Schlimmer als bei Bukowski

Oh, mein Gott, bin ich müde heute. Es ist zum verzweifeln. Gestern abend waren die Tschiks bei Angi-Peter eingeladen. Die Biondas haben mal wieder wunderbar gekocht und Sepp hat tonnenweise Wein angeschleppt. Dementsprechend fühl ich mich heute. Die Tschiks sind manchmal herrlich lustig. Da geht es schlimmer zu und her als bei Bukowski. Details werden aber keine verraten.

Heute morgen im Zug hab ich mit Mühe und Not die Augen offen halten können. Lesen tu ich gerade ein ungewöhnlich leichtes, stimmiges Buch. „Die letzte Liebe des Monsieur Armand“
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/typhoonartikel/ID14571851.html;jsessionid=fdc-ej2tl0uo6b2.fdc61

Kater-Grüsse,
Hasenherz

Er kann nicht schlafen!

Heute morgen in der S-Bahn: Ein älterer Herr wankt in mein Abteil, sieht ziemlich ausgemergelt aus, nicht krank, nur sehr dünn, hat ein altes, weisses T-Shirt an und kurze Hosen. Bei sich trägt er eine grosse Jutetasche, gefüllt mit Zeitungen. Murmelnd breitet er sich auf der Bank gegenüber aus. Steht dann auf, nimmt seine Jutetasche und geht nach vorne zur Zeitungsabfallbox. Er räumt fein säuberlich alle Zeitungen aus der Jutetasche in die Box. Nachdem er fertig ist, hat keine einzige Zeitung – nicht mal die klitzekleinste Pendlerzeitung – mehr platz. Ich denke mir: Tolle Art sein Altpapier zu entsorgen! Muss ich mir merken!
Der Herr kommt zurück, packt eine Flasche Bier (eine grosse) aus und trinkt, als gäbe es kein Morgen. Innerhalb von fünf Minuten ist die Flasche leer und wir kommen an der nächsten Station an. Promt steigt der Herr aus.
Ist es nicht schön zu pendeln! Man begegnet doch immer wieder netten Artgenossen!

Habe jetzt immer Ohrstöpsel dabei, damit ich all die telefonierenden Tschicks ausblenden kann. Gestern: „Nein, im Fall ohne Scheiss! Er kann nicht mehr zwischen Tag und Nacht unterscheiden! In der Nacht kann er nicht schlafen!“ Tja. Mit Ohrstöpsel wärs anders gewesen. Nämlich so: „—————“ Himmlisch ruhig.

Herzlich,
Hasenherz

Eine Antwort auf alle Fragen

Cover von Abschiedsgeschenk

Gerade lese ich „Abschiedsgeschenk – Roman in drei Sätzen“ von Vladimir Tasic. Ein echt tolles und sehr witziges Buch. Ein Buch, in das man sich reinsaugen lassen kann, das einen mitnimmt in eine helle und doch düstere, lustige und doch traurige Welt. Geschrieben in einer ausgesprochen schönen Sprache, so schön, dass man während der Lektüre das Buch immer wieder sinken lässt, die Augen auf den Horizont geheftet und denkt: „Endlich. Endlich mal wieder!“
http://www.buch.ch/shop/home/typhoonartikel/ID14274620.html;jsessionid=fdc-h7qpg8ceem1.fdc31

Und nach der Lektüre dieses wunderbaren Romans braucht man unbedingt „Das kleine Buch der Antworten“. Denn was wären Fragen ohne Antworten?
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/typhoonartikel/ID2876843.html;jsessionid=fdc-h7qpg8ceem1.fdc31
Auf meine Frage, ob es heute noch zu regnen aufhören wird, sagt das Buch: „Es wird Dinge mit Sicherheit interessant machen.“ Tja, was soll man da sagen? Eine gute Antwort!

Herzlich,
Hasenherz

Der Besuch der alten Dame

Lia und Tin

Gestern hatten wir Teamsitzung. Diese hat damit geendet, dass wir 7 Flaschen Wein getrunken und so ausgesehen haben (siehe Bild oben). Das Bild zeigt übrigens Lia und Tin, die sich gerade darüber streiten, wer schlüpfriger zu alten Damen ist.

