Taming a sea horse

Jetzt, da die schrecklichen Meldungen täglich zunehmen und ich bei der Zeitungslektüre regelmäßig in Tränen ausbreche, so viel Gewalt, so viele Absurditäten, frage ich mich immer wieder wohin ich werde fliehen werden. Wohin wird es mich verschlagen, wenn sich die Schlinge zuziehen wird, wenn die Gewalt meine Heimat überzieht? Nach Peking? Nach Riad? Nach Qatar? Auf den Mond?

Natürlich, auch das ist bloß ein Gedankenspiel, eine Schwarzmalerei, befeuert von meinen schwierigen letzten drei Jahren, von denen ich mich viel langsamer erhole, als jemals geträumt. Immerhin, es scheint vorwärts zu gehen, jeden Tag nur ein Zehntelmillimeterchen, langsam sehe ich aber mir selbst wieder ähnlich. Zumindest dem Bild, welches ich von mir selbst im Kopf habe. (Die Möglichkeit, dass dieses noch weniger der Wahrheit entspricht, als meine momentane Realität, ist relativ groß.)

Und dann werde ich gewahr, dass es mich nur gibt, weil es die letzte tobende Katastrophe, welche die Weltbühne erschütterte, gegeben hat. Ohne zweiten Weltkrieg wäre ich nicht auf der Welt. Oder zumindest mit größter Wahrscheinlichkeit nicht. Gut, ich wäre wohl auch nicht auf der Welt, wenn die Tanzparty in diesem schicken Hotel damals samstags statt freitags stattgefunden hätte. 

Resultierend daraus – aus dem ganzen Leid und der persönlichen Qual – ergibt sich eine so immens große Dankbarkeit, dass es mir immer mal wieder den Atem aussetzt. Ich bin einfach wahnsinnig dankbar. Und versuche das alles so sehr zu genießen, ich könnte tagelang heulen, so sehr genieße ich. 

Gerade befinde ich mich auf dem Weg nach Innsbruck. Wofür, frage ich mich, könnte ich je dankbarer sein, als für diesen Moment, jetzt, da ich mich auf dem Weg nach Innsbruck befinde.

  
Ich glaub, irgendwann bleibt mir das Herz stehen, ab dieser Dankbarkeit. 

2 Gedanken zu “Taming a sea horse

  1. Verschliesse die Augen nicht vor dem Elend, doch lass die schönen Momente dein Herz erobern. Es gibt so viel Schönes: die Farben des Herbstes, das Lächeln von Mitmenschen, die Wolken im Wind, Lichtspiele der Sonne und noch ganz, ganz viel mehr.

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