Romy hat kein Loch in ihrem Herzen.

Meine schöne Freundin Badana hat einen fantastischen Blogbeitrag verfasst, den ich dir zeigen möchte:

http://harrharr.wordpress.com/2011/03/17/flirtskills/

Die Romy in diesem Beitrag bin ich. Und als ich gelesen habe, was Badana über mich schreibt, lachte ich sehr. Manchmal sind unsere Freunde ein Spiegel, in den man gerne blickt. Einbisschen rot bin ich schon geworden. Aber sie hat Recht. Genau so flirte ich. Diese Woche hat mal jemand gesagt, ich hätte den Röntgenblick. Es komme ihm vor, als würde ich in ihn hineinschauen. Darauf habe ich gefragt, was ich denn sehe. Und da hat er über das Wetter gesprochen oder über die polititsche Lage und ich hab gegrinst und meine Röntgenaugen in die Ferne gerichtet.

Theater Neumarkt: Ein Loch in meinem Herzen (A Hole in My Heart)

Theater Neumarkt: Ein Loch in meinem Herzen (A Hole in My Heart)

Gestern war ich im Theater Neumarkt an der Première von „Ein Loch in meinem Herzen (A Hole in My Heart)„. Es war… wie soll ich sagen… seltsam. Was ich sicher sagen kann: Ich habe noch nie so viele Geschlechtsteile in Nahaufnahme auf der Bühne gesehen.  Jakob Leo Stark spielte Erik mit schwarzer Perücke und schwarzen Augen. Irgendwie hat er mir in „Rafael Sanchez erzählt: Spiel mir das Lied vom Tod“ besser gefallen. Die Rolle in Sanchez passt besser zu ihm als die Rolle des Erik.

Zu mir passt die Rolle der Romy oft sehr gut und dann und wann, wenn Romy vergisst, dass sie ein Alien ist, ist die Rolle auch ganz entspannend.

Auf die Unvorsichtigkeit, auf die Ausgelassenheit!

oh-o. Hasenherz hat Flausen im Kopf. Bedingt durch lange Krankheit und damit verbundenes Nichtstun, bedingt durch die Temperaturen (Frühling!) und die Sonne, bedingt dadurch, dass ich ausgeschlafen bin. Heute Abend werde ich mit Peter und Biene zum Tschechenznacht gehen und hoffentlich meine Flausen im Griff haben. Oder aber ich werde sie nicht im Griff haben und hoffen, dass ich mich nicht allzusehr vergesse.

„Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.“ (Honore de Balzac)

Und schliesslich, schliesslich liebe ich mein Leben. (Wahre Liebe!)

Brüchige Abneigung

In der letzten Woche habe ich zwei Bücher gelesen. Beide haben mir sehr gut gefallen. Nachdem ich es aufgegeben habe, „Tauben fliegen auf“ von Melinda Nadj Abonji zu lesen (ich hab es einfach nicht geschafft das Ding zu Ende zu lesen), habe ich „Familie Salzmann“ von Erich Hackl und „Francoise und ihre Liebhaber“ von Felicien Marceau gefressen. Das eine, „Familie Salzmann“, las ich auf der Lenzerheide an der Sonne, das andere fand ich in meinem Bücherregal (keine Ahnung, wie es dahin kam) und las es im Zug und an Tramhaltestellen. Beide haben mir ausserdordentlich gut gefallen. „Familie Salzmann“ war sehr eindrücklich und traurig. Aus „Francoise und ihre Liebhaber“ nehme ich diese Stelle mit: „… sie fand dann letztlich wieder zu ein wenig Würde zurück, indem sie Pierre befahl, ihre Briefe zurückzuschicken, wobei zu erwähnen ist, dass sie ihm nicht ein einziges Mal geschrieben hatte, was beweist, dass für Menschen oft das Ritual wichtiger ist als die Realität.“

