I’ve been through the desert on a horse with no name

Setz dich. Konzentrier dich. Atme.
Nimm dir einen Stift, wähle eine Farbe, vor dir liegt leeres Papier.
Schliess die Tür, stell beide Füsse auf den Boden, drück den Rücken durch.
Lass Licht ins Zimmer, nimm einen Schluck kaltes Wasser aus einem sauberen Glas.
Atme. Schliess die Augen und horch in dich hinein. Versuch das Gefühl einzufangen, das lose Ende zu erhaschen. Was genau ist es? Lass dich tiefer sinken.
Nicht aufgeben. Hör deinem Herz zu, wie es schlägt. Denk dich noch tiefer, lass die Gedanken nicht abschweifen. Lass Bilder aufsteigen. Wie genau fühlt es sich an? Beschreib es, versuch es zu umreissen. Atme.

Es ist, als ob ich Fruchtgelée gegen eine kalte Eisentüre geworfen hätte und nun dabei zusehe, wie sich die rote gallertartige Konsistenz langsam zum Boden hin bewegt. Zäh, eine Spur hinterlassend, wabernd, tropfend, klebend und dennoch nicht haftend.

Es ist, als ob ich einen Tag lang – ich bin früh morgens bei Sonnenaufgang gestartet – einen Berg hochgelaufen bin. Ich bin ausser Atem und meiner Kraft beraubt oben auf dem Gipfel angekommen, habe der Kuppe entgegengefiebert und dann, als der Berg den Blick freigibt, sehe ich… nichts. Nebel. Oder Bäume. Oder Wolken. Aber nichts, was die Anstrengung hätte rechtfertigen können. Und es wird mir klar, dass ich den Weg mehr hätte geniessen sollen, dass ich mehr hätte innehalten sollen, denn auf dem Weg gab es schöne Punkte, die ich aber zu hastig hinter mir gelassen habe, weil ich den Gipfel erreichen wollte. Ich frage mich jetzt, warum. Denn niemand hat mir eine Aussicht versprochen.

Es ist, als ob man ins Leere tritt. Als ob es nichts zu hoffen, zu freuen, nichts zu sehnen gäbe. Es ist, als hätte ich auf etwas gewartet, das nicht existiert. Man kann beim besten Willen nicht sagen, worauf genau.

Es ist, als ob man das lose Ende des Fadens einfach nicht zu fassen kriegt. Als würde es einem entgleiten. Durch die Finger rinnen. Abfliessen, in Luft auflösen. Und ich frage mich, ob es das alles wert ist. Ob ich selbst überhaupt einen Wert habe. Ob da nicht einfach Leere ist. Ob man ein Echo hören, wenn man hineinrufen würde. Ob es hohl ist, ob es überhaupt jemals etwas enthalten hat.

Es ist, als ob man Feuerwerk oder Inferno erwartet hätte, da aber nur Stille ist. Sprachlosigkeit und Stille.
Man fragt sich, ob man stark ist. Ob man stark genug ist. Ob man gegen das Nichts gefeit ist. Im All hört dich niemand schreien.

Setz dich. Konzentrier dich. Atme. Fokus würde helfen.

2 Gedanken zu “I’ve been through the desert on a horse with no name

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