Musik!

Heute habe ich in der NZZ am Sonntag ein Interview mit Stefan Kölsch gelesen. Er ist Musiker und Neurowissenschafter. Im Interview erklärt er, warum uns Musik von Tieren unterscheidet und was Musik auszumachen vermag.

Während meiner Krankheit konnte ich keine Musik mehr hören. Also, ich konnte schon Musik hören, sie ist einfach nicht mehr zu mir durchgedrungen. Ich nahm sie als störend wahr, sie erreichte mich nicht. Als ich dann das erste Mal wieder Lust auf Musik hatte und sie mich auch emotional berührte, war das wie ein Wunder. Seit da gehe ich nirgends mehr hin ohne meine Kopfhörer. Ich kann mir gerade ein Leben ohne Musik nicht mehr vorstellen. Sie beschützt mich und unterstreicht mein Glück.

Stefan Kölsch sagt auf die Aussage des Interviewers „Menschen, die an Depression leiden, empfehlen Sie die Songs der Beach Boys.“ :
Mag sein, dass Depressiven manchmal traurige Lieder helfen, um sich in ihren Gefühlen verstanden zu fühlen. Aber spätestens nach dem dritten Song sollte man zu positiv gestimmter Musik übergehen – auch wenn man sich dafür einen Ruck geben muss. In sehr vielen Fällen hilft fröhliche Musik nämlich, die eigenes Stimmung aufzuhellen. Fröhliche Musik kann die sogenannte Hippocampus-Formation stimulieren: eine Struktur, in der bis ins hohe Alter neue Gehirnzellen gebildet werden können. Das hält das Hirn jung, flexibel und fit.

Lustigerweise habe ich in einer Phase des fiesesten Liebeskummers wirklich Beach Boys gehört. Ich habe sogar meine damalige Arbeitskollegin, welche mit mir ein Büro geteilt hat, dazu gebracht jeden Tag zu Beginn, in der Mitte und gegen Schluss des Tages den Song „Wouldn’t it be nice“ laut aufzudrehen, mitzusingen und dazu rumzuhopsen. Muss ein seltsames Bild gewesen sein, waren die Wände doch aus Glas. Aber es hat geholfen. Und wie es geholfen hat!

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