Den Frühling herbeisehnen

VollOpteMann und ich haben da so eine Vision. Oder wie möchte man das nennen? Ein Zukunftsbild. Folgendes:

seebadiWir sitzen mit einem Drink in der Hand (natürlich ist der Drink orange, oder rot oder gelb-rot, mit Schirmchen!) in einer Seebadi-Bar (zum Beispiel im Seebad Enge) auf einem Floss, die Füsse im Wasser. Es ist später Abend, es ist wunderbar warm. Über unseren Köpfen eine Lichterkette. Da gibt es Nachtgeräusche, Wind in den Bäumen, Menschen die lachen. Hab ich schon erwähnt, dass es wunderbar warm ist? Ja? Gut.

Mit diesem Sommernachtbild im Kopf hangeln wir uns von Graupelschneeregenkältetag zu Graupelschneeregenkältetag. Manchmal, wenn VollOpteMann nicht so voll opte gut drauf ist (was natürlich höchst selten vorkommt), erinnere ich ihn an die Lichterketten. Ich glaube, es hilft. Hoffentlich!

Bald ist Frühling!
Hasenherz

Und dann kam Clotilde…

Clotilde, Catherine & Marise (hier sich noch traulich zugewandt)

Clotilde, Catherine & Marise (hier sich noch traulich zugewandt)

Nachdem ich „Bis(s) zum Ende der Nacht“ verschlungen habe, lese ich jetzt eine echte Buchperle. Ein kleines, feines Büchlein aus dem Dörlemann Verlag. Und es gefällt mir wahnsinnig gut. Nur schon die Aufmachung. Es ist in türkise Leinen gebunden, hat ein rotes Leseband und ein tolles Coverbild. Der Titel dieser Buchperle ist: „Liebesgeschichte„. Die Autorin, Louise de Vilmorin, wurde 1902 in Paris geboren und war mal mit Antoine de Saint-Exupéry verlobt. Hier ein Auszug:

»Während Catherine Valle-Didier als verheiratete Frau zur Verschwiegenheit neigte, führte ihre gute Freundin Marise Lejeand, die keinen Ehemann mehr hatte, ein recht offenes Leben. Zwischen beiden bestand nicht die geringste Ähnlichkeit, vielleicht waren sie sich gerade deswegen so nah.  Jede staunte unablässig über die andere, während sie sich zugleich als Komplizinnen fühlten, in welcher Angelegenheit blieb allerdings unklar.«

Sehr unterschiedliche Freundinnen also. Bis ein Mann kommt und alles aus dem Gleichgewicht gerät. Das würde ja alles noch gehen. Doch dann kommt Catherines junge Tochter (Clotilde) und findet ebenfalls gefallen an diesem besagten Mann. Ihr seht, reichlich Explosionsstoff. Und in einer wundervollen Sprache geschrieben. So, genau so, sollte Frühlingsliteratur sein. Zurückhaltend, unterhaltend, begeisternd und grandios anregend.

Herzlich, Hasenherz

Mädchenmörder

Dieses Wochenende hatte ich Schule. Und hab meine Grossmutter in Basel besucht. Dann wars auch schon wieder rum, das Wochenende. Irgendwie muss ich mir mal Zeit für Nichts freischaufeln. Ist ja nicht zum Aushalten, dieses ewige „keine Zeit haben“, „im Stress sein“. Vielleicht sollte ich mir mal ein paar Ratgeber kaufen, die Titel tragen wie „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam“ oder „Das neue 1×1 Zeitmanagement„. Leider hab ich WIRKLICH keine Zeit diese Bücher zu lesen…

Habe „Mädchenmörder – Ein Liebesroman“ von Thea Dorn gelesen. Mann, mann, mann. StarkerTubak. Aber gut. Ja, wirklich nicht schlecht. Thea Dorn soll ja bekannt sein für ihre gruseligen und hochspannenden Bücher – hat mir eine Buchhändlerkollegin erzählt.

Heute Abend besuche ich zusammen mit Zoé einen Photoshop-Kurs. Kann euch also bald mit lustigen Bildli überraschen, die dann nicht mehr so ganz gebastelt aussehen (hoffentlich).

Herzlich,
Hasenherz

Entsetzliche Konfusion

Bin ziemlich erschöpft. Uiuiui. Mein Körper rastet aus und ich ignoriere ihn. Das ist doch ne tolle Partnerschaft! Das ist wie wenn die Ehefrau Rotz und Wasser heult und der Ehemann sitzt auf dem Sofa und guckt Fussball. Mein Körper hat schon recht, wenn er todbeleidigt ist.

