Der Wind des Wandels, der durch böhmische Dörfer weht

Böhmisches Dorf?

Böhmisches Dorf?

Man sollte wissen, worin der Unterschied liegt. Der Unterschied zwischen wachen und lesen. Zwischen schlafen und träumen. Zwischen leben und überlebt zu haben. Dies sind harte Tage. Aber auch gute. Es gibt sie immer, die Kehrseite. Da steht ein böhmisches Dorf mit farbigen Häusern und Eingängen und Ausgängen und einer Strasse, beabsichtigt unspektakulär grau gehalten. Und tritt man dann hinter die Häuser, hinter die Kulisse, dann ist da blosses Holz und Metall und vielleicht liegt da eine Coladose, verloren, hingeworfen. Man sieht den Hund, der an der verbarrikadierten Nicht-Hintertür schnüffelt und dann desinteressiert von Dannen zieht. Man sollte wissen, worin der Unterschied liegt. Und manchmal ist hinter den Kulissen das wahre Leben.

Heute sass ich im McClean (was für ein grandios doofer Name)  im Hauptbahnhof am Schminktisch und sah den Mädchen zu, wie sie sich anmalten (denn auch ich malte mich an) und sich die Haare machten und über all die Hinter-Kulissen-Dinge redeten. Es war ein grandioses Bild. So ein Bild, das man nie verlieren, so eins, wo man ewig drin sitzen möchte und lauschen. Ich stellte mir vor, wie all die Mädchen raus gehen, an ihre jeweilig lächerlichen Bestimmungsorte, wie sie lachen und den Kopf schief legen und die Hüften im Rhythmus bewegen und dachte: Ja. Ja. Ja. So war das also damals und so ist das heute. Und jetzt, wo ich zu Hause bin und meine Aufmerksamkeit leider nicht bis nach zwei Uhr nachts gereicht hat, weil es eine harte Zeit ist, frage ich mich, wann sich meine Hüften im Rhythmus bewegen und wann ich den Kopf schief lege und wann ich meine Augen schliesse, in Erwartung eines Kusses. Man weiss es nie. Und dennoch: Ich habe mich in den letzten zwei Monaten so sehr verändert, dass ich Menschen begegne, die mich nicht wiedererkennen. Ich gehe auf sie zu und sage: Hallo! Und sie sehen mich konsterniert an und sagen: Hallo, ich bin Katja. Und ich überlege kurz, ob ich den Sachverhalt aufklären soll, bin dann aber zu müde und tue so, als wäre dies unsere erste Begegnung. Seltsam. Aber auch gut. Gut, bin ich nicht auf der Türschwelle stehen geblieben.

Der Schlampir in mir

Nun gut. Soweitsogutalso. Ich bin heute sehr erleichtert und glücklich. Und auch nachdenklich. Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit Badana und ich bin mir nicht ganz sicher, ob da nicht etwas in mir steckt, dass nicht mehr viel mit der menschlichen Natur zu tun hat (oder eben vielleicht gerade viel mit eben dieser zu tun hat). So ein Vampir oder Tier oder böses Killerpuppending. Wenn ich dieses Ding deutlich spüre, bekomme ich Angst vor mir selber. Was, wenn es ausbricht, wenn ich es nicht mehr unter Kontrolle habe, wenn es durch die Städte zieht und nur Schutt und Asche hinterlässt? Dann steigt in mir grosser Zweifel auf, ob ich das überhaupt jemals hinbekomme, das mit der Nähe. Ob das nicht gefährlich ist für die Menschen, die ich doch am meisten liebe. Ob ich das überhaupt geniessen darf. Oder vielleicht doch lieber in eine Geröllhütte auf dem Finsteraarhorn umziehen soll.

Gestern hab ich in so einer schrecklichen Gratiszeitung einen „Artikel“ über die Trennung von Kristen Stewart und Robert Pattinson gelesen. Da wurde Kristen Stewart als „Schlampir“ bezeichnet. Das Wort ist schrecklich. Und auch unglaublich lustig. Und dann wieder sehr schrecklich. Vor allem, weil das so ein Medienwort ist, so eins, dass diese Killerpuppen-Seite in uns bedient. (Diese eben allzu menschliche Seite, die wir gerne als unmenschlich bezeichnen.)

