
Meer, Meer, Meer!
Endlich Ferien. Für zwei lange Wochen fahre ich ans schwarze Meer, zwei lange Wochen lang werde ich nichts tun ausser lesen, lieben und lachen.
Ihr dürft neidisch sein. Auf bald!

Meer, Meer, Meer!
Endlich Ferien. Für zwei lange Wochen fahre ich ans schwarze Meer, zwei lange Wochen lang werde ich nichts tun ausser lesen, lieben und lachen.
Ihr dürft neidisch sein. Auf bald!
Nina Gluckstein gefällt übrigens bis jetzt wirklich gut. Aber dazu ein andermal mehr.
Heute bin ich die Seeräuber-Jenny und singe aus voller Kehle:
Meine Herren, heute sehen Sie mich Gläser abwaschen
Und ich mache das Bett für jeden.
Und Sie geben mir einen Penny und ich bedanke mich schnell
Und Sie sehen meine Lumpen und dies lumpige Hotel
Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen
Und man fragt: Was ist das für ein Geschrei?
Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern
Und man sagt: Was lächelt die dabei?
Und ein Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird liegen am Kai.
Man sagt: Geh, wisch deine Gläser, mein Kind
Und man reicht mir den Penny hin.
Und der Penny wird genommen, und das Bett wird gemacht!
(Es wird keiner mehr drin schlafen in dieser Nacht.)
Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Aber eines Abends wird ein Getös sein am Hafen
Und man fragt: Was ist das für ein Getös?
Und man wird mich stehen sehen hinterm Fenster
Und man sagt: Was lächelt die so bös?
Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beschiessen die Stadt.
Meine Herren, da wird ihr Lachen aufhören
Denn die Mauern werden fallen hin
Und die Stadt wird gemacht dem Erdboden gleich.
Nur ein lumpiges Hotel wird verschont von dem Streich
Und man fragt: Wer wohnt Besonderer darin?
Und in dieser Nacht wird ein Geschrei um das Hotel sein
Und man fragt: Warum wird das Hotel verschont?
Und man wird mich sehen treten aus der Tür am Morgen
Und man sagt: Die hat darin gewohnt?
Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beflaggen den Mast.
Und es werden kommen hundert gen Mittag an Land
Und werden in den Schatten treten
Und fangen einen jeglichen aus jeglicher Tür
Und legen ihn in Ketten und bringen vor mir
Und fragen: Welchen sollen wir töten?
Und an diesem Mittag wird es still sein am Hafen
Wenn man fragt, wer wohl sterben muss.
Und dann werden Sie mich sagen hören: Alle!
Und wenn dann der Kopf fällt, sag ich: Hoppla!
Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird entschwinden mit mir.
Die Fragen der Aktion für ein kluges Zürich erinnern mich an den Fragebogen von Max Frisch. Und der Fragebogen von Max Frisch erinnert mich an meine Lieblingsfragen, die da wären:
Ich als neugieriger Mensch liebe Fragen. Ich liebe es Fragen zu stellen. Und ich beantworte liebend gerne Fragen. Wenn du mich also das nächste mal zufällig auf der Strasse triffst, dann erwarte ich, dass du mir eine richtig gute Frage stellst. Zum Beispiel diese: „Wem wärst du lieber nie begegnet?“

So würde der Türsteher aussehen vor dem Klub, wo ich bestimmt NIE aufgenommen werden würde.
„Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen. “ (Groucho Marx)
Ich meine, das ist doch das Grundproblem. Sagt zumindest Claudio. Und Claudio muss es ja wissen. Er ist schliesslich mein Gewissen und geistiger Vater in einem.
Ein perfekter Teufelskreis. Der Klub, der mir die Mitgliedschaft verweigert, dem will ich beitreten. Der, der mich aufnimmt, den finde ich doof. Auf einen Klub zu hoffen, der so tut, als wolle er einem nicht aufnehmen und einen dann doch heimlich aufnimmt, kann man ja nicht hoffen, nicht wahr?
Blödes Zeugs, das.
Schreib mir, was du anhast! Ist es warm?
Schreib mir, wie du liegst! Liegst du auch weich?
Schreib mir, wie du aussiehst! Ist’s noch gleich?
Schreib mir, was dir fehlt! Ist es mein Arm?
Schreib mir, wie’s dir geht! Verschont man dich?
Schreib mir, was sie treiben! Reicht dein Mut?
Schreib mir, was du tust! Ist es auch gut?
Schreib mir, woran denkst du? Bin es ich?
Freilich hab ich dir nur meine Fragen!
Und die Antwort hör ich, wie sie fällt!
Wenn du müd bist, kann ich dir nichts tragen.
Hungerst du, hab ich dir nichts zum Essen
Und so bin ich grad wie aus der Welt
Nicht mehr da, als hätt ich dich vergessen.
Nur für euch – gestern entstanden, die Hasenparade!

