gefunden worden sein

Es gibt Bücher, die finden mich. Nicht ich finde sie, nein. Sie finden mich. Wie selbstverständlich haben sie mich entdeckt, mir Horizont eröffnet. Eines dieser Bücher ist „Brief an D.“ von André Gorz. Es ist schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe. Und heute, da ich Anna Gavalda „Ein geschenkter Tag“ lese, fliegt mir der erste Satz dieses Buches zu, Anna Gavalda zitiert ihn: „Bald wirst Du jetzt zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert. (…) Es bleiben viele Dinge, die ich verstehen, klären muss. Ich muss die Geschichte unserer Liebe rekonstruieren, um sie in ihrem ganzen Sinn zu erfassen. (…) Ich schreibe Dir, um zu verstehen, was ich erlebt habe, was wir zusammen erlebt haben.“

Viele meiner Freunde haben „Brief an D.“ gelesen. Wie selbstverständlich habe ich es am Freitag im Bücherregal einer Freundin entdeckt. Es ist in einem kleinen Verlag erschienen – ein Buch, das nicht stapelweise in einer Buchhandlung zu finden ist. Und trotzdem: Es taucht überall auf. Denn es ist ein Buch, dass seine Leser sucht, findet und erobert.

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