Zeig mir deine Bibliothek und ich sage dir …

Unsere deutschen Kollegen haben jetzt dann bald einen Blog. Im Moment üben sie gerade noch und drum der Link erst später. Der Schöne hat in diesem Übungsblog unter anderem folgendes geschrieben:

„Die Büchermenschen unter Euch kennen es gut, das Gefühl bei Freunden kurz im Wohn- oder Arbeitszimmer alleingelassen zu werden. Unwillkürlich strebt man den Bücherregalen zu und fängt an, eine fremde Bibliothek zu studieren. Ein wundervolles Gefühl.“

Das hat mich zu einem Kommentar inspiriert, den ich euch nicht vorenthalten will:

Tausendmal passiert und jedes Mal wieder ein Schock: Frau lernt einen interessanten (und vielleicht sogar schönen, charmanten, leichtfüssigen) Mann kennen. Unterhält sich blendend, lacht gemeinsam und geht dann zu später Stunde zu ihm nach Hause. Im Wissen um das, was kommen wird. Frau betritt die Wohnung. Schaut sich interessiert um. Sieht keine Bücher.
Fragt: “Sag mal, wo hast Du denn Deine … Bücher?”
Verschluckt das Wort “Bibliothek” gerade noch, da im Dunkel des Bewusstseins bereits die Ahnung vorhanden, dass “Bibliothek” übertrieben wäre. Der Mann zeigt – ganz und gar nicht verlegen – auf das hüfthohe Regal am anderen Ende des Raumes, wo zwischen ein paar Flaschen bestimmt ziemlich teuren Brandweins ein paar Bücher liegen. Frau geht durch den Raum, nimmt eines der verstaubten Bücher in die Hand und liest – mit wachsendem Entsetzen – den Titel: “Banken und Bankrecht im Wandel. Berner Bankrechtstag, Band 10″. Ok, denkt sich Frau, das ist bestimmt ein Buch, das er beruflich braucht und nimmt das nächste zur Hand: “Angriffsziel: Frau! Tipps und Tricks zum erfolgreichen Erstkontakt. Ein taktischer Führer für Profis und solche, die noch viel lernen müssen!”. Frau dreht sich der Magen um. Wagemutig wie sie ist, linst sie kurz auf das dritte (und letzte!) Buch im Regal: “Der Alchimist”. Sie dreht sich zum Mann um und fragt: “Hast Du das gelesen?”
Er schüttelt den Kopf und erklärt, dass das Buch ein Geschenk von seiner Ex sei.

Frau verlässt fluchtartig den Ort des Grauens und schwört sich, nie (nie! nie! nie!) wieder einem Mann zu nahe zu kommen, dessen Bibliothek (ja. genau. BIBLIOTHEK.) sie nicht zuerst unter die Lupe genommen hat.

3 Gedanken zu “Zeig mir deine Bibliothek und ich sage dir …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s