Und zu kurz ist es übrigens auch…

„Das Leben ist voller Leid, Krankheit, Schmerz – und zu kurz ist es übrigens auch…“ (Woody Allen)

Heute trage ich blaue Strümpfe. Der Chef des Herzens meinte: „Puuuuh. Die sind ja so richtig krass.“ Ich sage: „Das kannst du doch gar nicht sehen!“ (Er ist nämlich farbenblind.) Und er sagt: „Das sehe sogar ich.“ Und eine Sekunde später: „Welche Farbe haben sie?“ Ich: „Blau. So ein richtig schönes Blau.“ Und er: „Blau? Wow.“ Heute trage ich also blaue Strümpfe. Und heute habe ich folgendes gedacht:

  • Das Leben ist wirklich zu kurz, um Trübsal zu blasen.
  • Es ist wirklich und wahrhaftig möglich jemanden glauben zu machen, man sei soundso, obwohl es offensichtlich anders ist. (Des-Kaisers-neue-Kleider-Phänomen)
  • Manchmal braucht es harte Schnitte. Manchmal muss man alles hinter sich lassen. Und aufatmen.
  • Die alte Dame die sich so überschwänglich bedankt hat, dass ich ihr die Zwanzigernote aufgelesen habe, heute an der Kasse, sollte sich nicht so sehr bedanken müssen. Es sollte selbstverständlich sein.
  • Es ist schön, VBZ-Chauffeure mit einem Lächeln zu belohnen.
  • Der Moment, wo ich ihn vor dem Tüpfi „Zicke“ genannt habe, darf ich nicht vergessen, es war ein schöner Augenblick.
  • Musik, die einem an etwas erinnert, ist unbedingt wieder und wieder zu hören. Es gibt Musikerinnerung, die über Dinge hinweghilft.
  • Badana hat Recht: Das, was ich heute „herrlich irrational“ genannt habe, ist eigentlich sehr nachvollziehbar.
  • Aktiv werden hilft stets gegen Fünftönner, die auf der Brust liegen.
  • Menschen zu verlieren heisst nicht, dass sie für immer verloren sind.
  • Die schönsten Dinge kommen stets unverhofft.
  • Man sollte jeden Freitag Bündner küssen. (Auch wenn nur auf die Wange.)
  • Ich will laufen. Jeden Tag laufen, laufen, laufen.
  • Das Leben ist wirklich zu kurz, um bewegungslos zu sein.

Und als ich heute – nach einem Marathon-Tag – spät auf dem Heimweg war, hab ich in unserer dunklen Strasse Pirouetten gedreht und bin nach Hause gehüpft. Es geht mir gut. Endlich.

3 Gedanken zu “Und zu kurz ist es übrigens auch…

  1. Was für ein Bild: Du im Mondschein und in blauen Strümpfen heimwärts hüpfend. Ein Dreher um eine alte Laterne, die Fledermäuse singen „shalala“ wie in Arielle und irgendwo geht das Licht in einem Fenster an. Überall Menschen, überall Sehnsucht. Man müsste öfter glücklich sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s