Mein neues Leben als Hippie

Hippie

Zurück von der Buchmesse, zurück im wirklichen Leben. Die Messe war – wie soll ich sagen – streng. Anfangs hatte ich einen Kulturschock. Gefangen in diesem momentanen Projekt, wo ich mich mit Templates und Funktionen rumschlage, stand ich also letzten Mittwoch in Frankfurt und fühlte mich wie ein Engerling, der seit zehn Jahren das erste Mal die Sonne sieht. Und dann all diese Menschen! Krass.
Schlussendlich wurde es aber gut und ich bekam ein paar Bücher geschenkt. Unter anderem ein sehr schönes: Fünf Tage im Juli von Franz Xaver Karl (»Die Julisonne stand wie ein riesiger Schmerz am Himmel.«). Es ist im kleinen Blumenbar Verlag erschienen, der sehr schöne und tolle Bücher macht. Ich freue mich es zu lesen.

Ausserdem war ich noch an der Gerade-sehr-weit-oben-sein-Feier von Fantasmus. War lustig und schön und ich fand es spannend all seine Menschen kennenzulernen. Habe mit Hase Walzer getanzt (mehr schlecht als recht) und Wouter hat mir erklärt, wie das so geht, wenn man ein echter Hippie sein möchte. Ja, ihr habt richtig gehört. Ich bin jetzt Hippie. Als Hippie ist das Leben nämlich einiges einfacher. Lektüre zum Thema: Hippigschpängschtli

Auf bald,
Hasenherz

Zwischen zwei Buchdeckeln

Flatscreen-Lars hat mir ein Zitat von Andreas Altmann geschickt, das ich sehr schön finde: „Zwischen zwei Buchdeckeln darf ich schreien und fassungslos sein.“
Wie wahr. Für mich gilt zurzeit: Zwischen zwei Buchdeckeln darf ich aufhören Ich zu sein. Zwischen zwei Buchdeckeln darf ich loslassen, darf ich leben, darf ich atmen, darf ich lieben.

Morgen gehts an die Buchmesse und ehrlich gesagt, hab ich überhaupt keine Lust zu gehen. Das liegt nicht an der Buchmesse. An die Buchmesse würde ich theoretisch sehr gerne gehen. Nur möchte ich eigentlich mal zwei Tage hintereinander frei haben. Und nicht jetzt, nach dem ganzen Stress, noch an der Messe rumrennen und tausend Menschen die Pfötchen schütteln. (Man kann es sich wohl nicht immer aussuchen, nicht wahr?)

Die Tschickens haben für mich gekocht (weil ich ja so viel arbeite). Jeden Tag gibts ein anderes Gericht. Heute gabs Zürigschnätselts. Sehr fein! Die Tschickens sind einfach wunderbar! Schön, solche Freunde zu haben. Was ich für ein Glück habe, man glaubt es kaum.

Danke.
Hasenherz

Hasenherz Pharma macht euch alle gesund!

Heute kämpfe ich mit verschwundenen Seitennavigationen, meinen Kopfschmerzen und akuter Arbeitsüberlastung. Zum Glück gibts Fantasmus, der mir die perfekte Medizin empfehlen konnte. Partythotal forte von Hasenherz Pharma. Anwendungsgebiete: Akute Arbeitsüberlastung bei Sabine, Erholungsinsuffizienz, Bockfrust. Wirkstoff: Gute Freunde (100%). Mindestens haltbar bis zum nächsten Morgen. Ich grinse gerade sehr in mich hinein. Und das tut gut.

Da ich gestern Abend noch etwas – so ganz zum Spass – gearbeitet habe, werde ich mir heute früh (!) Feierabend gönnen und das Buch fertig lesen, das ich gerade lesen. Es heisst „Brief an D.“ und der Autor ist André Gorz. Er schreibt da über seine grosse Liebe und fragt sich, warum diese in seinen früheren Werken so gar nicht vorgekommen ist. Aus Scham vielleicht? Gorz sagt: „Meine Liebe zu Dir liebt mich nicht.“ Interessanter Ansatz.