Da sitze ich also an meinem Küchentisch und habe sturmfrei und geniesse die Ruhe (weil Ruhe in letzter Zeit ziemlich rar war) und fahre mir durch meine kurzen Haare und bin noch immer erstaunt, dass sie kurz sind und versuche über alles nachzudenken, was mir noch nicht richtig gelingen mag, weil es noch zu chaotisch ist in meinem Kopf. Irgendwie weiss ich, hoffe ich, dass alles gut wird.

„Mensch: ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich, dass es völlig vergisst, was es eigentlich sein sollte.“
(Ambrose Bierce)

„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
(Salvador Dali)

A Tribute

Bei Berti am Küchentisch

Bei Berti am Küchentisch

Heute bin ich mit Badana im Restaurant Volkshaus gesessen – sozusagen unser Stammrestaurant – und hab sie schwören lassen, dass – falls es durch einen seltenen Zufall so kommt, dass wir irgendwann zu grossem Geld kommen würden – wir nie Champagner zurückgehen lassen, nur weil er „zu wenig kühl“ ist oder dass wir andere hirnamputierte Sachen machen. Jetzt, zu Hause, fand ich drei supercoole Trashtassen vor, die Häschen hingestellt hat, um Danke zu sagen. Eine sehr süsse Geste, über die ich mich sehr gefreut habe. Und weil ich gerade spüre, wie sehr Freundschaft ein Geschenk ist und wie viel Glück man daraus ziehen kann, möchte ich euch auf diesem Weg eine ungewöhnliche Geschichte erzählen, die gleichzeitig ein Liebesbrief an Begegnungen und Freundschaft ist:

Es begab sich aber zu der Zeit, als mein Leben einem traurig moosigen Moloch glich. An diesem Tag war ich an einer Beerdigung gewesen und hatte danach unsere Filmvorpremière gehabt. Sozusagen himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Eine sehr verwirrende Zeit, die mir viel abverlangt hat. An diesem Abend hab ich dich, Elvis, und dich, Berti, getroffen. Zwei Bündner in Zürich. Wir haben geredet und uns dann irgendwann in Bertis Wohnung am Küchentisch wiedergefunden. Wir haben es „Zeitschlaufe“ genannt und Luftschlösser gebaut. Wir haben uns einen Spaniel geträumt und ein Weingut im Piemont. Wir verteilten Aufgaben, machten aus der „Prinzessin“ eine „Praktikantin“ und haben festgelegt, dass man montags immer Brasilianer küssen sollte. Ihr habt mir in diesem Moment unglaublich gut getan. Weil es eben leicht war und weil wir alle drei Trauer und oder Unvermögen in uns trugen. Und ich glaube, ich habe euch gut getan. Wir haben violette Bohnen gepflanzt und sie „Baum“ genannt. Und auch jetzt, wenn ich euch treffe, ist es, als würden wir uns seid der Schulzeit kennen oder eben gar nicht. Als ob der Wind uns eben gerade hierhin geweht hat. Heute hier, morgen dort. Ich möchte euch aus ganzem Herzen danken. Euch zwei stellvertretend für alle Begegnungen. Die Begegnungen, die offen sind und ohne Widerhaken. Die, die unverzagt und beweglich. Und als ich dir, Elvis, das letzte Mal gesagt habe: „Das wird ein guter Sommer.“, habe ich das sehr ernst gemeint. Es wird ein guter Sommer, Elvis. Du wirst schon sehen. Der Schmerz geht vorbei, du wirst ausgesprochen glücklich. Und wenn du dir etwas von deiner Leichtigkeit und Warmherzigkeit bewahrst, wirst du sogar glücklicher als all die tausend „der-Champagner-ist-zu-warm“-Leute um dich herum. Und du, Berti, mit deiner Zurückhaltung und deiner leisen Fröhlichkeit, wirst irgendwann wissen, dass du nicht auf der Fritschiwiese, sondern in deiner eigenen Stärke Zufriedenheit finden wirst. (Und mit „Zufriedenheit“ meine ich keine „auf-dem-Sofa-sitzen-und-Scrabble-spielen“-Zufriedenheit.) Würde ich einen Wunsch freihaben, würde ich mir wünschen, dass wir Freunde werden. Solche, die sich nicht mit dem nächsten Luftzug fortwehen lassen. Aber man kann nicht immer wünschen. Man muss nehmen, was man bekommt. Vielleicht sehe ich euch ja nie wieder. Und wenn das so sein sollte, dann lasst mich sagen: Danke, ihr wart mir für ein paar Nächte Heimat.