Zombiehasenparade auf dem Weg in den Abgrund.
Sagen wir so: Was kann an Jacob falsch sein, wenn Edward das Zeitliche gesegnet hat?
Mein Kickbox-Trainer hat mir etwas beigebracht: Er sagt, ich solle in den Schmerz atmen. Bei sehr anstrengenden Übungen, wenn ich das Gefühl habe, ich kann nicht mehr und instinktiv den Atem anhalte, soll ich bewusst tief einatmen. Die Überwindung ist jeweils gross und es braucht viel Kraft, doch es hilft. Lustigerweise hilft es. Sobald man am Zenit des Schmerzes angekommen ist, ist er wie weggeblasen.
Dieser in-den-Schmerz-atem-Trick hilft übrigens auch bei seelischen Schmerzen. Tief durchatmen. Durchatmen. Durchatmen. In der Mitte des Tornados ist es totenstill.
In diesem Sinne: Es mag so aussehen, als läge Schnee, doch in Wirklichkeit ist der Frühling steinwurf-nah.
Herzlich,
Hasenherz
Gegenüber meines Küchenfensters – ich erinnere mich immer sehr gut an mein Küchenfenster, am besten dann, wenn ich nicht in meiner Küche bin – hat es ein Hotel. Drei der Hotelzimmerfenster sind genau auf meine Küche gerichtet und wenn am Abend bei mir Licht brennt, in meiner Küche und ein Gast im Hotelzimmer das Licht an hat, dann könnten wir uns gegenüberstehen und uns zuwinken und sogar die Gesichtszüge des jeweilig anderen ganz gut erkennen. Der Gast könnte mir zuschauen, wie ich Kaffee trinke um zwölf Uhr nachts und er könnte sich fragen, wie ich es anstelle, dass ich danach noch einschlafen kann oder er fragt sich, ob ich wohl Nachtschicht habe und gerade erst aufgestanden bin und jetzt frisch zur Arbeit fahre. Ich hingegen könnte den Gast beobachten, wie er seinen Koffer auspackt, seine Hemden sorgfältig auf die Bügel hängt, sie glatt streicht und den Holzschrank dann schliesst. Ich könnte zusehen, wie er sich auf die weissen Laken des Bettes setzt, sich die Krawatte lockert und sich gedankenverloren übers Kinn fährt. Ich würde dann mit meiner Kaffeetasse in der Hand nah ans Fenster stehen und ihm zuwinken und er würde sich ertappt fühlen und die Vorhänge schliessen wollen und dann kurz bevor die Vorhänge geschlossen sind, würde er zurückwinken und vielleicht läge auch ein Lächeln drin.
Hotelzimmerfenster gegenüber seiner Küche zu haben, ist ein wahres Geschenk.
„Es hat sich inzwischen wohl herumgesprochen, dass es eine Kollektivschuld nicht gibt und auch keine Kollektivunschuld und dass, wenn es dergleichen gäbe, niemand je schuldig oder unschuldig sein könnte.“
(Hannah Arendt)
Etwas sinnvolles zur Tagesmitte wollt ich euch heut nicht ersparen.
Falls ihr Lust habt, schon mal ein paar gute Bücher zu kaufen, damit ihr dann am 22. Dezember nicht noch in die übervollen Läden rennen müsst: Ich empfehle euch unsere Buchliste „Für Klassische & Einfühlsame„. Das passt zu euch und euren Freunden. Ach ja, und für die Ladies: „Die geheimnissvolle Sexualität der Pflanzen“ aus der Rubrik „Für Verspielte & Lustige„.
Herzlich, Hasenherz