Habe heute im Zug „24 Stunden im Leben einer empfindsamen Frau“ von Constance de Salm zu Ende gelesen. Dann hab ich aus lauter Langeweile das Nachwort gelesen und das hat mich dann doch etwas erstaunt. Der Herr Karl-Heinz Ott, der das Nachwort schreibt, beschreibt die Gefühlszustände der Erzählerin als „Zustände schlimmsten Aussersichseins und entsetzlicher Konfusion“. Darüber war ich etwas erstaunt, denn beim Lesen des Briefromans konnte ich die Gefühle der Erzählerin durchaus nachvollziehen. Ihr heimlicher Geliebter, den sie aus gesellschaftlichen Gründen noch nicht öffentlich machen kann, steigt mit einer anderen Tussi mit grossem Busen und wallenden Gewändern in ne Kutsche und braust davon. Sie hört von ihm nix obwohl er sich normalerweise täglich meldet. Na, wie würdet ihr reagieren? Eben. Vor allem da sie keine Möglichkeit hat, ihn zu erreichen und wegen der Heimlichtuerei auch nicht darf. Ich persönlich würde die Zustände ja als piepschnurz-normal beschreiben. Und nicht als „schlimmsten Aussersichseins“. Klar, dass die Dame gröber angepisst ist… Tja, egal. Das Buch ist jedenfalls lesenswert.

Herzlich,
Hasenherz

PS: Die aktuelle Rangliste:

Platz 1: Machete (Weil er einfach toll ist. Sogehtdas.)
Platz 2: Herr Fischer (Weil er sich in Geduld übt und übt und übt. Dabei auch mal auf die Schnauze fällt, sich aber nicht unterkriegen lässt.)
Platz 3: Depri-Fuchur (Weil er für Überraschungen gut ist. Und auf Freaks steht. Gut so!)
Platz 4: Nein!Rolf! (Oha. Ziemlich runtergerutscht in der Rangliste. Man sollte auch nicht in den „Ostblock“ reisen mit einer Dame von Welt!)
Platz 5: Wollwanderer (Wollwanderer hat seine Anschlüsse zusammengeschlossen. Oder wie war das?)
Platz 6: Zampano (Zampano hat keine Haare mehr im Gesicht und hat auch sonst so einiges verloren…)

Entronnensein

„Heimat ist das Entronnensein.“ (Adorno)
Jule hat mich diesen Satz wissen lassen und er passt so unglaublich gut zu meinem Tag, dass ich ihn euch nicht vorenthalten will.
Ich lese gerade „Der Teufel von Mailand“ von Martin Suter und ähnlich wie die Hauptfigur hat sich meine Wahrnehmung in den letzten Tagen zu verändern begonnen. Zuerst unmerklich. Dann waren da feine Anzeichen. Ich rieche Dinge anders, sehe sie anders, fühle seltsames Zeug und irgenwie ist mir das ziemlich unheimlich. Vielleicht sollte ich nicht Suter lesen. Vielleicht ist es aber auch genau richtig, dass ich Suter lese. Lese den nämlich gern. Nun. Egal.
Meine Wahrnehmungsveränderung geht soweit, dass ich mir über nichts mehr sicher bin. Es ist ein schmaler Grat, auf dem ich mich bewege. Und heute hat mir eben dieser Tag eine Wunde zugefügt, die mir (verstärkt durch die seltsame Wahrnehmung) den Blick auf mich selbst versperrt und sich anfühlt, als würde sie auf einem Stuhl vor mir sitzen und ich sehe nicht an ihr vorbei oder über sie hinweg (ähnlich, wie wenn ein Riese vor einem im Kinos sitzt).

Vielleicht hilft Schlaf. Oder Alkohol. Oder beides. Oder nichts.
Hasenherz

Nachts im Büro

So, jetzt bin ich nudelfertig. Hab die ganze Nacht durchgearbeitet und nun haben wir Mittag und ich brauch einbisschen Schlaf. Wir sind mit unserem Projekt endlich online gegangen und abgesehen von ein paar Kleinigkeiten sieht es bis jetzt gut aus. Bin wahnsinnig froh!

Heute Nacht um 01 Uhr haben uns Andrea und Zoé mit Fruchtsalat und Salzgebäck überrascht, um mit uns den grossen Moment zu feiern. Das war wirklich sehr, sehr süss.

