Lumpenhund

Sonntag und ich muss arbeiten. Werde zusammen mit Michelle (unserer grandiosen Azubi) den Büchertisch im Theater am Neumarkt für die Buchvernissage von Hansjörg Schneider machen. Sein neues Buch heisst „Hunkeler und der Fall Livius“ und der Benedikt Scherer vom Tages-Anzeiger sagt dazu: „Kaum ist ein Mörder gestellt, so wünscht man sich schon den nächsten Lumpenhund herbei. Ein klares Suchtsymptom!“
http://www.buch.ch/shop/home/typhoonartikel/ID14249746.html;jsessionid=fdc-fshxw96bfb1.fdc41
Ja, ja, da kann man nur hoffen, dass das ein spannender Nachmittag wird.

Grüsse euch herzlich, ihr Lumpenhunde!
Hasenherz

Wild Nights! Wild Nights!

So. So. Ihr habt noch immer nicht die Wettbewerbsfrage gelöst… Hier kommt ein weiterer Hinweis: Die Dame auf dem Foto ist eine amerikanische Lyrikerin. Hier ein Gedicht von ihr:

Wild Nights! – Wild Nights!

Wild nights – wild nights!
Were I with thee
Wild nights should be
Our luxury!

Futile the winds
To a heart in port –
Done with the compass,
Done with the chart!

Rowing in Eden –
Ah, the sea!
Might I moor
Tonight in thee!

Na? Wer weiss es?

Meine Grippe verzieht sich langsam… Uff. Das war hart.
Tatah!
Hasenherz

LippeSippeHippeTippeGrippe

So eine Grippe ist schon was abscheuliches! Da seucht man tagein, tagaus zu Hause rum und nach spätestens zwei Tagen fällt einem die Decke auf den Kopf. Dann – weil man es zu Hause nicht mehr aushält und die ganze DVD-Sammlung zweimal durchgeguckt hat – geht man wieder ins Geschäft und dort sagen einem alle, dass man Scheisse aussieht und schnell wieder nach Hause soll. Man wischt sich den Schweiss von der Stirn und schleppt sich durch die Arbeit, die sich natürlich meterhoch aufgetürmt hat und verflucht den eigenen Optimismus. Tja. Und dann geht man wieder nach Hause. Ich werde also wieder nach Hause gehen und mich ins Bett schmeissen und mich zu Tode langweilen und Tee trinken und vor mich hinfluchen und warten und warten und warten… Wenigstens hab ich Wurmbrand angesteckt, der bald auch zu Hause bleiben muss mit neuer Brille und dann hab ich wenigstens Gesellschaft. Ha!

Geniesst das schöne Wetter und bleibt gesund!
Hasenherz

Hesse wird gemobbt!

Es ist ja so, dass etliche Zitate-Lexikas Hermann Hesse völlig ignorieren. Obwohl seine Gedichte und Aussprüche wie geschaffen wären für Lexikas. Zum Beispiel im „Lexikon der Sprichwörter & Zitate“ vom Harenberg Verlag kommt Hesse überhaupt nicht vor. Ohne ein Sterbenswörtchen wird er einfach weggelassen. Einerseits könnte dies ein rechtliches Problem sein. Andererseits ist es vielleicht so, dass sobald wir älter sind als 18 schämen wir uns unserer Hesse-Liebe (und ich bin überzeugt, dass jeder der Hesse als Teenager gelesen hat, diese Hesse-Liebe empfunden hat). Wir verachten dann also als Erwachsene den umtriebigen Poeten. Nur warum? Weil er allzu bildhaft schreibt? Ist Hermann Hesse zu plakativ? Sozusagen die SVP unter den Poeten? Zu wenig differenziert? Oder schämen wir uns einfach unserer rosa Teenager-Brille? Wie auch immer, hier mein Hesse-Lieblingsgedicht für das ich mich nicht schäme:

Doch heimlich dürsten wir …

Anmutig, geistig, arabeskenzart
Scheint unser Leben sich wie das von Feen
In sanften Tänzen um das Nichts zu drehen,
Dem wir geopfert Sein und Gegenwart.

Schönheit der Träume, holde Spielerei,
So hingehaucht, so reinlich abgestimmt,
Tief unter deiner heiteren Fläche glimmt
Sehnsucht nach Nacht, nach Blut, nach Barbarei.

Im Leeren dreht sich , ohne Zwang und Not,
Frei unser Leben, stets zum Spiel bereit,
Doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit,
Nach Zeugung und Geburt, nach Leid und Tod.
(Hermann Hesse)

Dürstend,
Hasenherz

Wettbewerb

Etwas verkatert sitze ich hier, es ist 15.00 Uhr Nachmittags und ich bin soeben erst aufgestanden. Um 6 bin ich ins Bett gekommen und jetzt, tja, jetzt hab ich einen Jetlag.

