Frei von meinen nervösen Händen

Ok. Das war jetzt eine anstrengende letzte Woche. Zuerst waren die buch.de-Luxuskörper (*hüstel*) hier in der Schweiz und das war – wie soll ich sagen – als ob man sich in ein Märchen von Hauff begeben hätte – träumerisch, grausam, machtvoll und elektrisierend. Am Dienstag Abend dann verschlug es mich nach Köln und dort regnete es wie aus Kübeln und es war windig und kalt und da stand ich unter dem Kölner Dom und sah an der Fassade hoch und der Regen fiel bedrohlich auf mich hinunter und der Dom wuchs in den Himmel als ob es kein Morgen gäbe. Da habe ich mich einen kurzen Augenblick frei gefühlt, frei von mir und frei von meinen nervösen Händen.

Fantasmus und ich haben ein kleines, nettes Spiel, das ich euch natürlich nich vorenthalten möchte: Wir stellen uns (oder besser: er mir) eine Aufgabe und ich hab dazu Bilder zu finden, die man theoretisch fotografieren könnte. Seine erste Aufgabe war „Nebel“. Mein Bild waren halb geschlossene Augen und Wimpern, die im Kerzenlicht seltsam durchsichtig und schimmernd erscheinen. Die nächste Aufgabe habe ich mir selbst gestellt: „Nähe“. Da denke ich noch nach. Wie würdet Ihr Nähe fotografieren?

Hier ein Foto von Fantasmus (und jetzt wisst Ihr auch warum er mir Aufgaben stellt und nicht umgekehrt).

Wahnsinns Bild

Schön, nicht wahr? Mich hat das Foto sprachlos gemacht – wahnsinn.

Herzlich,
Hasenherz

Am Nordpol

Nouvelle Vague

Übers Wochenende bin ich nach Romanshorn geflohen. Die Streetparade hat also ohne mich stattgefunden und darüber war ich sehr glücklich und froh. In Romanshorn war es ruhig und sonnig und der Bodensee war angenehm erfrischend und wir haben die Seele mal so richtig baumeln lassen (schöner Ausdruck, nicht wahr?).

Gestern hatte Christina Geburtstag und morgen Xanten, der übrigens gerade unterwegs zum Nordpol ist, um Namen in den Wind zu flüstern.

Chérie – eine liebe Freundin – hat mir gestern eröffnet, dass sie ein Kind erwartet. Mann, hab ich mich gefreut! DAS sind mal schöne Nachrichten!

Herzlichst,
Hasenherz

Ein weiss schimmerndes Einhorn gesehen?

Gestern mit den Tschickens auf der Bäckeranlage an einem Jazzkonzert. Die Musik des Rusconi Trios ist nach wie vor herzerwärmend.

Dann habe ich zwei Münchner kennengelernt und wir haben das ewige Thema Deutsche/Schweizer besprochen. Langsam geht mir das Thema auf die Nerven. Haben die Menschen denn keine andere Probleme als sich über ein paar hochdeutsch sprechende Zeitgenossen aufzuregen? Liebe Schweizer, seid doch mal einbisschen locker. Ist ja nicht zum aushalten, echt.

Christoph – einer der beiden Münchner – hatte ja ne lustige Theorie: Schweizer Mann und deutsche Frau, das geht. Deutscher Mann und schweizer Frau, das geht gar nicht. Hätte er noch nie gesehen – gibts nicht. Da sähe man vorher ein weiss schimmerndes Einhorn als diese Kombination. Warum das so ist, kann ich euch nicht sagen. Darüber verloren sich die beiden in den wildesten Spekulationen. Die einfachste war: Schweizer Frauen sind zu kompliziert. DahabenwirdenSalat.

Schönes Wochenende!
Hasenherz

Wie mir Vanalia gestern das Leben rettete

In der Unbeweglichkeit gefangen, hat mich gestern Vanalia sanft an der Hand genommen und mich in einen Raum voll mit Kissen und warmem Licht und Geschichten über mich – wie ich lache und den Kopf in den Nacken werfe – entführt. Das hat unheimlich gut getan und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Vanalia zur Freundin haben darf. Merci, Cara!

Flatscreen-Lars ist mal wieder schlecht gelaunt und ich muss mir immer ausgefallenere Dinge einfallen lassen, um ihn aufzuheitern. *phu!* Ausserdem darf ich mich mit falschen Hilfe-Texten und ähnlichem auseinandersetzen. Ziemlich langweiliges Thema. Zum Glück kann ich das zusammen mit Fantasmus machen, der bringt Farbe rein und das ist schön.

