Guten Morgen! (Es ist 04:45 Uhr morgens und ich bin gerade nach Hause gekommen.) Laut Gala-Jahreshoroskop war heute mein Glückstag. Der Rest des Jahres wird… nun ja… sagen wir mal der Rest des Jahres wird erinnerungswürdig, fantastisch, romantisch, abenteuerlich, anstrengend, aufregend, bewegt. Das ganze Glück aber hab ich heute schon verbraucht.
Biene, Angi-Peter, Vanalia und ich waren einen Film schauen. Nämlich „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“. Der Film wurde als «masochistische Angstvision des Mannes vom Geschlechterkampf» oder als «feministische Fantasie der Stärke» bezeichnet. Leider war ich sehr müde und hab die Hälfte des Films verschlafen. Darum kann ich euch leider nicht berichten, wie sich „feministische Fantasie der Stärke“ anfühlt. Tut mir leid!
Danach verbrachten wir ein paar sehr nette Stunden in unserer dritten Heimat. Dort trafen wir auf Sepp, den Wollwanderer und auf den Zauberlehrling. Der Zauberlehrling ist ein Freund vom Wollwanderer und die beiden suchen gerade eine Wohnung. Das Gespräch mit dem Zauberlehrling war wirklich sehr erfrischend. Es ist nicht selbstverständlich einen so charmanten und eloquenten Gesprächspartner in einer rauchigen Bar anzutreffen. Er hat mir die erste Strophe der Loreley rezitiert und ich hab ihm mein Lieblingsgedicht von Brecht aufgesagt. Darauf ist er über Handke zur Suche von Märchen im Alltag gekommen. Kurz, es war ein sehr angenehmes Gespräch und ich würde sagen, der Zauberlehrling ist eine aussergewöhnliche Person, einer Romanfigur gleich, die mit Bestimmtheit Klavier spielt.
Jetzt aber ab ins Bett!
Schlaft schön,
Hasenherz
PS: Hier mein Brecht-Lieblingsgedicht in voller Länge.
Der Radwechsel
Ich sitze am Strassenhang.
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
mit Ungeduld?