Hier noch ein Wettbewerb (damit es euch auch nicht langweilig wird aufs Wochenende). Um welche Künstlerin handelt es sich?

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Wer weiss es? Es winken tolle Preise! (hihi) Viel Glück und schönen Samstag,
Hasenherz

Abziehbildchen

Oh, mein Gott, bin ich müde! Die Lesung gestern war gut, hat aber bis 23.30 Uhr gedauert und jetzt könnte ich umkippen vor Müdigkeit. Dazu hab ich noch schlechte Laune, die sich nach und nach zu einem richtigen schlechte-Laune-Monster mausert. Zeit für Wochenende!

Immanuel sagt, dass die Abbildung, das Bild der Wirklichkeit keine Ähnlichkeit mit dem realen Leben hat und ich meine, dass wir genau dieses Bild, dieses Abziehbildchen des realen Leben brauchen um überleben zu können. Und ich meine auch, dass je offener wir mit dem Abziehbildchen umgehen, desto glücklicher werden wir und je mehr wir versuchen es zu verstecken, desto schlechter geht es uns. Immanuel gibt mir Recht. Und ich bewundere seinen klaren und offenen Umgang.

Werde mich jetzt also in mein Luftschloss verziehen, in dem es keine schlechte Laune gibt und wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Hasenherz

Qualvoll glücklich

Heute abend ist bei uns in der Buchhandlung Swetlana Geier zu Gast und liest aus „Ein grüner Junge“ von Fjodor Dostojewskij. Swetlana Geier ist eine grandiose Übersetzerin aus dem Russischen und ich mag vor allem das von ihr neu übersetzte Buch des Nobelpreisträgers Iwan Bunin „Ein unbekannter Freund“.
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/schnellsuche/any/;jsessionid=fdc-t1gfv2t16e2.fdc11?fq=3-908777-01-1&fc=ANY

»… habe zufällig Ihr Buch gekauft und las ununterbrochen auf der Rückfahrt zur Villa … und ich las, las und fühlte mich, ich weiß nicht, warum, fast qualvoll glücklich.«
(Aus: Iwan Bunin „Ein unbekannter Freund“)

Herzlich,
Hasenherz

Schlußstück

Auch deine Schönheit ist unter Steinen begraben, lieber Tag! Gut. Darauf achte ich nun nicht mehr. All die Widerlichkeiten können mir gestohlen bleiben. Heute ist Valentinstag – auch so eine lächerliche Erfindung irgendwelcher herz- und hirnkranker Menschen – und drum hier ein Bild, das meine schlechte Laune überdecken soll: (Das Bild ist übrigens von Brigitta Lopez – einer ausgesprochen tollen Künstlerin.)
http://www.brigitta-garcia-lopez.com

valentin.jpg

Voilà! Und nun das Schlussstück:

Der Tod ist groß
Wir sind die Seinen,
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns.
(Rainer Maria Rilke)

Irrsinnig,
Hasenherz

lange nicht gesehen worden

Edward Gorey

rote Katzenhaare in meiner Suppe
und schwarze die sind von dir
ja du bist lange nicht gesehen worden
es kommt zuweilen jemand vorbei
und flüstert zaghaft deinen Namen
dem teile ich kaltblütig mit
ich habe ihn gefressen mit Haut und allem
mein Herz ist eine Mördergrube
(Helga M. Novak)

Die Aufregung des Morgens hat sich verzogen und darunter wird die graue, blank polierte, glänzende Grausamkeit sichtbar, die mich heute begleiten wird und mein Herz umklammert hält einem Schraubstock gleich. Es ist als ob immer und immer und immer hinter den Dampfschwaden der Freude die Grausamkeit hervorschauen wird, weil sie der Boden ist auf dem wir immer und immer und immer versuchen werden Halt zu finden und niemals und niemals und niemals wird es uns gelingen.

Oh, ja, mein Herz ist eine Mördergrube.
Und Dienstage sind blöd.

Hasenherz

It’s just another manic Monday

„So wilde Freude nimmt ein wildes Ende
Und stirbt im höchsten Sieg, wie Feur und Pulver
Im Kusse sich verzehrt.“ (Romeo & Julia)

Ja, es stimmt schon, ich lese mal wieder „Edward“ (Biss zur Mittagsstunde). Sehe aus dem Fenster und ein Kind – den Regenschirm in der Hand umklammert – springt wild in einer kniehohen Pfütze herum.  Die Mutter steht daneben und schaut geistesabwesend und mit leerem Blick zu.

Dieser Montag ist ein Montag wie immer. Alles geht schief, ich fluche leise vor mich hin und warte darauf, dass es Abend wird.

„Die Menschen werden geboren, die Menschen sterben, und die Zeit dazwischen verbringen sie mit dem Tragen von Digitaluhren.“ (Douglas Adams)

Herzlich,
Hasenherz