Viele Grüsse,
Hasenherz

Zeit für (…)

Zurzeit ertrinke ich fast in Arbeit. Alles stapelt sich, alles ist akut und dringend und ich weiss bald nicht mehr wo mir der Kopf steht. Das macht unzufrieden und langsam macht sich ein Gefühl von Frustration breit, da ich gut sein möchte und mein Perfektionismus lässt mich sonntags und abends und auch nachts im Traum arbeiten. Hinzu kommt, dass ich noch für Chéries Hochzeit Sachen machen möchte, die langsam aber sicher nicht mehr aufgeschoben werden können. So kommt es, wie es immer kommt: alles mache ich in letzter Sekunde und fühle hinter mir den Luftsog der Eisenbahn von deren Geleise ich mich gerade noch wegretten konnte. Dabei vergesse ich Dinge, die ich eigentlich nicht vergessen möchte. Dinge, die mir wichtig sind. Nämlich mich auf Menschen und Ereignisse zu konzentrieren, die mir wichtig sind. Wie eben Chéries Hochzeit. Oder Geburtstage. Oder einfach nur da sitzen und meinen Lieben zuhören. Zeit haben. Zeit nehmen. Für mich sein. Schlafen. Den Geruch von sonnengetränktem Beton nach einem Regenguss in mich aufsaugen. Briefe an Freunde schreiben. Überhaupt schreiben. Wissen – ohne nachzudenken – welcher Wochentag ist. Abends joggen im halbdunklen Park. Lesen. Mir grüne Augen vorstellen und diese dann malen. Vor Lachen vom Bett fallen. Lieben. Auf einer Wiese liegen und dem fernen Strassenverkehr lauschen. Geschenke machen. Einen Kuchen backen. Meine Fingernägel rot anmalen. Meine Lieblingsstelle in meinem Lieblingsbuch auswendig lernen. Auf einem Bein stehen. Sinnen. Jonglieren. Für Amnesty Briefe schreiben. Meine Bücher nach Farbe sortieren. Endlich wieder Theater spielen. Gemütlich Kaffee trinken. Am Hauptbahnhof Menschen beobachten. In unserer Küche am Küchentisch sitzen und ins Leere starren. Blog-Beiträge schreiben. Nachts im Zürichsee baden. (Liste ist beliebig fortzusetzen.)
Und in dieser hektischen Zeit gibt es ein paar Menschen, die stark sind und präsent und die zu mir durchdringen – vielleicht zufällig, vielleicht auch nicht – und das hilft. Allen anderen möchte ich sagen: habt Geduld. Bald bin ich wieder bei euch.

Winkend,
Hasenherz

Komm, wir lehnen uns gegen den Wind

Zurück aus Münster. Den Kopf voll mit neuen, wohlgewählten Worten. Heute bin ich zweimal fast gestorben. Einmal auf dem Flug zurück nach Zürich und einmal beim Mittagessen – es war unheimlich kalt in Münster. Etwa 10 Grad und windig. Und ich hab draussen gesessen.

Dann wurde ich noch auf ein neues Buch aufmerksam gemacht:
Halbnackte Bauarbeiter

Die Fantastischen Vier sagen was ganz fantastisch Schönes:

Doch wir mieden den Sturm, liegen daheim.
Wir alle bauen diesen Turm, schließen uns ein,
um sicher zu gehen bleibt jeder allein
und mit Sicherheit gehen wir genau daran ein.

Komm, wir lehnen uns wieder gegen den Wind
und wir erleben den Regen, dessen Wege es sind,
wenn wir schicksalsergeben uns im Tal begegnen
um Tränen zu zählen, im Rinnsal des Lebens.

Einen schönen 1. August wünsch ich euch!
Hasenherz

Leicht und fatalistisch

Habe Muskelkater. Auch im Kopf. Vielleicht hab ich wirklich zuviel nachgedacht? Vielleicht sollte ich mich von meiner Neigung es der Eisprinzessin nachzumachen und viiiiiiiiel nachdenken, verabschieden und mal einwenig an der Stange tanzen? Wär doch was!