Bei gleicher Umgebung

„Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“ (Schopenhauer)

Am Mittwoch habe ich mit einem guten Freund über die Verantwortung, die man gegenüber anderen in Bezug auf die eigene Geschichte hat, geredet. Es gibt ja die Dinge, die einem passieren. Die Dinge, die so tiefe Wunden hinterlassen, dass die Narben auch noch Jahre später ziepen und brennen. Nun muss man ganz für sich alleine lernen mit diesen Narben umzugehen. Man muss lernen, wann sie am meisten schmerzen und wie man darauf reagiert. Das mag ja eigentlich noch ganz gut gelingen. Nun ist es aber so, dass man andere da mit reinzieht. Man redet über die Wunden und das Gegenüber muss damit umgehen. Man reagiert seltsam wegen den Wunden und das Gegenüber muss damit umgehen. Das Gegenüber ist dabei oft hilflos und irritiert. Lässt man also die eigene Geschichte auf andere Menschen los, muss man sich der Wirkung stellen. Versuchen das Gegenüber aufzufangen, es ihm leichter zu machen, sich erklären, sich zusammenreissen. Das eigene Schicksal annehmen.
Ich habe es nicht gewählt und trotzdem muss ich die Verantwortung dafür übernehmen. Ziemlich beschissen, ehrlich gesagt.

„So ist das Leben und so muss man es nehmen: tapfer, unverzagt und lächelnd, trotz allem.“ (Rosa Luxemburg)

Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück

Wir sind am Jahresende angekommen. Es war ein seltsames Jahr, dieses 2011. Einerseits sehr glücklich, lustig und leicht. Andererseits aber auch sehr neblig, zäh und undurchdringlich. Das vermaledeite zukünftige 2012 dagegen wird prächtig. (Badana sagt, ich dürfe nur sehr leise über 2012 fluchen.)

Und weil wir am Jahresende angekommen sind und mein Leben sowieso gerade einer Partie russisch Roulette gleicht, befragen wir diverse Wahrsagerdinge – kann ja nicht schaden.

  • Das Buch der Antworten sagt auf die Frage, ob 2012 gut wird: „Du wirst den Beweis dafür bald sehen.“
  • Das Zitate-Spiel sagt: „Idealzustände können nicht länger dauern – als drei mal vierundzwanzig Stunden.“ (Theodor Fontane)
  • Die Demeroticonkarte zu 2012 ist „Das jüngste Gericht“: Blicke zurück auf das, was Dich bis heute und hierher gebracht hat, und prüfe es hart.
  • Die Tarotkarte: Die Herrscherin: Quelle des Seins.
  • Irgendsoneandereseltsame-Wahrsagerkarte:  „Die Hoch-Zeit“. (Mit dem Hinweis aber, dass ich mich nicht verstecken dürfe. Nun denn.)
  • Und zum Schluss noch das Jahreshoroskop: „Waage-Geborene werden 2012 oft selbst überrascht von ihrer Sensibilität und ihren fast hellseherischen Fähigkeiten. Bis August haben sie das Gefühl, irgendwie fast wie im Traum durchs Leben zu gehen, bzw. geführt zu werden. Gründe dafür können sowohl ihre perfekten Verdrängungskünste in Bezug auf Lästiges bis Belastendes sein, als auch ihre Neigung in schwärmerische Verliebtheit zu verfallen oder aber das süchtig machende Begehren eines feinfühligen, etwas schüchternen Verehrers. Ab September klopft dann das grosse Glück an die Tür: ein Traum wird wahr, eine Sehnsucht gestillt, ein Wunsch erfüllt. Diese schöne Phase dauert noch lange (über 2012 hinaus) an und Waagen können – wenn sie sich im Oktober eine Entscheidung richtig fällen – lange Zeit beruhigt ihr Glück geniessen.“

Klingt ja alles mal gar nicht so übel. Somit verabschiede ich mich für dieses Jahr und danke euch herzlich für die Begleitung und den Zuspruch. Auf ein neues Jahr! Neues Spiel, neues Glück und so.