Bald ist hier in Zürich Streetparade und da muss ich fliehen, weil ich ein weiteres Wochenende mit Menschmassen vor meiner Haustüre echt nicht mehr aushalte. Werde also übers Wochenende aufs Land reisen und Blumen pflücken.

Blümchen-Grüsse,
Hasenherz

Eine Reißzwecke im Mohnblumenfeld

Gestern hab ich im Scrabble gewonnen! Und das gegen meinen Angst-Gegner Wurmbrand. Und zwar mit den wundervollen Wörtern „Reißzwecke“, „Heidschnuckenherde“ und „Mohnblumenfeld“. Odersoähnlich.

Heidschnucke

Das ist ein Bild von einer Heidschnucke. Lustiges Tierchen, nicht wahr?

Mein Bürogschpändli Christina ist zurück aus dem Urlaub und das freut mich ungemein. Bin richtig glücklich. Endlich muss ich mich nicht mehr um den ganzen Kooperationen-Marketing-Mist kümmern.

Heute ist ein blöder Tag. Ein Angst-Tag. Dafür, das das heute dieser Tag ist, fühl ich mich eigentlich einigermassen gut. Das lässt hoffen.

Liebe Grüsse,
Hasenherz

Real gestorben – Die traurige Ausnahme

Seid ihr gut in der neuen Woche angekommen? Obwohl ich am Wochenende mal wieder Tag und Nacht umgedreht und ein Vampir-Leben geführt habe, bin ich heute nicht mal so müde. Vielleicht gewöhne ich mich langsam daran?

Habe heute einen lustigen Artikel von meinem Lieblingsjourni entdeckt:
„Malta gibt eine perfekte Kulisse für historische Filme ab. Russel Crowe hat auf der Mittelmeerinsel als Gladiator im gleichnamigen Film in der Arena um sein Leben gekämpft. Sein Filmpartner Oliver Reed, in der Rolle des Gladiatorentrainers Proximo, ist während der Dreharbeiten an einer Herzattacke real gestorben. Damit ist er eine traurige Ausnahme: Die meisten Besucher verlassen die Insel entspannt und erholt. Malta hat nämlich neben seiner bewegten 7500-jährigen Kulturgeschichte und vielen eindrücklichen Bauten mittlerweile auch im Wellness-Bereich etwas zu bieten.“

Bin froh, dass ich noch nie auf Malta war, klingt ja real gefährlich!
Ist das nicht schön, wie hier von der Kulturgeschichte auf das Wellness-Angebot übergeleitet wird?

Viel Spass,
Hasenherz

Achtung! Zaun! *kawum!*

Vanalia und ich haben uns gestern die Nacht um die Ohren geschlagen und unsere Zeit damit verbracht, eine Party zu suchen, die unter einer Autobahnbrücke in der Nähe des Flusses stattfand. Auf unserer langen und beschwerlichen Reise sind wir vielen lustigen Menschen begegnet. Wir durften bei Annina im Auto mitfahren. Das war besser als Achterbahn fahren. Oh. Mein. Gott. Annina kann echt nicht autofahren. Sie fuhr rückwärts in einen Zaun, überfuhr tausendmal den Bordstein, beschleunigte ruckartig in jeder Kurve und wenn sie auf den Tacho sah, hatte sie keine Augen mehr für die Strasse. Vanalia und ich kamen aus dem Kichern nicht mehr raus und die beiden Jungs – Niklas und Björn – versuchten Annina Tipps zum richtigen Fahrgefühl zu geben. (Übrigens: Annina war stocknüchtern.) Dann haben wir eine romantische, kleine Wanderung am Fluss gemacht; der Morgen graute. Endlich fanden wir die Party und schaukelten uns in den neuen Tag. Als wir dann nach Hause wollten, musste ich Herrn Vogt von der Taxifirma nach allen Regeln der Kunst bezirzen, damit er uns in der Pampa abholen kommt.
Ach ja, Herr Ernst haben wir auch noch kennengelernt. Ein alternder Rockmusiker, der viel zu erzählen wusste über die illegalen Clubs von damals und über die wilden Siebziger.

Vanalia hat übrigens geschworen, dass wir nun das wilde Leben aufgeben und nur noch unter Plastikpalmen in irgendwelchen Ü35-Lounges rumhängen werden. (Ha! Wers glaubt!)

Herzlich,
Hasenherz

PS: Die schönsten Radio-Wochen im Jahr sind die, wenn rundfunk.fm auf Sendung ist. Reinhören!

