Ein Mädchen, ein Hase, ein Kuss

Noch genau drei Seiten und dann habe ich „Weit fort“ von Cornelia Schleime zu Ende gelesen. Dieses Buch ist als Leseexemplar auf meinem Tisch gelandet und das Cover (es zeigt eines der Gemälde von Cornelia Schleime) hat mich sofort angesprochen. Weil ich gerade nichts zu lesen hatte, habe ich es im Zug zu lesen begonnen und wow. Das ist das wundervolle an meinem Beruf. Nach zwanzig, dreissig, fünfzig, hundertundachtundachtzig Büchern fällt einem plötzlich eines in die Hand von dem man reingarnichts erwartet, das sich dann aber vor einem auftut, wie wenn sich eine Blume in der Morgendämmerung öffnet. Cornelia Schleime beschreibt in eindringlicher, präziser und dichter Sprache eine (wohl sehr autobiografische) Geschichte, eine Geschichte von der Liebe, der grossen Liebe. Diese grosse Liebe macht sich aus dem Staub ohne einen Ton zu sagen, hüllt sich in Schweigen, antwortet nicht mehr. Das Loch, in das die Erzählerin stürzt, könnt ihr euch ausmalen. Ein tiefes, dunkles Loch und keine Erklärung, keine Erklärung. Lesen! (Wenn es jemand will, gebe ich gerne das Leseexemplar weiter.)

Auch die Bilder von Cornelia Schleime gefallen mir sehr (sie ist nämlich Malerin).

Bild von Cornelia Schleime

Dieses hier von ihr passt doch gut, nicht wahr? Es heisst „Ein Mädchen, ein Hase, ein Kuss“.

Herzlich,
Hasenherz

Hochzeitsreise zur Eigernordwand

Weihnachten. Bei mir ist bis gestern Abend keine klassische Weihnachtsstimmung aufgekommen. Obwohl mein Weihnachten in Köln sehr, sehr schön und sehr gemütlich war. Fantasmus und der Schöne sind die schönste Gesellschaft, die man sich wünschen kann – auch in dunkler Zeit. So sensibel, so feinfühlig, so umsorgend, so selbstverständlich. Und die Familienweihnacht gestern in Basel kam zuerst einem Kulturschock gleich. Als ich mich aber eingelassen habe, war es warm und weich. Mein Lieblingscousin hat mir dann auch versprochen, mir einen Heiratsantrag zu machen, zu gegebener Zeit. Meine Grossmutter hat natürlich allen erzählen müssen, wie er mich damals hat heiraten und die Hochzeitsreise die Eigernordwand hoch hat machen wollen. Süss, nicht?

Morgen gehts ab nach Nürnberg und da freu ich mich sehr darauf. Die Tschickens und ich im Märchenland. Was gibts Tolleres? Genau. Nichts. Ach, es ist schön Ferien zu haben!

Wünsche euch schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Hasenherz

PS: Hab im Zug von Zürich nach Köln „Das Nilpferd“ von Stephen Fry gelesen. Fantastisch! Und im Zug von Köln nach Basel „Liebe pur“ von Yael Hedaya. Präzise. Ein sehr präzises und von der Komposition her ein herausragendes Buch. Beide sehr zu empfehlen!

Pornographisches und Romantisches

Der Abend gestern war wirklich der Hammer. Wir haben ja diese „Kunst“-Videos von ElfElf gesehen. Und ElfElf hat gesagt, dass darin „pornographische Elemente“ vorkämen. Worauf sich alle Tschickens subito zu diesem Filmabend angemeldet haben. Und ich sage euch…. wirklich… also, „pornographische Elemente“ – das ist masslos untertrieben. Uff. Streckenweise blieb mir echt die Luft weg. Das Lustigste war aber, als Sepp um 11 Uhr stockbesoffen eingetrudelt ist und die masturbierenden Jungs auf dem Bildschirm angebrüllt hat, sie seien Schlappschwänze.

Morgen fahre ich nach Münster zur Weihnachtsfeier und ich freu mich darauf den Schönen und Hase zu sehen. Auch freue ich mich, zwei Nächte in einem Hotelzimmer zu verbringen. Denn Hotelzimmer haben sowas herrlich romantisches.

Herzlich,
Hasenherz

Tretet ein mit mir in den weissen Tag

„Venid conmigo al día blanco que se muere dando gritos de novia asesinada.“ (Pablo Neruda)
(Tretet ein mit mir in den weissen Tag, der da stirbt unter Schreien wie eine ermordete Braut.)

Gesicht

Neruda bringts immer mal wieder auf den Punkt. Schön, seine Gedichte, wirklich schön.

Wie ich prophezeit habe, hat mir Tom gestern den Spiegel vorgehalten und hat mein zweistündiges Jammern folgendermassen kommentiert:
„Du hast drei Möglichkeiten. 1. Du änderst Dich (schwer möglich). 2. Du leidest weiter (bedingt möglich). 3. Du suchst das Weite.“
Was soll man dazu sagen? Wo er recht hat, hat er recht.

Diese Tage, wo es kälter wird und man den Wintergeruch in der Nase hat, sich wohlig in die Winterjacke einwickelt, mit grossen Augen zum Himmel blickt und darauf wartet, dass endlich der erste Schnee fällt, ist es, als stürzte man von der Haut hinab in die Seele.

Um es mit Nerudas Worten auszudrücken: „Mi corazón se cierra como una flor nocturna.“

Schönen Nudeltag wünsch ich euch!
Hasenherz

Mir fehlen die Worte

Es ist kalt geworden. Unheimlich kalt. Wäk. Ich habe meine Daunenjacke hervorgekramt und friere immer noch. Und jetzt werde ich auch noch krank. Ist ja mal wieder typisch. Jetzt, wo ich doch ab morgen Ferien hab.