Frohe Weihnachten!

Heute ist Weihnachten und ich hab noch überhaupt kein Weihnachtsgefühl. Ich hab’s heute Morgen mal mit Kerzen versucht – aber das hat nicht geholfen. Vielleicht war ich in den letzten Tagen (und Nächten) einfach ein Bisschen zu wild. Zu wild, zu ausufernd, zu sehr getrennt von mir.

Statt Hasenherz unter dem Tannenbaum, hier Hasenherz mit Karotte:

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten!

 

Danke

Ich hab in meiner zweiten Heimat in meinen Geburtstag hineingefeiert. Mit Biene, Äph & Badana. Das war sehr schön. Es gab Schnaps und Ivan der Schreckliche hat mit seinem „cool.“ dem Abend eine absurde Note gegeben. Gestern dann mit Badana die Stadt unsicher gemacht und Abends hat Luki mit seinen Texten verzaubert. Und Zeko hat mich mit seiner frühen Anwesenheit überrascht. (Eine gelungene Überraschung, obwohl sich mein Schwager mit seinen Leuchtreklamebuchstaben auf der Stirn verraten hat. Hehe.)

Vielen Dank, liebe Freunde, für dieses unvergessliche Geburtstagswochenende! Danke für die vielen kleinen Zeichen, für die Nachrichten, die Geschenke. Ihr seid grossartig, ich fühle mich sehr geehrt. Fast so, als wär ich etwas aussergewöhnliches. Liebe euch!

Der kleine Unterschied

angela fensch: serie mann - frau / christina gerig (21), konditorin / markus bernau (29), student der betriebswirtschaft, berlin-lichtenberg, oktober 1990.

angela fensch: serie mann - frau / christina gerig (21), konditorin / markus bernau (29), student der betriebswirtschaft, berlin-lichtenberg, oktober 1990.

Diese Woche hatte ich eine Unterhaltung mit einem Arbeitskollegen. Es ging um Sex. Und zwar um den Unterschied zwischen Männer und Frauen. Er ist seit einiger Zeit Single und sagt, dass ihm der fehlende Sex an diesem Zustand störe. Es sei auch gar nicht einfach eine Frau abzuschleppen. Dann sei er halt irgendwann ins Puff gegangen. Er hätte halt auch Bedürfnisse und so. Ich hab meine Zigarette ausgedrückt und gesagt: Das ist schon lustig. Diese Probleme habe ich nie gehabt. Frauen haben dieses Problem grundsätzlich weniger – in der Regel. Aber es ist so, dass Frauen oft nicht an blossem Sex interessiert sind. Es geht um das Spiel, um die Möglichkeiten, um das Unausgesprochene. Und dann irgendwann auch um Sex. Aber das ist dann eher Nebensache. Oder das Sahnehäubchen. Macht ein Mann den Fehler, mitten im Spiel die Erwartung das Spiel mit Sex zu beschliessen, zu kommunizieren, verpufft die Lust augenblicklich. (Natürlich gibt es da auch Ausnahmen, wenn man es hinbekommt die Erwartung zum Spiel zu machen – aber das sind Ausnahmen.) Vielleicht ist es auch so, dass die Möglichkeit alleine reicht. Wenn ich als Frau weiss, dass ich bloss eine SMS schreiben muss, um zu Sex zu kommen, dann reicht dieser Umstand völlig. Ich muss nicht zur Tat schreiten, der Umstand es zu theoretisch tun zu können, ist bereits schon genug. Ich hab das den Herren immer wieder zu erklären versucht: Mach einen Schritt zurück, mach dich rar, sei aber trotzdem kein Arschloch, sei stets zum Spiel bereit. Aber eben. Irgendwie scheint da einer der Unterschiede zwischen Mann und Frau zu sein. Männer verstehen nicht, wie eine Frau ein gutes Essen stehen lassen kann – und das obwohl sie Hunger hat. Nur, weil sich das Essen zu sehr zum Essen anbietet. Wahrscheinlich gibt es Unterschiede im Jagdtrieb. Beide Geschlechter haben einen ausgeprägten Jagdtrieb – nur ist der von Frauen irgendwie ganz anders wie der von Männern.

