krank-sein und allein-sein

Liege krank zu Hause im Bett. Und irgendwie tut das gut. Also, nicht das Krank-sein. Sondern das Allein-sein. Das ist genau das Richtige. Lustig. Manchmal tut der Körper einfach das, was der Kopf nicht tun kann. Da sollte man dankbar sein. Danke, Körper!

Gestern war k_k hier und hat einen Krankenbesuch abgestattet. Das war schön. Er hat sehr viele, sehr wahre Dinge gesagt, die mir geholfen haben. Solche Freunde zu haben, ist das Schönste was man sich vorstellen kann. Und langsam tauche ich aus meiner inneren Welt wieder auf. Das ist gut.

Jetzt geh ich wieder schlafen. Mein Kopf zerspringt und macht anstalten auszuwandern. Kluger Kopf!
Herzlich,
Hasenherz

Vom schwarzen Wald verschlungen

Schwarze Bäume, dunkelblauer Himmel, Dämmerung, Schnee, dichter Wald, Dunkelheit, Kälte, Stille, es knirscht bei jedem Schritt.
Ungefähr dies ist die Bilderwelt, in der ich mich zurzeit befinde. Seltsame Stimmung. Das Licht ist sehr, sehr seltsam. Es hat sowas träumerisches. Langsam aber sicher sollte ich mich mal wieder an die Oberfläche kämpfen, sonst werde ich irgendwann vom schwarzen Wald verschlungen.

Ich lese „Der Lügner“ von Stephen Fry. Ach, ich liebe Stephen Fry und Herr Fischer schreibt: „Du bist goldig.“

Herzlich,
Hasenherz

O Vergeblichkeit! O Vergänglichkeit!

Gestern abend waren Vanalia, Biene, k_k, Fantasmus und ich im Sogar TheaterMoskva Petuski“ schauen. Und das war wirklich sehr gut. Kleines Theater, sehr eng, sehr warm da drin. Aber das Stück… Hut ab. Der Schauspieler Thomas Sarbacher ist echt heiss und dazu wirklich gut und wir haben gemerkt, dass wir das Wort „blümerant“ bis anhin immer falsch gebraucht haben. Hier die Bedeutung: „Mir wird blümerant, oder: mir ist blümerant. Der Ausdruck stammt aus dem 17. Jahrhundert von bleu mourant: matt-blau oder blass-blau. Blümerant steht für eine elende Gemütsverfassung, flau, übel, unwohl.“ Mir war das so nicht klar. Ich dachte immer, es bedeute genau das Gegenteil. Nämlich blumig. Ja, man lernt nie aus!

Fantasmus ist ja zu Besuch hier, diese Tage und er muss viel ertragen. Meine blümerante Gemütsverfassung, viel Rauch in stickigen Bars und kurze Nächte. Er erträgt das alles aber stoisch und dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar.

Heute abend sind wir dann auch schon wieder unterwegs in unserer zweiten Heimat und ich bin sehr, sehr gespannt. Zumal Luis auch dabeisein wird und Herr Fischer (zumindest im Geiste).

Und um „Moskva Petuski“ zu zitieren: „O Vergeblichkeit! O Vergänglichkeit!“

Herzlich,
Hasenherz

Ein Mädchen, ein Hase, ein Kuss

Noch genau drei Seiten und dann habe ich „Weit fort“ von Cornelia Schleime zu Ende gelesen. Dieses Buch ist als Leseexemplar auf meinem Tisch gelandet und das Cover (es zeigt eines der Gemälde von Cornelia Schleime) hat mich sofort angesprochen. Weil ich gerade nichts zu lesen hatte, habe ich es im Zug zu lesen begonnen und wow. Das ist das wundervolle an meinem Beruf. Nach zwanzig, dreissig, fünfzig, hundertundachtundachtzig Büchern fällt einem plötzlich eines in die Hand von dem man reingarnichts erwartet, das sich dann aber vor einem auftut, wie wenn sich eine Blume in der Morgendämmerung öffnet. Cornelia Schleime beschreibt in eindringlicher, präziser und dichter Sprache eine (wohl sehr autobiografische) Geschichte, eine Geschichte von der Liebe, der grossen Liebe. Diese grosse Liebe macht sich aus dem Staub ohne einen Ton zu sagen, hüllt sich in Schweigen, antwortet nicht mehr. Das Loch, in das die Erzählerin stürzt, könnt ihr euch ausmalen. Ein tiefes, dunkles Loch und keine Erklärung, keine Erklärung. Lesen! (Wenn es jemand will, gebe ich gerne das Leseexemplar weiter.)

