Einem kaputten Kühlschrank nicht unähnlich

Da sagt man so Dinge leichtsinnig daher, zum Beispiel, dass man aufpassen sollte mit seinen Wünschen und dann das.

Die letzten Tage habe ich den „Lumpenroman“ von Roberto Bolaño gelesen. Fantastisch.

„Manchmal dachte ich, dass ich den Verstand verliere, dass das nicht normal sein könne, eine solche Helligkeit, aber im Grunde wusste ich, ich würde niemals den Verstand verlieren.“ (…) „Ich war nicht kopfscheu, im Gegenteil, eine seltsame Ruhe erfüllte mich, als wäre ich Monate oder Jahre gerannt und geflohen, bevor ich zu Macistes altem Haus in der Via Germanico kam , aber als hätte, kaum dass ich es betrat, kaum dass ich ihn nackt sah, weiss und riesig und einem kaputten Kühlschrank nicht unähnlich, alles angehalten (oder ich hätte jäh angehalten), und als geschähen die Dinge jetzt in einer anderen Geschwindigkeit, einer unmerklichen Geschwindigkeit, die der Ruhe gleichkam.“

Ich sag ja, fantastisch.

Am Samstag haben Badana und ich unser Theaterstücken aufgeführt und es ist gut gelaufen. Wir hatten Lampenfieber, das wir im Café Odeon mit Bier wegzuspühlen versuchten, was nur bedingt gelang. Nach der Aufführung hörte ich mir mit Suelo in „Dini Mueter“ das Konzert vom Kaleidoscope String Quartet an, was mich zurück auf den Boden holte.  Dort traf ich auf rzeng, den ich zu überreden versuchte, sich mit mir und Suelo in die Nacht zu stürzen. (Leider ohne Erfolg.) Danach – in der zweiten Heimat – lernten wir zwei Italiener aus Bologna kennen, die Suelo in eine politische Diskussion über die Zustände in Italien verwickelte, während ich das Blinzel-Spiel spielte. (Soviel zur Rollenverteilung.)

Und dann am Sontag… Ich zitiere dazu Bolaño:

„Besser man denkt über solche Dinge gar nicht nach. Sie geschehen, berühren uns, gehen vorbei oder kommen, berühren uns, hüllen uns ein, und das Beste ist immer nicht darüber nachzudenken. Aber ich dachte darüber nach, (…)“

4 Gedanken zu “Einem kaputten Kühlschrank nicht unähnlich

  1. jaja, ich war schlicht zu müde. und hab mit sicherheit was verpasst. obwohl, du auch, der rest des konzerts war noch sehr schön und ich hab brownies geschenkt bekommen. anderes mal wieder, zürich ist ein dorf!

  2. du hast brownies geschenkt bekommen? hmpf. ich hätte wirklich noch länger bleiben sollen.
    ach ja, noch was: das mit der müdigkeit gilt das nächste mal nicht mehr als ausrede, im fall. musst du dir dann was besseres ausdenken.

  3. ahahaha! ja die verdammte Politik, die krieg‘ ich nicht los. aber Blinzelspiel kann ich auch, im Fall! 🙂
    und, wie klappt’s mit nicht darüber nachdenken versuchen?

    • Stimmt, Du kannst das mit dem Blinzel-Spiel hervorragend! Du bist eben vielseitig einsetzbar. Ich dagegen kann das mit der Politik viel weniger gut.

      Ach, Ronchele, Süsse, Du weisst doch, dass ich das mit dem nicht-nachdenken wirklich so überhaupt nicht kann (noch viel weniger, als das mit der Politik). Hehe.

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