Heute ist mir nach Worten. Und ich suche und suche und finde die richtigen Worte nicht. Sie sind einfach nicht da. Weder die Grossen noch die Kleinen. Es sind keine da und ich bin zum Schweigen verdammt. Kann mir mal jemand seine Worte leihen? Egal was für welche. Völlig egal.

Vielen Dank!
Hasenherz

An der Zeit aufzuräumen

Unsere Shops sind gerade down. Das heisst ich habe mal eben fünf Minuten und nutze die natürlich sofort. Heute konnte ich mich mit Geschenkpapier und Geschenkkarten rumplagen und – ehrlich gesagt – gehts mir ziemlich auf die Nerven. Ich als latent ungeduldiger Mensch kann es nicht ab, wenns nicht funktioniert. Da hab ich einfach mal meinen Bürotisch aufgeräumt und das tat gut. Hey, man sieht mich jetzt wieder, wenn man zu mir ins Büro kommt! Das ist doch was.

Heute habe ich Dramaqueen zufälligerweise getroffen. Und das hat mir vor Augen geführt, dass ich schon lange nicht mehr in meiner alten Buchhandlung war und schon sehr lange sehr viele Menschen nicht mehr gesehen habe und irgendwie ist es langsam aber sicher an der Zeit.

Bald, bald habe ich Ferien und ich freu mich sehr darauf. Nur noch ne Woche und dann werde ich mal wieder sehr lange schlafen und mein Zimmer auf Vordermann bringen und lange Briefe schreiben und am See spazieren gehen und ausatmen und ausatmen und durchatmen und einatmen und ausatmen und durchatmen…

Den Atem anhaltend,
Hasenherz

In den Farbtopf gefallen

Heute scheine ich in einen Farbtopf gefallen zu sein. In der S-Bahn viel mir auf, dass ich einer bunten Kindergartenzeichnung ähnle. Hab einen knutsch-grünen Pulli an, drunter ein lila-blaues Shirt, königsblaue Turnschuhe, eine türkis Tasche und türkis Ohrringe. Fehlt nur noch, dass ich mir die Lippen rot anmalte. (Mach ich vielleicht noch.) Ich musste lachen und irgendwie (auch wenns wirklich etwas doof aussieht) gefällts mir. Dazu kam, dass – ich grinste gerade ganz blöd in mich hinein – mich ein maximal 20jähriger ansprach und unbedingt meine Telefonnummer haben wollte. Ich hab ihn ausgelacht. Ich weiss, fies. Nur: Hallooo?! Hat der ne Meise?

Heute ist mal wieder die Hölle los bei der Arbeit. Ich hab seit Tagen Kopfschmerzen und arbeite sehr intensiv an diesem Projekt. Und obwohl ich Kopfschmerzen habe und viel arbeite, macht mir diese Projekt Spass. Ich lerne unheimlich viel – gestern brachte mir Flatscreen-Lars was über Datenbanken bei – und ich finde diese Spannung (klappts, klappts nicht) sehr aufregend. Gut, jetzt muss ich weitertesten (ob die Bestellbestätigungen jetzt richtig kommen).

Auf bald!
Hasenherz

Eine Reißzwecke im Mohnblumenfeld

Gestern hab ich im Scrabble gewonnen! Und das gegen meinen Angst-Gegner Wurmbrand. Und zwar mit den wundervollen Wörtern „Reißzwecke“, „Heidschnuckenherde“ und „Mohnblumenfeld“. Odersoähnlich.

Heidschnucke

Das ist ein Bild von einer Heidschnucke. Lustiges Tierchen, nicht wahr?

Mein Bürogschpändli Christina ist zurück aus dem Urlaub und das freut mich ungemein. Bin richtig glücklich. Endlich muss ich mich nicht mehr um den ganzen Kooperationen-Marketing-Mist kümmern.

Heute ist ein blöder Tag. Ein Angst-Tag. Dafür, das das heute dieser Tag ist, fühl ich mich eigentlich einigermassen gut. Das lässt hoffen.

Liebe Grüsse,
Hasenherz

piep, piep, piep, hab euch lieb

Gestern war ich mal wieder in der Buchhandlung in der ich bis vor drei Monaten gearbeitet habe. Es war der Abschiedsapéro von Haisuli. Es war seltsam wiedermal da zu sein. Seltsam und wunderbar. Ach, so schöne und lustige Menschen sind das, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Habe einbisschen Heimweh. Tin hat mich wie immer zwinkernd angeplafft und Immanuel war wie immer herrlich charmant und Dramaqueen war wie immer zärtlich und Nic war wie immer nah und witzig und Michelle war wie immer zebramässig cool und Sam war wie immer herzlich streng und Aschure war wie immer eine Sirupseele und Raufi war wie immer schön und anrüchig und, und, und.

Vermisse euch!
Hasenherz

Alkmenes „ach!“

Ach. Heute ist so ein „Ach“-Tag. Ein Amphitryon-Schluss-Ach Tag. Alkmenes letzte Äusserung ist wohl ein Ausdruck beredter Sprachlosigkeit, nicht wahr?

Wir haben von einem Verlag Wahrsagerkarten erhalten. Da hab ich mal gefragt, wie denn mein morgiger Tag werden wird. Promt habe ich die Sonne gezogen. Zumindest in Bezug auf dieses fast schon biblisch bedrohliche „Sommer“-Wetter ist das ja gut. Die Sonne bedeutet, dass mir Glück erstrahlt, Leben und Wohlergehen.

Dann also bis morgen!
Hasenherz