Entsetzliche Konfusion

Bin ziemlich erschöpft. Uiuiui. Mein Körper rastet aus und ich ignoriere ihn. Das ist doch ne tolle Partnerschaft! Das ist wie wenn die Ehefrau Rotz und Wasser heult und der Ehemann sitzt auf dem Sofa und guckt Fussball. Mein Körper hat schon recht, wenn er todbeleidigt ist.

Habe heute im Zug „24 Stunden im Leben einer empfindsamen Frau“ von Constance de Salm zu Ende gelesen. Dann hab ich aus lauter Langeweile das Nachwort gelesen und das hat mich dann doch etwas erstaunt. Der Herr Karl-Heinz Ott, der das Nachwort schreibt, beschreibt die Gefühlszustände der Erzählerin als „Zustände schlimmsten Aussersichseins und entsetzlicher Konfusion“. Darüber war ich etwas erstaunt, denn beim Lesen des Briefromans konnte ich die Gefühle der Erzählerin durchaus nachvollziehen. Ihr heimlicher Geliebter, den sie aus gesellschaftlichen Gründen noch nicht öffentlich machen kann, steigt mit einer anderen Tussi mit grossem Busen und wallenden Gewändern in ne Kutsche und braust davon. Sie hört von ihm nix obwohl er sich normalerweise täglich meldet. Na, wie würdet ihr reagieren? Eben. Vor allem da sie keine Möglichkeit hat, ihn zu erreichen und wegen der Heimlichtuerei auch nicht darf. Ich persönlich würde die Zustände ja als piepschnurz-normal beschreiben. Und nicht als „schlimmsten Aussersichseins“. Klar, dass die Dame gröber angepisst ist… Tja, egal. Das Buch ist jedenfalls lesenswert.

Herzlich,
Hasenherz

PS: Die aktuelle Rangliste:

Platz 1: Machete (Weil er einfach toll ist. Sogehtdas.)
Platz 2: Herr Fischer (Weil er sich in Geduld übt und übt und übt. Dabei auch mal auf die Schnauze fällt, sich aber nicht unterkriegen lässt.)
Platz 3: Depri-Fuchur (Weil er für Überraschungen gut ist. Und auf Freaks steht. Gut so!)
Platz 4: Nein!Rolf! (Oha. Ziemlich runtergerutscht in der Rangliste. Man sollte auch nicht in den „Ostblock“ reisen mit einer Dame von Welt!)
Platz 5: Wollwanderer (Wollwanderer hat seine Anschlüsse zusammengeschlossen. Oder wie war das?)
Platz 6: Zampano (Zampano hat keine Haare mehr im Gesicht und hat auch sonst so einiges verloren…)

Photischer Niesreflex

Wochenende schon wieder vorbei. Es regnet und ich hab sowas wie Heuschnupfen. Meine Nase läuft und ich niese dauernd. Echt unangenehm. Am Freitag abend war ich an der buch.de Jubiläumsfeier und das war überraschenderweise sehr, sehr schön. Zuerst hat es mich etwas angegurkt. Wegen der Anreise und der Kleidervorschrift (wir mussten uns in Smoking und Kleidchen quetschen) und überhaupt. Aber dann haben die Leute in ihrem Smoking und ihren Kleidchen hervorragend ausgesehen und ich hab mit vielen Menschen gequatscht und das war sehr amüsant.

Reisen hat auch Vorteile. Man kann dabei lesen. Habe „Brief einer Unbekannten“ von Stefan Zweig gelesen. Ein sehr schönes Buch. Ein Buch wie ein Traum. Ich habe schon unwahrscheinlich grosses Glück. Es gibt noch immer Bücher von meinen liebsten Schriftstellern, die ich noch nicht gelesen habe. Wenn ich schon alles gelesen hätte, dann könnte ich mich auf nichts mehr freuen. Das wär schon unsagbar traurig. „Radetzkymarsch“ von Jospeh Roth ist so ein Buch. Das ich absichtlich noch nicht gelesen habe. Das ich mir für eine ganz besondere Gelegenheit aufbewahre.

Weil ich gerade so viel niesen muss, hab ich mich mal kundig gemacht. Ich muss ja auch niesen, wenn ich in die Sonne schaue oder in sehr helles Licht. Das nennt sich dann „Photischer Niesreflex„. Etwa 17 – 35 % der Menschheit hat diese Neigung. Ja, ja, so wird man von Tag zu Tag klüger.

Herzlich,
Hasenherz

Endlich: Rangliste!

