmal, zweimal, die Lampe bleibt stumm. Leise fluche ich und setze mich im fahlen Licht der übrig gebliebenen Lampe auf den Badewannenrand und putze mir die Zähne. Die weissen Kacheln blicken mich vorwurfsvoll an und meine nackten Beine zittern. Ich glaube nicht, dass meine Augenringe heute wegzubringen sind. Ich glaube nicht, dass es einfacher wird.

By Barbara Licha

By Barbara Licha

4 Gedanken zu “Was zu ertragen ist

  1. Hallo liebstes Hasenherz

    Heute ist das Jahr schon bald fünf Tage alt.
    Mir scheint es ist gar nicht besser als das vergange Jahr. Eher schlimmer. Hört das denn nie auf?
    Wir sind im Nirvana hängengeblieben. Würde aber lieber ausbrechen.
    Die eine Lampe im Badezimmer beleuchtet nur das was wir sehen sollten. Die manchmal schemenhafte und oft neblige Wirklichkeit…

    Liebste Grüsse vom traurigen Monday Mädchen das jetzt zum Donnerstagsmädchen wird…

  2. hallo hasenherz

    meine oma sagte früher immer, weisst andreas, die einen mögen lieber käse und die andere gehen lieber in die kirche, so verschieden sind die leute. man kann den spruch auch wunderbar aufs leben ummünzen.
    und wenn ich das dann mache, fällt mir ein stein vom herzen und ich denke, gott sei dank besteht die welt nicht nur aus käse und kirchen.

    hier noch eine schöne geschichte aus dem buch „geschichten des herzens“

    wenn ein mann den fluß überquert
    und ein leeres boot an sein eigenes kanu stößt,
    wird er sich nicht ärgern,
    selbst wenn er leicht in wut gerät.
    doch sieht er einen mann in dem boot,
    wir er ihn beschimpfen, er solle wegsteuern.
    wenn sein ruf nicht gehört wird, ruft er noch einmal
    und noch einmal und fängt an zu fluchen.
    alles nur, weil das boot einen insassen hat.
    doch wäre das boot leer,
    er würde weder schimpfen noch ärgerlich sein.

    wenn du dein eigenes boot leermachen kannst,
    während du auf dem fluss der welt überquerst,
    wird sich dir niemand entgegenstellen,
    wird niemand dir schaden wollen.
    dschuang tse

    • Andreas! Eine sehr schöne Geschichte, danke!
      Nun gut. Ich lade also mein Boot voll mit Käse und segle dem Himmel entgegen. Oder aber ich lege mich in der Kirche auf den Rücken und schaue zu den lustig farbigen Kacheln auf.
      Manchmal ist man sogar in sich selbst verschieden, nicht wahr?
      Aber du hast Recht. Ich bin auch froh, dass die Welt nicht nur aus Käse und Kirche besteht.
      Herzliche Grüsse! Hasenherz

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