Kein Reiter wird’s erjagen

Warum bin ich so fröhlich?

Warum bin ich so fröhlich?

„Das Glück, kein Reiter wird’s erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier. Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.“ (Theodor Fontane)

Kennst du das? Du stehst am Morgen auf, es ist ein ganz normaler Dienstag in einem ganz normalen Monat. Das Licht ist ein Bisschen heller als auch schon und das freut dich. Du stehst also auf, nur ein klein wenig leichter als sonst und freust dich ganz, ganz wenig auf den ersten Kaffee. Etwas leichtfüssiger und fröhlicher als an den Tagen zuvor machst du dich auf den Weg zur Arbeit. Dort fragt dich jemand wie es dir geht. Du sagst – halb im Scherz – so etwas wie: „Es geht mir gut, danke. Mir geht es immer gut, wenn ich arbeiten darf.“ Das Gegenüber sagt „oh!“. Du merkst, dass das sehr absurd, aber auch irgendwie sehr ernsthaft geklungen hat. Dann – im Laufe des Vormittags – sagen dir die Kollegen Sachen wie „Ah, Sabine sieht heute auch wieder gut aus. Das kann nur ein guter Tag werden.“ oder „Heute in blau?“ oder aber „Du leuchtest so! Bist du verliebt?“ Du bist erstaunt, denn du bist nicht verliebt.*** Dann siehst du den Zettel an deiner Bürotüre, der jemand dahin geklebt hat. Darauf steht in grosser Schrift: „Lachen!“ Du lächelst. Draussen scheint unverhofft die Sonne und du blinzelst ins Licht bei einer Zigarette. Dann kaufst du dir in der Pause endlich neue Kopfhörer – du hattest deine im Fitnesscenter liegen gelassen. Du hörst ein Lied, von dem du keine Ahnung hattest, dass du es in deiner Musiksammlung hast. Das Lied ist seltsam, aber macht dich irgendwie froh. Und während du sitzt und dich freust, merkst du plötzlich, dass du glücklich bist. Seit langem das erste Mal so richtig grundlos scheiss-glücklich. Du schüttelst den Kopf und grinst das breiteste Grinsen des noch frischen Jahres.

Chumm, mir wei…

***„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ (Benjamin Franklin)

Ein Gedanke zu “Kein Reiter wird’s erjagen

  1. we de öpper suechsch wo dir das so richtig faudsch uf bärndütsch singt, weisch ja wo d’mi chasch finge, we d’mi suechsch

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