Eine kurze Geschichte der Biologie des fahlen Mondes im Fluss des Glücks

Bin gerade dabei ein paar Verlagsvorschauen durchzugucken, um zu sehen, was uns für neue Bücher erwarten im Herbst. Seit einiger Zeit ist es modern Bücher Titel wie „Eine kurze Geschichte vom Glück“, „Eine kurze Geschichte von fast allem“, „Eine kurze Geschichte der Zeit“, „Eine kurze Geschichte der Welt“ zu geben. Als ob man den Lesern sagen wollte: „Hey! Dies ist eine kurze Geschichte. Ist also gar nicht anstrengend! Auch für dich nicht, der du es nicht mal schaffst die Gratis-Zeitung von vorne bis hinter durchzulesen!“

Und dann gibt es noch einen anderen, sehr nervigen Trend. Der mystisch-romantische. Die Bücher heissen dann „Die alltägliche Physik des Unglücks“, „Das Leuchten der Stille“, „Das Echo der Schuld“, „Die Verwundbarkeit des Seins“, „Der Schatten des Windes“, „Der Fluss des verlorenen Mondes“, „Konturen des Unglücks und eine schöne Geschichte“. Kunderas „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ hat es vorgemacht. Und dieser Titel ist Hammer. Alles, was danach kam, nur ein Abklatsch. Der hilflose Versuch den Lesern zu verstehen zu geben, dass sie keine Ahnung haben worum es geht. Wenn sie sich aber ganz fest bemühen, dann würden sie vielleicht in den erlauchten Kreis aufgenommen werden.
Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Die Texte hinter den Titeln sind teilweise echt gut. Warum aber müssen die nur so dämlich heissen?

Kopfschüttelnd,
Hasenherz

5 Gedanken zu “Eine kurze Geschichte der Biologie des fahlen Mondes im Fluss des Glücks

  1. Was für ein Montag.Grau und nass und richtig deprimässig. Nervige Kunden und ein langer Tag. Da wollte doch einer „Die weiche Gabel“. Meine Nerven sind langsam überstrapaziert von diesem *!>!!! Tag. Ich geh jez ein Glas Nutella oder einen Riiiesen Eisbecher kaufen und schau einen DVD nach der anderen, oder noch besser, oder doch lieber besäufnis? Eh nein, das ist glaube ich keine so gute Idee.

  2. Die einfachen Titel gefallen mir eigentlich am besten: Die Strasse, Der rote Rock, Die See, .. Man kann sich aber auf Buchtitel wirklich nicht verlassen. Sie lügen, möchten bezirzen und erobern. Wie oft hab ich mir die Haare gerauft, da ich auf schlüpfrige, lyrische oder feministische Titel reinfiel, die so vielversprechend klangen..
    So ist das auch mit den Menschen. Die riechen manchmal gut, aber stinken innendrin. Oder sie tragen schöne Schuhe und schreckliche Unterhosen.
    Die Folge: Der rasende Wunsch, jede Verpackung aufzureissen. Geht aber nicht. Zu anstrengend, zu wenig Zeit, Mut, Geduld und Tatendrang. Oder reissfestes Papier, Schmirgelpapier, das die Fingerkuppen wegraspelt. Und schliesslich die Angst, dass das Geschenk nicht gefallen wird und alle kucken und dass das Lächeln auf dem Gesicht einfriert und ganz schief wird und dass genau in diesem Moment jemand ein Foto macht. Mein Album ist voller solcher Bilder.

    Aber irgendwie bin ich jetzt vom Thema abgekommen.

    Heute verkriech ich mich mit Banville im Bett. Vielleicht kommt ja noch das Psycho-Klötzli vorbei. Was meinst, Hasenherz? Oder vielleicht ist es ja bereits vom Bänkli gefallen. Zu viele Klötzli, zu viele Post-its. Das eine langsam am Vergilben.
    Endlich.

    Dank dir für gestern..

    Ps: War am Fantasyfilmfestival in Neuchâtel. Suuuper. Hatte aber vor lauter Zombies und Augenausstechen und Tierlificken etwas Albträume.

  3. Grmpf bin noch so total verschlafen heute morgen. Also zuerst ging habe ich bei Rolf ein paar Cüplis bestellt und bin dann später ein wenig schwankend ein Kübel Häagen Daz Eis Schokolade kaufen gegangen 🙂
    Was für die Seele ist doch immer gut.

    Schon wieder mal
    ein bedeckter Himmel,alles grau in grau.
    Langsam wird es heller,doch das Grau bleibt.
    Das Telefon läutet. Ich habe zu tun.
    Eine kurze Verschnaufpause
    ich schaue unwillkürlich nach draußen.
    Es ist unglaublich!
    Vor unserem Büro noch immer
    alles grau in grau.
    Aber drüben, die Häuserzeile,
    leuchtet hell und warm im Sonnenschein,
    daß ich rufen möchte:
    “Guten Morgen, guten Morgen!”
    Die Sonne versteckt sich wieder,
    aber der Abglanz ihrer Strahlen bleibt
    und das gute Gefühl auch.

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