Kennst du das? Wenn dich Traurigkeit befällt in einer unerwarteten Plötzlichkeit? Mir geht das seit gestern Abend so. Ich bin bodenlos, endlos, erschreckend traurig. Ich habe Kopfschmerzen, jeder Knochen tut mir weh, als wäre mein Körper meine Gefühlswelt. Am liebsten würde ich mich in mein Bett legen und einschlafen – für immer. Nie wieder atmen, nie mehr aufstehen, nie mehr sehen. Es ist diese öde Form von Traurigkeit, die keine Ähnlichkeit hat mit der süssen, melancholischen Traurigkeit. Alles fühlt sich sehr, sehr falsch an. Ich denke an Menschen, die mir gerade eben noch interessant erschienen, mit einer seltsamen brüchigen Abneigung. So, als würde man mit einer schnellen Kopfbewegung den Blick abwenden wollen. Heute morgen habe ich mein Spiegelbild kaum ertragen, ich konnte mir nicht in die Augen sehen. (Was mir zugegeben fast nie passiert.) Ich hoffe, dass dieser Zustand bald vorüber geht, ich glaube nämlich, dass ich den nicht lange aushalte. Ich würde gern in Marceaus Buch flüchten, dahin: „Schliesslich schaltete er den Fernseher ein, drehte, da er kein interessantes Programm fand, den Ton weg, liess jedoch das Bild. Auch das ist eine Form des Glücks.“

Sah den Mond zerbrechen, fuhr stundenlang Bahn

In den ersten Sekunden des Glücksjahrs 2010

In den ersten Sekunden des Glücksjahrs 2010

Auch wenn man es sich zu verkneifen versucht: Ende Jahr zieht man irgendwie immer Bilanz. 2010 habe ich Anfang des Jahres „Glücksjahr“ genannt. Und wenn man weiss, wie fragil und flüchtig Glück sein kann, möchte ich demütig sein und sagen: Ja, ich habe Glück erfahren. Glück im Kleinen, Glück im Unglück, Glück so filigran, einer dünnen Eisschicht ähnlich. So wenden wir uns also 2011 zu und widmen dem unbekannten Jahr in aller Zuversicht dieses Gedicht:

Rezept
(Mascha Kaléko)

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muß, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Und so meine Bilanz: 2010 – ein seltsames Jahr. Ich zog aus und kam heim. Fühlte mich geborgen und gelassen. Erfuhr Freundschaft und sah, wie sich Freundschaft entzweite. Mochte mich leiden und fühlte mich nicht wohl in meiner Haut. Trieb mich in Welten rum, erwachte in Hotelzimmern – mit Sonne im Gesicht und allein. Schlug die Augen auf neben Augen und fühlte weder Nähe noch Distanz. Mir kam die Liebe abhanden, mein Herz und doch bin ich frohen Mutes. Sah den Mond zerbrechen, fuhr stundenlang Bahn, hörte Musik und zeichnete Linien auf meine blassen Arme. Sah meine Hände zittern, schrieb Briefe und zerriss die Antwort, lief durch lange Gänge, hörte die Vögel zwitschern, machte mich rar und sah die Schiffe am Horizont. Ich lachte viel, mit Schalk im Blick, hörte Geschichten und fand mich in Dramen wieder. Liebte das Theater und kam zu spät, verhielt mich idiotisch und bot mein Hilfe an. Sass unter Linden, blickte über grüne Hügel und war immer und immer wieder mörderisch glücklich. So lernte ich also das kleine Glück und wenn ich nächstes Jahr heiter den Zaun flicke, werde ich wohl froh sein um die Fähigkeit zum kleinen Glück.

Nun wünsch ich euch allen frohe Weihnacht – seid glücklich und die Liebe nicht vergessen, nie die Liebe vergessen, Freunde.

Dilegua, o notte! Tramontate, stelle!

Heute Abend in meiner Küche. Ich warte auf ElfElf und auf Biene, freue mich auf einen Abend mit meinen Freundinnen. Gestern Abend war ich bei Gustavo in seinem verwunschenen Haus, habe einen Abend trinkend und rauchend in seiner Küche verbracht. Irgendwann haben wir uns ein Video angesehen, dass er in unseren Lenzerheide-Zeiten vor 9 Jahren gedreht hat. Ich hab das Video seit damals nicht mehr gesehen. Ich sass also da und starrte in den Bildschirm. Ich war fassungslos. Das da soll ich sein? Das kann ja wohl nicht sein, oder? Ich sehe da eine Frau – sehr kurze schwarze Haare – die mit glühenden Augen und Selbstverständlichkeit lacht und sich bewegt und redet und gestikuliert. Ich sehe Gustavo an und frage: „War ich wirklich so? So … so weiblich?“ Er antwortet mir lächelnd, ja, ich sei so gewesen und ganz nebenbei, ich sei noch immer so. Mir wurde vor Augen geführt, wie sich Fremdbild und Eigenbild voneinander unterscheiden. Und heute mit 9 Jahren Abstand sah ich mich und hatte plötzlich diese Fremdbild-Perspektive. Sehr, sehr faszinierend.