Ok. Sekundenschlaf überfällt mich. Nix wie weg hier!

Herzlich,
Hasenherz

Abzweigung

Wenn man sich ergibt, hat man dann automatisch auch verloren? Manchmal ist der Kopf wie eine lange gerade Strasse. Man schreitet voran, zügig, den Blick frohen Mutes vorwärts gerichtet und plötzlich taucht hinter einem Hügel eine Abzweigung auf. Schon von Weitem fragt man sich, welchen Weg man gehen sollte. Links? Rechts? Geradeaus? Halblinks? Viertelrechts? Man schaut verwundert die Karte an und entdeckt die Abzweigung darauf einfach nicht. Man ist verwirrt. Irgendwann dann steht man an der Kreuzung und fragt sich: Himmelarschundzwirn, wohin, wohin? Es tun sich Möglichkeiten auf. Kommt man, wenn man viertelrechts geht, in eine grosse, schillernde Stadt mit bösen Gangstern und schönen Frauen? Kommt man, wenn man halblinks geht, an einen blauen, friedlichen Weiher wo die Vögel singen? Kommt man, wenn man geradeaus geht, nach Hause? Kommt man, wenn man rechts geht, zur Höhle des verwunschenen Drachens? Kommt man, wenn man links geht, ins Paradies? (Oder viellecht doch eher zu Hölle, Verdammnis, Glut und Tod?) Da steht man nun. Und muss sich entscheiden. In einem Pseudo-Psycho-Artikel hab ich mal gelesen, dass die besten Entscheidungen immer die intuitiven sind. Je länger man überlegt, desto schlechter wird die Entscheidung. So gehe ich also ganz intuitiv nach rechts.

Ab morgen bin ich mal wieder drei Tage in Deutschland. Freue mich Hase und den Schönen zu sehen. Und ich freue mich zusammen mit Zoé diese Reise zu unternehmen. Aber am allermeisten freue ich mich am Sonntag Xanten zu sehen. Auch wenns nur von Weitem und auf der Bühne ist. Und dann – in weiter Ferne – liegt eine Begegnung mit Herrn Fischer. Und darauf freue ich mich mit kindlicher Vorfreude.

Herzlich,
Hasenherz

Es geht um Kunst!

Heute Abend kommen die Tschickens zu mir nach Hause und wir gucken hochintellektuelle Kunstvideos mit pornographischen Elementen. Und das, weil ElfElf eine Arbeit über die Kunst-Damen schreibt und wir natürlich ganz genau wissen wollen womit sie sich beschäftigt. Uns interessieren natürlich in Wahrheit nur die „pornographischen Elemente“ – ist ja klar. Aber es tut unserer Seele gut, dass wir das Ganze mit Kunst tarnen können.

Anstonsten verläuft mein Leben sehr ruhig. Nix is los, der Himmel ist blau, nächstes Wochenende ist Ostern und ich glaube an den Weihnachtsmann.

Schönen Abend!
Hasenherz

PS: Lese Caspar von Beate Rothmaier. Vanalia hat es mir empfohlen und bis jetzt fühlt es sich traurig aber gut an.

Des Teufels Advokat

Letzte Nacht hab ich geschlagene 13 Stunden geschlafen. Uff. Wie ohnmächtig. Denke mal, ich habe das gebraucht. Wahnsinn. So viel hab ich wohl seit Monaten nicht mehr geschlafen.
Dann hat mich der Gasableser-Mensch geweckt. *grummel* Aber er hat nur seinen Job gemacht. Gut, dass mir das klar war, sonst hätte ich ihn noch viel böser angeblickt.

Heute treff ich – nach langer, langer Zeit – endlich mal wieder Tom. Und ich freue mich sehr darauf. Er ist ja sowas wie mein persönlicher „Kopfwäscher“. Er legt innert kürzester Zeit das Innerste, den Kern frei. Er hält mir den Spiegel vor, macht mich auf meine Defizite aufmerksam. Und das tut gut. Weil er es mit viel Wärme tut. Er hat eine sehr schöne Art jemandem den Kopf zu waschen. Des Teufels Advokat – haben wir ihn immer liebevoll genannt. Ich freue mich sehr.

Bin noch ganz erschlagen von dem vielen Schlaf. Habe schwere Glieder und stehe mal etwas auf einem Bein. Vielleicht hilfts.
Hasenherz