Auch die Bilder von Cornelia Schleime gefallen mir sehr (sie ist nämlich Malerin).

Bild von Cornelia Schleime

Dieses hier von ihr passt doch gut, nicht wahr? Es heisst „Ein Mädchen, ein Hase, ein Kuss“.

Herzlich,
Hasenherz

Der Wollwanderer und das Karategirl

Gestern haben wir AngiPeters Geburtstag vorgefeiert. Weil sie an ihrem eigentlichen Geburtstag in dieser wunderschönen Stadt mit „P“ ist (nein, nicht Paris – noch schöner!). War eine bunte Gruppe. Sepps Freund der Wollwanderer war da und hat erzählt, dass er erkannt hat, dass das eigentliche Ziel des Lebens wohl doch nicht „heiraten“ sei. Vielleicht sei das alles doch nicht so wichtig, wie immer angenommen. Da konnte ich ihm zustimmen. Dann war noch k_k da mit seinem Cousin, den ich schon damals am Exit kennengelernt habe. Gestern aber hab ich ihn nicht wiedererkannt, da er sein Haar heute kurz trägt. Sepp hat ihm dann viele spannende Dinge über uns erzählt in sehr gutem Englisch (auch wenn sich alle über ihren Akzent lustig gemacht haben). Der Cousin denkt sich jetzt bestimmt seinen Teil. Ja, genau so waren die Geschichten. Die Freundin des Cousins ist Karatemeisterin und die Geschichte wie sie ihn vor bösen Jungs gerettet hat, gefällt mir persönlich ja sehr. (Der Cousin hört sie allerdings nicht sehr gern.)

Heute versuche ich mit Meditation und Eisschneebädern meine Erkältung loszuwerden und aufräumen. Ja, aufräumen sollte ich dringend mal.

Auf bald,
Hasenherz

Silvester in Nürnberg

Noch hab ich zehn Minuten Mittagspause und verbringe die damit euch allen ein schönes Neues Jahr zu wünschen: Ein schönes 2008! Auf dass es grundgut wird und handzahm.

Unser Urlaub in Nürnberg war wirklich toll. Wir haben Knödel gegessen, waren bei Beate Uhse, haben uns Dinge angeschaut, waren nicht auf der Burg, haben getanzt und getrunken und einen blöden Kanadier mit vielen, vielen Zigaretten in die Flucht geschlagen. Silvester dann hat wirklich gut getan, nicht zuletzt wegen dem Schönen, der mit uns (zusammen mit seinem Freund Nils) den Jahreswechsel gefeiert hat. Sepp hat jetzt endlich ein eigenes Seelentierchen: ElfElf. ElfElf wiederum hat bravourös ihre Diplomarbeit geschrieben. Biene hat unheimlich süss in roten Socken ausgesehen und Vanalia hat sich Nürnberg von einer völlig anderen Seite reingezogen (zusammen mit Sepp). So schliesst sich der Kreis. Tschickens, ich danke euch. Dieser Urlaub war unheimlich wertvoll.

Jetzt hat für mich das harte Arbeitsleben wieder begonnen. Aber der Januar birgt auch viele schöne Sachen. Fantasmus kommt mich besuchen. Izzie hat Geburtstag. Und Vanalia und ich haben schon tausend Pläne.

Herzlich,
Hasenherz

PS: Happy Birthday, Dramaqueen!