Vanalia und ich haben heute – zwecks besserer Übersicht – beschlossen eine Rangliste des Zugemüses zu erstellen. Also, Ladies, hier ist sie:

  • Platz 1: Nein!Rolf! (Nein!Rolf! belegt den ersten Platz weil er keine Altlasten hat, seeeeehr nett ist und nach gutem Zureden auch in anderen Bereichen jetzt fast schon perfekt ist.)
  • Platz 2: Machete (Machete belegt den zweiten Platz weil die Lady sagt: „Mir händs voll guet!“ – Glückwunsch!)
  • Platz 3: Herr Fischer (Herr Fischer belegt den dritten Platz weil er sich – mal abgesehen von seinen Altlasten – ganz gut macht. „Nur“ Platz drei weil seine Altlasten gestern gerade ausgetickt sind.)
  • Platz 4: Depri (Depri belegt den vierten Platz weil er eine wunderbare Stärke hat: Kommunikation. Seine negativen Seiten vergisst man da gerne.)
  • Platz 5: Zampano (Zampano belegt den fünften Platz weil er sein Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Er holt aber kräftig auf!)
  • Platz 6: Wollwanderer (Wollwanderer belegt den sechsten Platz weil seine Beliebtheitskurve monoton mit der Dauer seiner Strategieverfolgung (falsche Strategie!) sinkt.)

Diese Rangliste spiegelt den momentanen Zustand und ist stetig in Bewegung. Das Zugemüse auf den hinteren Plätzen hat also durchaus Chancen aufzuholen. Das Zugemüse auf den vorderen Plätzen sollte sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen!

Wir sind gespannt auf den Spielverlauf.
Hasenherz

Entronnensein

„Heimat ist das Entronnensein.“ (Adorno)
Jule hat mich diesen Satz wissen lassen und er passt so unglaublich gut zu meinem Tag, dass ich ihn euch nicht vorenthalten will.
Ich lese gerade „Der Teufel von Mailand“ von Martin Suter und ähnlich wie die Hauptfigur hat sich meine Wahrnehmung in den letzten Tagen zu verändern begonnen. Zuerst unmerklich. Dann waren da feine Anzeichen. Ich rieche Dinge anders, sehe sie anders, fühle seltsames Zeug und irgenwie ist mir das ziemlich unheimlich. Vielleicht sollte ich nicht Suter lesen. Vielleicht ist es aber auch genau richtig, dass ich Suter lese. Lese den nämlich gern. Nun. Egal.
Meine Wahrnehmungsveränderung geht soweit, dass ich mir über nichts mehr sicher bin. Es ist ein schmaler Grat, auf dem ich mich bewege. Und heute hat mir eben dieser Tag eine Wunde zugefügt, die mir (verstärkt durch die seltsame Wahrnehmung) den Blick auf mich selbst versperrt und sich anfühlt, als würde sie auf einem Stuhl vor mir sitzen und ich sehe nicht an ihr vorbei oder über sie hinweg (ähnlich, wie wenn ein Riese vor einem im Kinos sitzt).

Vielleicht hilft Schlaf. Oder Alkohol. Oder beides. Oder nichts.
Hasenherz

Tango und Feuchtgebiete

Wie die Zeit vergeht! Wahnsinn. Im Büro haben alle mal eben die Büros getauscht und ehrlich gesagt (und man sollte ja ehrlich sein) war das alles ziemlich mühsam und mir geht das Thema echt auf den Keks. Sowieso ist das Arbeiten momentan ziemlich harzig (obwohl ich meinen Job eigentlich liebe).

In der Zwischenzeit habe ich „Weil nichts bleibt, wie es ist“ von Laurence Tardieu gelesen. Das hat mir sehr, sehr gut gefallen. Eine samtweiche, schöne und auch traurige Liebesgeschichte. Wunderschön erzählt, warm und weich zu lesen.
Gleich anschliessend las ich „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche. Oh.Mein.Gott. Bei einer besonders blutigen Stelle – ziemlich gegen Schluss des Buches – wurde mir echt übel. Ich sass nichtsahnend im Zug, noch nix im Magen, noch keinen Kaffee getrunken und las. Die besagte Stelle brachte mich fast dazu in die S-Bahn zu kotzen. Eigentlich finde ich das Buch aber gar nicht schlecht. Es ist keine hochliterarische Lektüre, nein. Aber irgendwie gefällt es mir. Mir gefällt der Umgang der Hauptfigur mit ihrem Körper und diese Faust-Schlag-Leichtigkeit.

Gestern hab ich Tango tanzen gelernt und Eric unser Tanzlehrer ist echt streng. Fast schon militärisch streng. Aber gut. (Mir tut alles weh.)