Hab ein aussergewöhnlich gutes Buch gelesen. „Die Hunde und die Wölfe“ von Irène Némirovsky. Schön zu lesen. Wunderbar leicht literarisch, mutig, einfühlsam, tief, streichelnd. Für alle, die sich in ihrem leisen Fatalismus bestärkt fühlen möchten.

Viele Grüsse,
Hasenherz

PS: Hier noch ein lustiges Bild (ein Muskelkater-Vergess-Bild):

Zwei Hasen

Bye, bye, Harry!

Heute ist grosser Harry Potter Day. Weil am Samstag erscheint die englische Ausgabe des siebten Bandes und die Welt steht Kopf. Harry Potter (so gern ich ihn auch mag) geht mir diese Tage gewaltig auf den Keks. Er quängelt, nörgelt, will Raum und Zeit für sich beanspruchen und fühlt sich unheimlich cool dabei. Als Ausgleich hab ich ihm jetzt nen Schnauz gemalt (sozusagen für die Psycho-Hygiene).

Harry mit Schnauz

Bye, bye, Harry, bald gibts dich nicht mehr!

:-),
Hasenherz

Projekt Potter und Hesse für Intellektuelle

Guten Morgen, liebe „Tod-durch-Bücher“-Leser! Exakt zu dem Zeitpunkt, als ich zu Hoffen begann, dass das „Projekt“ Harry Potter wie durch ein Wunder an mir vorbeigehen würde, traf mich der Lichtstrahl und mir wurde verkündet, dass ich hier in der neuen Buchhandlung die Oberhoheit über das Projekt haben werde. („Projekt“ ist übrigens ne gute Bezeichnung, denn mehr als ein „Projekt“ ist es noch nicht.) Auch dieser Kelch wird wohl nicht an mir vorüberziehen…

Dafür habe ich heute im Zug „Die Verwirrungen des Zöglings Törless“ zu Ende gelesen und es hat mir wirklich sehr gut gefallen.
http://www.buch.ch/shop/home/typhoonartikel/ID2856233.html;jsessionid=fdc-eehjbx0bex4.fdc11
Mir wurde gesagt, dass Musil „Hesse für Intellektuelle“ sei. Dazu sage ich nichts, ihr könnt mir ja mitteilen, was ihr von dem zweifelhaften Prädikat haltet.

So, dann werde ich mich mal um den Potter kümmern. *grummel*

Herzlich,
Hasenherz

Schnieke

Berlin ist schön. Berlin macht Laune. Berlin ist echt schnieke. Berlin fühlt sich wie Heimat an. Wir waren im Biergarten. Haben viel, schön viel Bier getrunken. Haben nette Menschen kennengelernt und Sepp hat uns ihr Lieblingskaffee gezeigt. Es fühlt sich an, als ob wir schon drei Wochen hier sind und nicht erst zwei Tage. Heute sind wir etwas schlecht gelaunt und haben uns in ne Buchhandlung verzogen und uns Bücher gekauft mit Titeln wie „Und nichts an mir ist freundlich“ oder „Als gäbe es mich nicht“. Das tut gut und hilft. Heute Abend gehen wir in die Weinerei und trinken uns durch alle Weinsorten der Welt. Sogehtdas.

Herzliche Grüsse,
Hasenherz

Der Falter

Wenn der Falter fliegt,
Denkt er dann,
Sobald das Licht ihn trifft,
An Untergang?
Oder fühlt er nur neuen Lebensmut?
Durchs Licht
Die Liebe
Und stürzt sich freudig in die Glut?
Wenn der Falter glüht,
Ist er dann
Seinem Traum ganz nah
Oder ist ihm bang?
Verflucht er seine Leidenschaft
Und stemmt die Flügel gegens Licht
mit allerletzter Kraft?

Wenn der Falter stirbt,
Fühlt er dann
Seines Herzens letzten Schlag
Und weiß er dann
Daß dieses Licht ihn mit Unendlichkeit belohnt,
Daß mit dem Licht sich sein ganzes Leben gelohnt?
(Isabel Tuengerthal)