Zwerg hat uns dann auch noch aufgeklärt, wie das genau war mit dem Bürgermeister (Landammä) im „Besuch der alten Dame“. War sehr erhellend. Leider weiss ich es nicht mehr so genau – ihr müsst also Zwerg selber fragen.

Herzlich,
Hasenherz

Mein Freund – das andere Ich

Bei www.last.fm – meinem Lieblingsmusiktool – habe ich nun einen neuen Freund. Er heisst blindmaniac und hat den selben Musikgeschmack (ähnlich chaotisch wie meiner). Das ist der Stoff woraus last.fm-Freundschaften sind. Auf jeden Fall hab ich mir da Gedanken zu Freundschaft gemacht. Ist es nicht seltsam Freunde zu haben? Was genau ist Freundschaft? Woraus besteht sie? Cicero sagt: „Ein Freund ist gleichsam ein anderes Ich.“ Und wer lebte nicht gern mehr als ein Leben und besässe nicht gern mehr als ein Ich? Oder zumindest ein Abbild von einem anderen Leben oder anderen Ich. Ist es nicht so, dass wir am Leben unserer Freunde in irgend einer Weise teilhaben und sie an unseren Leben teilhaben lassen? Ist ein wahrer Freund einer, der uns viel mehr unsere eigenen Fehler verrät, als dass er uns seine Fehler verraten würde?
Doch lassen wir andere sprechen:
„Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte.“ (Irisches Sprichwort)
„Freundschaft, das ist wie Heimat.“ (Kurt Tucholsky)

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Grüsse euch, liebe Freunde!
Hasenherz

Schlußstück

Auch deine Schönheit ist unter Steinen begraben, lieber Tag! Gut. Darauf achte ich nun nicht mehr. All die Widerlichkeiten können mir gestohlen bleiben. Heute ist Valentinstag – auch so eine lächerliche Erfindung irgendwelcher herz- und hirnkranker Menschen – und drum hier ein Bild, das meine schlechte Laune überdecken soll: (Das Bild ist übrigens von Brigitta Lopez – einer ausgesprochen tollen Künstlerin.)
http://www.brigitta-garcia-lopez.com

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Voilà! Und nun das Schlussstück:

Der Tod ist groß
Wir sind die Seinen,
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns.
(Rainer Maria Rilke)

Irrsinnig,
Hasenherz

Reisen im Kopf

Hallo ihr lieben Büchernarren!

Als ich die Lehre als Buchhändlerin gemacht habe, sagte mir ein Verleger: „Geh hin und lies. Rauche, trinke und lies!“ Diesen Rat hab ich mir zu Herzen genommen und hab die Reisen im Kopf angetreten. Hierüber will ich berichten.

„Hauptsache, ich komme irgendwo hin“, sagte Alice.
„Das wirst du sicher, wenn du lange genug gehst“, sagte die Katze. (Lewis Carroll „Alice im Wunderland“)

Gerade lese ich „Deutschlandreise“ von Roger Willemsen.  http://www.buch.ch/shop/home/schnellsuche/buch/?fq=3-596-50959-9&fc=BUCH Und mir gefällt diese Stelle besonders: „Die wahre Anziehung eines Menschen kommt vermutlich aus seinem unerfüllten Leben, sie tritt aus der Stelle aus, an der der Mangel entsteht. Aber manchmal erdrückt der Mangel alles, und so wie es möglich ist, durch Angst die Sexualität eines Menschen völlig zu zerstören, so kann, was fehlt, all das zunichte machen, was nicht fehlt.“
Schön, nicht wahr? Und so wahr! Was meint ihr?

Worte, Bücher, Sätze bedeuten die Welt und den Tod. Glück liegt nicht im Grossen. Es liegt im Kleinen. Im Sonnenaufgang und im geschriebenen Wort. Glück ist keinem Erdbeben gleich. Wohl eher einer Muskelzuckung.

In diesem Sinne, von Herzen,
Hasenherz