Zeig mir deine Bibliothek und ich sage dir …

Unsere deutschen Kollegen haben jetzt dann bald einen Blog. Im Moment üben sie gerade noch und drum der Link erst später. Der Schöne hat in diesem Übungsblog unter anderem folgendes geschrieben:

„Die Büchermenschen unter Euch kennen es gut, das Gefühl bei Freunden kurz im Wohn- oder Arbeitszimmer alleingelassen zu werden. Unwillkürlich strebt man den Bücherregalen zu und fängt an, eine fremde Bibliothek zu studieren. Ein wundervolles Gefühl.“

Das hat mich zu einem Kommentar inspiriert, den ich euch nicht vorenthalten will:

Tausendmal passiert und jedes Mal wieder ein Schock: Frau lernt einen interessanten (und vielleicht sogar schönen, charmanten, leichtfüssigen) Mann kennen. Unterhält sich blendend, lacht gemeinsam und geht dann zu später Stunde zu ihm nach Hause. Im Wissen um das, was kommen wird. Frau betritt die Wohnung. Schaut sich interessiert um. Sieht keine Bücher.
Fragt: “Sag mal, wo hast Du denn Deine … Bücher?”
Verschluckt das Wort “Bibliothek” gerade noch, da im Dunkel des Bewusstseins bereits die Ahnung vorhanden, dass “Bibliothek” übertrieben wäre. Der Mann zeigt – ganz und gar nicht verlegen – auf das hüfthohe Regal am anderen Ende des Raumes, wo zwischen ein paar Flaschen bestimmt ziemlich teuren Brandweins ein paar Bücher liegen. Frau geht durch den Raum, nimmt eines der verstaubten Bücher in die Hand und liest – mit wachsendem Entsetzen – den Titel: “Banken und Bankrecht im Wandel. Berner Bankrechtstag, Band 10″. Ok, denkt sich Frau, das ist bestimmt ein Buch, das er beruflich braucht und nimmt das nächste zur Hand: “Angriffsziel: Frau! Tipps und Tricks zum erfolgreichen Erstkontakt. Ein taktischer Führer für Profis und solche, die noch viel lernen müssen!”. Frau dreht sich der Magen um. Wagemutig wie sie ist, linst sie kurz auf das dritte (und letzte!) Buch im Regal: “Der Alchimist”. Sie dreht sich zum Mann um und fragt: “Hast Du das gelesen?”
Er schüttelt den Kopf und erklärt, dass das Buch ein Geschenk von seiner Ex sei.

Frau verlässt fluchtartig den Ort des Grauens und schwört sich, nie (nie! nie! nie!) wieder einem Mann zu nahe zu kommen, dessen Bibliothek (ja. genau. BIBLIOTHEK.) sie nicht zuerst unter die Lupe genommen hat.

Komm, wir lehnen uns gegen den Wind

Zurück aus Münster. Den Kopf voll mit neuen, wohlgewählten Worten. Heute bin ich zweimal fast gestorben. Einmal auf dem Flug zurück nach Zürich und einmal beim Mittagessen – es war unheimlich kalt in Münster. Etwa 10 Grad und windig. Und ich hab draussen gesessen.

Dann wurde ich noch auf ein neues Buch aufmerksam gemacht:
Halbnackte Bauarbeiter

Die Fantastischen Vier sagen was ganz fantastisch Schönes:

Doch wir mieden den Sturm, liegen daheim.
Wir alle bauen diesen Turm, schließen uns ein,
um sicher zu gehen bleibt jeder allein
und mit Sicherheit gehen wir genau daran ein.

Komm, wir lehnen uns wieder gegen den Wind
und wir erleben den Regen, dessen Wege es sind,
wenn wir schicksalsergeben uns im Tal begegnen
um Tränen zu zählen, im Rinnsal des Lebens.

Einen schönen 1. August wünsch ich euch!
Hasenherz

Jemand, der gerade ein gutes Buch gelesen hat

Letzte Woche war die Verlagsvertreterin des Piper Verlags bei uns und hat uns eine Tasche geschenkt, die folgenden Schriftzug ziert: „Gehen Sie mit einem guten Buch ins Bett. Oder mit jemandem, der gerade eines gelesen hat.“ Na, meine Damen, nehmt euch das zu Herzen!

Gutes Buch ins Bett

Heute ist Samstag und ich hab volles Programm. Wäsche waschen. Nuttenkleidli (hüstel. äh. ja, ihr versteht schon, oder?) einkaufen gehen. Kaffee trinken in lauschigen Kaffees. Tango tanzen. Bei meiner Schwester auf der Terrasse rumsitzen. TomTom das Bein stellen und blaue Zettel an unbedarfte Menschen mit guten Absichten verteilen. Viel schlafen. Grüne Linien auf meine Arme malen und – wie würde Benno Gasser sagen? – grinsen wie ein Honigkuchenpferd mit einem leuchtenden Leuchten in den Augen.

Hoffe, euch geht es auch gut? Hihi…,
Hasenherz