Hut ab!

Schauspielhaus Zürich, 31. Januar 2009, 21.41 Uhr (Foto: Frank)

Schauspielhaus Zürich, 31. Januar 2009, 21.41 Uhr (Foto: Frank)

Es gibt Momente, an die erinnert man sich gern. Damals, als der Moment Gegenwart war, fand man den Moment gar nicht lustig. Oder zumindest anstrengend. Nicht wegen den Äusserlichkeiten. Nein, ganz und gar nicht. Sondern wegen der Innerlichkeit. So ein Moment war der 31. Januar 2009, 21.41 Uhr. Ich sass zusammen mit Frank im Schauspielhaus Zürich und schaute mir „Immanuel Kant“ an. Frank hatte ich gerade an diesem Abend kennen gelernt und er war ein Glückstreffer. Ein sehr netter Zeitgenosse, spannend, intelligent und er sieht gut aus. Nun ist es aber so, dass ich damals im tiefsten Sumpf von übelstem Liebeskummer sass – es war zum heulen. Und wer die Erfahrung von tiefstem, übelstem Liebeskummer mit mir teilt, wird mir Recht geben, wenn ich sage, dass in einem solchen Moment Blinddates (oder Ähnliches) nicht unbedingt gerade total viel Spass machen. Aber sie sind notwendig. Denn zum Überleben gibt es nichts Besseres als Wagemut. Und genau aus diesem Grund erinnere ich mich heute gern an den Moment im Schauspielhaus. Nicht, weil es mir damals besonders gut ging, nein. Sondern weil es mir heute gut geht und ich bei mir denken kann: „Hut ab! Du hast es überlebt. Und noch nicht mal schlecht überlebt. Respekt.“ Ich tue also gut daran, mich immer mal wieder an den Moment im Schauspielhaus zu erinnern. Denn die Erfahrung zeigt, dass die Zeit wirklich heilt. Heute also dies: „Süss ist es, allem Ungemach entflohen zu sein.“

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