LippeSippeHippeTippeGrippe

So eine Grippe ist schon was abscheuliches! Da seucht man tagein, tagaus zu Hause rum und nach spätestens zwei Tagen fällt einem die Decke auf den Kopf. Dann – weil man es zu Hause nicht mehr aushält und die ganze DVD-Sammlung zweimal durchgeguckt hat – geht man wieder ins Geschäft und dort sagen einem alle, dass man Scheisse aussieht und schnell wieder nach Hause soll. Man wischt sich den Schweiss von der Stirn und schleppt sich durch die Arbeit, die sich natürlich meterhoch aufgetürmt hat und verflucht den eigenen Optimismus. Tja. Und dann geht man wieder nach Hause. Ich werde also wieder nach Hause gehen und mich ins Bett schmeissen und mich zu Tode langweilen und Tee trinken und vor mich hinfluchen und warten und warten und warten… Wenigstens hab ich Wurmbrand angesteckt, der bald auch zu Hause bleiben muss mit neuer Brille und dann hab ich wenigstens Gesellschaft. Ha!

Geniesst das schöne Wetter und bleibt gesund!
Hasenherz

Qualvoll glücklich

Heute abend ist bei uns in der Buchhandlung Swetlana Geier zu Gast und liest aus „Ein grüner Junge“ von Fjodor Dostojewskij. Swetlana Geier ist eine grandiose Übersetzerin aus dem Russischen und ich mag vor allem das von ihr neu übersetzte Buch des Nobelpreisträgers Iwan Bunin „Ein unbekannter Freund“.
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/schnellsuche/any/;jsessionid=fdc-t1gfv2t16e2.fdc11?fq=3-908777-01-1&fc=ANY

»… habe zufällig Ihr Buch gekauft und las ununterbrochen auf der Rückfahrt zur Villa … und ich las, las und fühlte mich, ich weiß nicht, warum, fast qualvoll glücklich.«
(Aus: Iwan Bunin „Ein unbekannter Freund“)

Herzlich,
Hasenherz

Der erotische Pepys

Heute regnet es und die Kunden ziehen nasse Bahnen auf den Parkettboden der Buchhandlung. Ich schaue aus dem Fenster und blicke auf die bunten, trauertragenden Regenschirme der Passanten. Ivana sagt, dass Menschen ohne innere Ordnung ihre Genialität aus der Diskrepanz zwischen dem Versuch der äusseren Ordnung und dem inneren Chaos beziehen.

Habe heute im Buch „Der erotische Pepys“ weitergelesen. http://www.buch.ch/shop/home/schnellsuche/buch/?fq=3-8218-0772-5&fc=BUCH
„Samuel Pepys (1633-1703) war ein wetterwendischer Opportunist, ein Frauenjäger der dreistesten Art, ein barscher Vorgesetzter – und ein manischer Tagebuchschreiber. Er legte in seinem Tagebüchern über alles Rechenschaft ab – über seine (manchmal mafiösen) Geschäftsmethoden im Marineamt, seine Ausschweifungen in düstren Kneipen und fremden Betten, seine Ehezwistigkeiten, seine Krankheiten, seine Speisezettel, seine Erniedrigungen, seine Selbstzweifel, seine Verdauungsstörungen.“ (Klappentext)
Dieses Buch ist ein tolles Dokument aus früheren Zeiten und dazu noch eine wirklich lustige und amüsante Lektüre. Lege es euch sehr ans Herz. Unbedingt lesen! Hier ein Auszug:

30. Juni. Früh aufgestanden und ins Büro. Dort traf ich Griffiths Magd beim Saubermachen. Vergebe mir Gott, was ich mit ihr alles hätte anstellen wollen, aber ich hielt mich im Zaum. Nachdem sie gegangen war, bohrte ich einige Löcher in die Wand, um so von meiner Amtsstube aus in das große Büro schauen zu können, was mir großes Vergnügen bereitet.

In diesem Sinne: Seid schön brav und bohrt keine Löcher in eure Büro-Wände. (Und wenn doch, dann unbedingt Bericht an mich!)

Herzlich,
Hasenherz