Aus der Nähe betrachtet

Aus der Nähe betrachtet sieht alles etwas anders aus. Zum Beispiel meine Nase. Man sieht alle Poren und seltsam rosa Haut. Meine Nase ist also eher widerlich aus der Nähe betrachtet. Und geht es uns manchmal nicht auch mit Menschen so? Aus der Nähe betrachtet sind sie unzuverlässig, aufsässig, anstrengend & hässlich. Aus der Nähe sehen wir all ihr negativen Seiten, sehen sie wie durch ein Vergrösserungsglas und ihre Gesichter knallen in unser Gesicht. Dann müssen wir Energie aufwenden und auf Distanz gehen, um wieder den schönen, liebenswerten, herrlichen Menschen zu sehen. Mit grosser Nähe müssen wir unweigerlich auch grosse Toleranz beweisen, Toleranz und Demut. Und wir sind froh, denn auch wir sind aus der Nähe betrachtet hässlich (mal ganz abgesehen von der Nase) und aufsässig.
Aus der Naehe
Winkend aus der Ferne – ganz nah,
Hasenherz

2 Gedanken zu “Aus der Nähe betrachtet

  1. So ein Zufall. Ich musste auch gerade an unzuverlässige, aufsässige, anstrengende und hässliche Menschen denken. Nur: manche Individuen sind sowohl aus der Ferne wie aus der Nähe gleich shitty.
    Und manche Menschen gehören einfach nicht zusammen. Hätten sich nie treffen, sich nie anschauen, nie miteinander reden sollen. In dieser Misere hilft auch Toleranz und Demut nicht.

    „Sie hatten recht, sagte sie, diese Menschen hier sind bösartig und gewalttätig und dieses Land ist ein gemeingefährliches und unmenschliches. Sie sind verloren, wie ich verloren bin, sagte sie, Sie mögen hineinflüchten, wohinein immer.“ („Ja“ von Thomas Bernhard)

    Übrigens: Hasenherz, weisst du eigentlich, wie deine Nase aussieht, wenn du lachst? Wie fröhlich deine Poren tanzen? Äh, naja. Ausserdem dacht ich eher, dass das dein Mund ist. Man sieht ja nicht mal deine Nasenlöcher. Jetzt weiss ich gar nicht mehr was schreiben. Aber da deine lahmarschigen Leser schweigen, hab ich mir vorgenommen, jeden Tag jemandem ans Bein zu pinkeln, dabei ein kuules Zitat zu bringen und das von dir festgelegte Thema aufzugreifen. Was ja bisher sozusagen hervorragend klappt. Das Zitat muss dabei natürlich nicht immer einen unmittelbaren Bezug zu meinen Ausführungen aufzeigen. Das wäre dann doch etwas zu schwierig. Da grad Bernhard auf meinem Tisch rumliegt, wars heut halt Bernhard. Vielleicht zitiere ich ja jetzt täglich Bernhard, denn Bernhard tut gut, wenn man Lust hat, jemandem die Fresse zu polieren. Da wir aber – hüstel – viel zu intellektuell für solch vulgären Handgreiflichkeiten sind, schreibe ich einfach darüber und verkaufe es als Kunst. Ach, da fällt mir doch grad was ein für unseren Hiphop-Auftritt. Jaja, ihr habt richtig gelesen. Hasenherz und ich sind nicht nur am Squatten und Hitten, wir beefen und slammen seit neustem. (Mhm, das mit den Doppelkonsonanten sieht etwas komisch aus..)

    Nunnun, meine trantütigen Kommentatoren: Rockt die Tasten – da gibt es doch noch viel zu sagen. Zum Beispiel mein heutiges Lieblingswort: Chickenshit!

  2. Das Zitat von Bernhard gefällt mir gut! Du kannst also ruhig noch weiter Bernhard zitieren. Da hab ich also gar nix gegen…
    Danke für Deine Kommentare, die ich immer sehr gerne lese, liebste Vanalia. Und hier kommt Rilke:
    „Ist es möglich, dass man von den Mädchen nichts weiss, die doch leben? Ist es möglich, dass man „die Frauen“ sagt, „die Kinder“, „die Knaben“ und nicht ahnt (bei aller Bildung nicht ahnt), dass diese Worte längst keine Mehrzahl mehr sind, sondern unzählige Einzahlen?“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s