Der Boden, auf dem alles wächst

Das ist also so ein Abend, der in seiner Unzulänglichkeit trotzdem gelingt. Es war nicht einfach. Und du, Badana, hast es einfacher gemacht. Erträglicher. Ich lebe und liebe und hadere und bei allem, was ich tue oder eben nicht tue, bist du anwesend. Du bist sozusagen der Motor, das Herz, die innere Schlagader. Ich verzweifle manchmal an dir – wir erzeugen Wärme und genau diese Wärme lässt mich am Leben. Mich an dich zu krallen, wenn ich zu sinken drohe, mich an deiner Stärke aufzuladen, dich aus dem Abgrund zu ziehen, das alles gibt mir Sinn und Halt. Sei gewiss: ich bin da und gehe nicht weg. Du bist großartig. Du bist der Boden, auf dem alles wächst. Und ich danke dir dafür. Danke, Süße, du bist ein Geschenk. Ohne dich wären alle Ausschweifungen der bloße Gang zur Bank. Volim te.

Plaudertaschen

Heute morgen bin ich von einem Helikopter geweckt worden, der über unserem Haus Kreise zieht. Ich schlug die Augen auf und stöhnte: „Ahhhhh. Streetparade.“ Zu allem Elend hab ich auch noch Kopfschmerzen. Um Abhilfe zu schaffen, holte ich mir einen Kaffee ins Bett, schmiss ein Schmerzmittel ein und hörte SoKos wunderbares Lied: shitty day. Dann ging es mir wieder gut und die Streetparade kann mich mal kreuzweise.

Gestern hab ich Dialoge schreiben geübt. Dialoge sind nicht ganz einfach, finde ich. Ich falle immer gleich aus dem Ton raus, wenn ich Dialoge einbaue. Und drum: Üben, üben, üben:

Was hast du vor?
Nichts.
Sieht mir aber nicht nach nichts aus.
Was denkst du denn, was ich vor habe?
Keine Ahnung. Darum frag ich ja.
Ach, so.
Hmm… Du, sag mal, wozu ist dieses weisse Pulver gut?
Keine Ahnung. Das lag schon da.
Ah. Und was tust du damit?
Och. Nichts.
Aber ich seh‘ doch, dass du vorhin…
Jetzt hör schon auf! Was ist denn los mit dir heute morgen? Hast deine Tage?
Nein! Nichts.
Na, also… Komm her.
Ich wollte doch nur wissen, was du so tust.
Aber das siehst du doch, Schatz. Nichts.
Dann ist ja gut.

Jetzt hört jemand ziemlich laut Ländler. Wahrscheinlich, um dem Uzuzuz… entgegenzuwirken. Am Streetparade-Wochenende werden alle hier in der Gegend irgendwie crazy. Wahrscheinlich weil die Parade gleich unter unserem Fenster durchgeht und unser Haus Tag und Nacht von pissenden, schlafenden, verwirrten, fröhlichen, komischen, schielenden, traurigen, ausgelassenen Menschen belagert wird. Und das immer schön mit Beat untermalt. Das hält niemand lange aus. Und auch ich flüchte heute Abend. Mitten ins „Rote-Lippen-Griechischer-Wein“-Stadtfest. Auch nicht besser. Aber immerhin ne Abwechslung. Und schlussendlich kommt es ja sowieso nur auf die Gesellschaft an, nicht wahr, Igor? Eben.

Als ich gestern Nacht nach Hause gekommen bin, sassen bei uns in der Küche vier Jungs und zwei Mädchen und sie spielten Gitarre und sangen lustige Lieder. Ich mag das, diese Küchenüberraschungen.

Jetzt auch noch die Kirchenglocke obendrauf. Na, super. Wir fassen zusammen: Uzuzuzuzuz… & Ländler & SoKo & Kirchenglocken. Ich glaub, ich hol mal den Pamir aus dem Keller. Shüzzle!