Von Zimtsternen

Gestern, als ich nach einem Tag Fieber und „ich fühl mich, als hätte mich eine Kuh wiedergekaut“, mit Häschen auf dem Balkon sass, haben wir festgestellt, dass wir uns auf Weihnachten freuen, da wir dann zwei Filme gucken werden. Nämlich „Love Actually“ und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Wir stellten uns vor, wie es draussen kalt ist und vielleicht Schnee fällt und wir zusammen mit Izzie im Wohnzimmer sitzen, Zimtsterne und vielleicht Manderinli essen und Filme schauen.

Und heute hab ich mal wieder festgestellt, dass der Buchhandel, diese seltsame und wunderbare Branche, irgendwie Heimat ist für mich. Jetzt, da ich nicht mehr in dieser Branche arbeite, sehne ich mich manchmal danach, bin auch manchmal froh nicht mehr drin zu sein und weiss trotzdem eins: Ich werde immer verbunden sein, ich werde mich immer heimisch fühlen, es war eine richtige und gute Entscheidung damals, als ich mich für diese Ausbildung entschieden habe und bin auch erstaunt, dass es einen Beruf gibt, der so gut zu mir passt. Und auch wenn man manchmal auf Reisen geht, vielleicht auch für längere Zeit, wird man doch immer irgendwann zurückkehren wollen. Das ist schön zu wissen.

Meiner Nachbarin, die mich gestern im Haus eingeschlossen hat, weil sie den Schlüssel von aussen stecken liess, hab ich heute Morgen ein Buch vorbeigebracht, weil sie nächste Woche in die Ferien geht und sie Ferien und vor allem Erholung wirklich nötig hat und man immer auch ein Buch brauchen kann, um sich zu erholen, um abzutauchen. Ich habe ihr „Die Glut“ von Sándor Márai geschenkt. Ein Roman, der dickflüssig ist und süss und sehr bitter und der, wenn man „intelligente und gute Unterhaltung“ definieren müsste, eigentlich schon per se die Devinition ist.

„Zwei Jahre sind viel, und sie dauern, und doch verschwinden sie zuweilen, als hätten wir sie nie durchlebt, niemand kennt sie oder erinnert sich an uns in ihnen, niemand sucht uns aus jener Zeit oder jenem Ort oder vermisst uns, und es kann geschehen, dass sogar wir selbst uns selbst damals vergessen haben und uns nicht suchen noch erinnern.“ (Javier Marias – auch immer lesenswert!)

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