Hochzeitsreise zur Eigernordwand

Weihnachten. Bei mir ist bis gestern Abend keine klassische Weihnachtsstimmung aufgekommen. Obwohl mein Weihnachten in Köln sehr, sehr schön und sehr gemütlich war. Fantasmus und der Schöne sind die schönste Gesellschaft, die man sich wünschen kann – auch in dunkler Zeit. So sensibel, so feinfühlig, so umsorgend, so selbstverständlich. Und die Familienweihnacht gestern in Basel kam zuerst einem Kulturschock gleich. Als ich mich aber eingelassen habe, war es warm und weich. Mein Lieblingscousin hat mir dann auch versprochen, mir einen Heiratsantrag zu machen, zu gegebener Zeit. Meine Grossmutter hat natürlich allen erzählen müssen, wie er mich damals hat heiraten und die Hochzeitsreise die Eigernordwand hoch hat machen wollen. Süss, nicht?

Morgen gehts ab nach Nürnberg und da freu ich mich sehr darauf. Die Tschickens und ich im Märchenland. Was gibts Tolleres? Genau. Nichts. Ach, es ist schön Ferien zu haben!

Wünsche euch schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Hasenherz

PS: Hab im Zug von Zürich nach Köln „Das Nilpferd“ von Stephen Fry gelesen. Fantastisch! Und im Zug von Köln nach Basel „Liebe pur“ von Yael Hedaya. Präzise. Ein sehr präzises und von der Komposition her ein herausragendes Buch. Beide sehr zu empfehlen!

Kopflos

Die Weihnachtsfeier in Deutschland war ganz famos. Habe mit dem nicht-schwulen-Timo, Andrea, Hase und Flatscreen-Lars Tequila getrunken und mir die Kante gegeben. Der Schöne war leider krank und schon früh weg. Das war sehr schade. Ansonsten waren die Tage in Deutschland streng und durchzogen mit dem metallischen Gefühl von Blumenwiesen im Winter.

Heute, eine Woche vor Weihnachten, habe ich ein Gefühl in der Magengegend, als wäre ich Opfer meiner selbst. So ist es immer. Man geht ein Risiko ein, legt seinen Kopf auf die Schiene und dann kommt der Zug, der nicht hätte kommen dürfen und lässt einen kopflos und etwas verwundert zurück. Wer also, liebe Freunde, wer also hat Lust sich meiner anzunehmen und mit mir Silberlilien anzupflanzen, Kälber aufzuzüchten, drei-Wort-Gedichte zu schreiben, lange in der Kälte zu sitzen und in den kalten Fluss zu starren? Ich wär bereit.

Von Herzen,
Hasenherz

Pornographisches und Romantisches

Der Abend gestern war wirklich der Hammer. Wir haben ja diese „Kunst“-Videos von ElfElf gesehen. Und ElfElf hat gesagt, dass darin „pornographische Elemente“ vorkämen. Worauf sich alle Tschickens subito zu diesem Filmabend angemeldet haben. Und ich sage euch…. wirklich… also, „pornographische Elemente“ – das ist masslos untertrieben. Uff. Streckenweise blieb mir echt die Luft weg. Das Lustigste war aber, als Sepp um 11 Uhr stockbesoffen eingetrudelt ist und die masturbierenden Jungs auf dem Bildschirm angebrüllt hat, sie seien Schlappschwänze.

Morgen fahre ich nach Münster zur Weihnachtsfeier und ich freu mich darauf den Schönen und Hase zu sehen. Auch freue ich mich, zwei Nächte in einem Hotelzimmer zu verbringen. Denn Hotelzimmer haben sowas herrlich romantisches.

Herzlich,
Hasenherz

Es geht um Kunst!

Heute Abend kommen die Tschickens zu mir nach Hause und wir gucken hochintellektuelle Kunstvideos mit pornographischen Elementen. Und das, weil ElfElf eine Arbeit über die Kunst-Damen schreibt und wir natürlich ganz genau wissen wollen womit sie sich beschäftigt. Uns interessieren natürlich in Wahrheit nur die „pornographischen Elemente“ – ist ja klar. Aber es tut unserer Seele gut, dass wir das Ganze mit Kunst tarnen können.

Anstonsten verläuft mein Leben sehr ruhig. Nix is los, der Himmel ist blau, nächstes Wochenende ist Ostern und ich glaube an den Weihnachtsmann.

Schönen Abend!
Hasenherz

PS: Lese Caspar von Beate Rothmaier. Vanalia hat es mir empfohlen und bis jetzt fühlt es sich traurig aber gut an.