I’m a Looser

Manchmal drohe ich ab der Welt zu verzweifeln. Da macht mich einfach alles traurig. Heute habe ich einen schönen 1. Mai verbracht. Mit Freunden und Bewegung und guten Gesprächen und auch ein ganz klein wenig Sonne. Und dann gibt es diese Fugenmomente, wo die Erde wackelt und das Licht ändert und einem eine plötzliche bleierne Traurigkeit überfällt, die man nicht mehr abschütteln kann. Da fragt man sich: Warum sind Menschen so? So unaufmerksam und fahrig? Warum ist Nähe nicht übertragbar? Man packt seine Koffer und alle Bücher in Kisten. Das, was man aber vergisst, ist die Nähe, die mal war. Das verstehe ich nicht. Warum können wir nicht alle, alle, alle offen sein? Unverzagt und offen und uns das warme Herz bewahren? Aber nein, wir müssen unsicher sein und kalt und distanziert und dann, wenn wir das Gefühl haben, wir hätten unsere Gesichter gewahrt, merken wir, dass das einzige, was von unseren Gesichtern übrig ist, eine vergilbte Gipsmaske in unserer Hand. Ich glaube, dass die Gegenbewegung richtig ist. Du bist unsicher? Beweg dich auf die Unsicherheit zu. Du hast Angst? Renne nicht, bleib stehen. Du fällst in kaltes Wasser? Bleib so ruhig wie möglich. Bloss keine schnellen Bewegungen. Du weisst nicht, wie mit verlorener Nähe umgehen? Rede darüber. Gute Nacht, meine lieben Maskenbrüder.

PS: Das Zitat im Titel: „I’m a Looser“ ist übrigens ein Link hierzu: Ornament und Verbrechen

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