I must be crazy ‚cause I’m feeling kind of good

(She was an alcoholic artist with too much makeup round her eyes…) Ich war ja diese Tage in Hamburg und hab dabei zugeschaut, wie Hase heiratet. Es war schön und romantisch und lustig und ach. Auf der Zugfahrt von Zürich nach Hamburg und von Hamburg nach Zürich (insgesamt dann doch 15 Stunden) hab ich ein einziges Lied gehört. Immer und immer wieder. Ich weiss, klingt ziemlich exzentrisch. (…and I never knew her real name, she was sunbeam wrapped in lies…) Und während ich das Lied gehört habe, hab ich nachgedacht. Viel nachgedacht. Zuerst fürchtete ich dabei verrückt zu werden. Dann aber hab ich gemerkt, dass ich nicht verrückt werde, dass es mir gut tut. (…but I love her and I’m sorry and that’s all there is to say…) Irgendwann – etwa auf Höhe Frankfurt – bin ich dann zum Schluss gekommen, dass ich vielleicht aufhören sollte, mir meine doch etwas seltsame und offene Art übel zu nehmen. Ich hab nämlich ein Advokatenpelztier in meinem Kopf, das grausam konservativ ist. Und dieses konservative Ding hätte gerne Haus, Hund und Hecke. Leider passt das aber nicht zu mir. (…It’s like fairy from the ancient time and I hope it stays that way…) Ich musste also mein Advokatenpelztier enttäuschen. Darauf weinte es bitterlich, heulte rum, zürnte fürchterlich, veranstaltete ein grosses Drama und schlief dann erschöpft ein. (…and when I woke up on your kitchen floor with a headache made in hell…) Ich aber fühlte mich sehr befreit. Es ist schön, zu wissen, dass der sicherste Platz bei einem selbst ist. Und dass man sich nicht zu fürchten braucht. Und dass man doch auch einfach mal zugeben darf: Ich kann das einfach nicht. Nicht jetzt. (…and the flowers that I gave you smiled at me from the window pane. Then I thought I must be crazy ‚cause I’m feeling kind of good…) Es muss einfach ein Lebenskonzept für mich geben, das funktioniert. Nicht wahr? Ich bin zuversichtlich. (…and then when satan helped me up again, it was then I understood…)

An der Hochzeit sass ich zusammen mit Anna – mit der ich mich glücklicherweise sehr gut verstand – am Single-Tisch. So ein Single-Tisch an einer Hochzeit ist ne teuflische Erfindung. Man fühlt sich sowas von saublöd. Und wenn dann auch noch der Single-Schreck am selben Tisch sitzt, kann man nur noch …. du weisst schon… ja genau: Angriff ist die beste Verteidigung. (…Well I was never meant to be a good boy, I was never meant to go to school…) Ich hab mich dann – als ich mich endlich vom Single-Tisch entfernen durfte – sehr gut mit dem fantastischen Teufel unterhalten. Er hat mir ein paar Tipps gegeben – schliesslich ist er ja Experte in alternativen Lebenskonzepten. Gute Tipps übrigens! (…Well it’s guys like me who get somewhere, ‚cause everybody pity a fool. Now it’s payback for the rainy days, now it’s no more me and you…)
Schliesslich landete eine kleine Gruppe von Hochzeitsgästen in den frühen Morgenstunden im „Wohnzimmer“ des Hotels mit einem Kasten Bier, fütterte die Jukebox und liess die Feier sanft ausplämpern. (…Well I got mine, you got yours, babe. Now it’s payback, now it’s me against the world. It was the last time I forgave you.)

PS: Ach ja, das Lied: „Song for Aberdeen“ von Mando Diao

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