Herze euch
Hasenherz

Kupus

„Und wenn ein Mensch stirbt, dann stirbt mit ihm sein erster Schnee und sein erster Kuss und sein erster Kampf. All das nimmt er mit sich.“ (Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko)

Wenn Schnee fällt, dann ist das jedes mal wie neu geboren werden. Diese Stimmung! Dieses Licht! Die Ruhe, die vom zugedeckten Asphalt ausgeht!
Wenn Schnee fällt, dann sollte man zu Hause bleiben, die Füsse hochlegen, eine Katze streicheln, ein Feuer machen, ein gutes Buch lesen und im Geiste Kupus machen aus seinen Lieblingsfeinden. (Das Wort „Kupus“ hat mir übrigens Vanalia beigebracht. Es heisst Kohl auf serbisch.)

Heute Abend gehe ich mit meinen Geschäftskollegen bowlen. Ich hab noch nie in meinem Leben gebowlt. (Also, noch nie „in echt“. Mit Nintendo Wii hab ich natürlich gebowlt und bin darin Meister. Leider ist das nicht das selbe…) Freu mich drauf. Wird bestimmt opti (wie Herr Fischer 2 sagen würde).

Grüsse euch herzlich – geniesst den Schnee!
Hasenherz

Kein Schneesturm im Herzen

Ostern ist ins Land gezogen und es waren herrliche Tage. Bienes Geburtstag haben wir Prosecco trinkend auf einem Kahn im Zürichsee verbracht (mit kurzem Abstecher zu den Häschen in den Kinderzoo, die ich tanzen lassen hab). Sepps Verletzung, die sie sich beim Kamelreiten zugezogen hat, ist hoffentlich verheilt. Dann hab ich Ostereier gesucht und auch viele gefunden. Herr Fischer hat ziemlich in die Röhre geguckt – er hat bloss zwei lila Ostereier gefunden (nein, das ist jetzt keine Anspielung…). Schneestürme haben sich über der kleinen Schweiz entladen – in meinem Herzen wars warm und wohlig weich.

Übernächstes Wochenende werden Vanalia und ich mit Lunchpaket ausgestattet in die grosse Welt ziehen und den Müttern mit den erwachsenen Kindern das Fürchten lehren.

Auf, auf!
Hasenherz

Seltsam, im Nebel zu wandern

Einmal mehr war ich krank und der Nebel in meinem Kopf ist bis zur Stirn hochgekrochen und hat mir die Sicht völlig genommen. Jetzt sitze ich schon wieder in Münster und weiss noch gar nicht wo mir der Kopf steht. ElfElf schreibt: „Nebel. I know.. Mein Nebel ist grad so dick, ich könnt ihn schneiden. Wenn ich nur das Messer finden würd..“

Gerade vermisse ich Vanalia sehr und die Tschickens und die Worte von Xanten. Alles, was weich und warm. Warum habe ich diese Tage das Sprechen verlernt? Es gibt so vieles, das ich sagen möchte zu bestimmten Menschen. Ich tue es nicht. Und es gibt keine Erklärung dafür. Manchmal schweigt man. Ist das richtig? Es fühlt sich falsch an.

Herzlich,
Hasenherz

Soldatenlieder

Das Leben rast gerade wie ein Schnellzug an mir vorbei und die leeren Plastiktüten am Gleisrand wirbeln schwindelnd in die Höhe. Eigentlich sollte ich längst zu Hause sein und Soldatenlieder unter der Bettdecke singen…

Theater am Freitag („Die Welt ist gross“ mit Krishan Krone). Schön. Stimmungsvoll. Wochenende dann Geburtstagsparty von meiner Grossmutter, Herr Fischer und die demütige Stille in meinem Kopf.

Vanalia und k_k sind nun auch Blogger. Und ich treulose Tomate hab noch keinen Kommentar geschrieben. Guckt es auch an!

Und nun im Schnellzugtempo vorwärts! Nur nicht auf dem Bahnübergang rumstehen. Bloss nicht!
Hasenherz

Nachts im Büro

So, jetzt bin ich nudelfertig. Hab die ganze Nacht durchgearbeitet und nun haben wir Mittag und ich brauch einbisschen Schlaf. Wir sind mit unserem Projekt endlich online gegangen und abgesehen von ein paar Kleinigkeiten sieht es bis jetzt gut aus. Bin wahnsinnig froh!

Heute Nacht um 01 Uhr haben uns Andrea und Zoé mit Fruchtsalat und Salzgebäck überrascht, um mit uns den grossen Moment zu feiern. Das war wirklich sehr, sehr süss.

Ok. Sekundenschlaf überfällt mich. Nix wie weg hier!

Herzlich,
Hasenherz