Ich höre gerade „Nessun Dorma“ von Puccini – ein wirklich schönes Stück – sowieso die ganze Oper – und denke über Erkenntnis nach. Darüber, dass viele Dinge verborgen bleiben, weil man nur gerade eine Zelle davon erfassen kann. Und ich möchte sagen – wie der Prinz Kalaf in seiner Arie: „Die Nacht entweiche, jeder Stern erbleiche! Jeder Stern erbleiche, damit der Tag ersteh und mit ihm mein Sieg.“ (Und vielleicht wird auch in meiner Geschichte ein Kuss das Schweigen brechen.)

vorbei, verweht, nie wieder

verblüht.

verblüht.

„In jeder grossen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muss sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Ich habe Lust dieses Buch zu lesen: Alle Menschen lügen von Alberto Manguel. Hab es heute entdeckt und irgendwie spricht es mich an.

Freitag. Manno, war das ne harzige Woche. Ich fühl mich, als wär ich verblüht. So wie ne Sonnenblume, die nur noch ein paar braungelbe Blätter hat und bei der die Sonnenblumenkerne alle schon von den Vögeln gestohlen. Mein Lieblingsbürokollege sagt, dass mein Pullover und mein Schal zu meinem Lidschatten passt. Und ich denke mir, dass mein Hirn heute nicht zu meinen Händen passt.

Gestern war ich mit Nic im Eichhörnli essen. Hach, ich liebe das Eichhörnli. Die Stimmung ist schön und das Essen fein. Danach sind wir die Langstrasse hochgelaufen und am La Perla vorbeigekommen. Ich mag das Schild, das beim La Perla hängt: „Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues.“ (S. Beckett)

Und um bei so vielen losen Enden ein Ende zu finden: Kennst Du das Gedicht von Tucholsky? Augen der Grossstadt? Ich mag es. Tucholsky hatte das mit dem Rhythmus schon ziemlich im Griff. Hier der Anfang des Gedichts:

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? vielleicht dein Lebensglück…
vorbei, verweht, nie wieder.

Von Zimtsternen

Gestern, als ich nach einem Tag Fieber und „ich fühl mich, als hätte mich eine Kuh wiedergekaut“, mit Häschen auf dem Balkon sass, haben wir festgestellt, dass wir uns auf Weihnachten freuen, da wir dann zwei Filme gucken werden. Nämlich „Love Actually“ und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Wir stellten uns vor, wie es draussen kalt ist und vielleicht Schnee fällt und wir zusammen mit Izzie im Wohnzimmer sitzen, Zimtsterne und vielleicht Manderinli essen und Filme schauen.

Und heute hab ich mal wieder festgestellt, dass der Buchhandel, diese seltsame und wunderbare Branche, irgendwie Heimat ist für mich. Jetzt, da ich nicht mehr in dieser Branche arbeite, sehne ich mich manchmal danach, bin auch manchmal froh nicht mehr drin zu sein und weiss trotzdem eins: Ich werde immer verbunden sein, ich werde mich immer heimisch fühlen, es war eine richtige und gute Entscheidung damals, als ich mich für diese Ausbildung entschieden habe und bin auch erstaunt, dass es einen Beruf gibt, der so gut zu mir passt. Und auch wenn man manchmal auf Reisen geht, vielleicht auch für längere Zeit, wird man doch immer irgendwann zurückkehren wollen. Das ist schön zu wissen.

Meiner Nachbarin, die mich gestern im Haus eingeschlossen hat, weil sie den Schlüssel von aussen stecken liess, hab ich heute Morgen ein Buch vorbeigebracht, weil sie nächste Woche in die Ferien geht und sie Ferien und vor allem Erholung wirklich nötig hat und man immer auch ein Buch brauchen kann, um sich zu erholen, um abzutauchen. Ich habe ihr „Die Glut“ von Sándor Márai geschenkt. Ein Roman, der dickflüssig ist und süss und sehr bitter und der, wenn man „intelligente und gute Unterhaltung“ definieren müsste, eigentlich schon per se die Devinition ist.

„Zwei Jahre sind viel, und sie dauern, und doch verschwinden sie zuweilen, als hätten wir sie nie durchlebt, niemand kennt sie oder erinnert sich an uns in ihnen, niemand sucht uns aus jener Zeit oder jenem Ort oder vermisst uns, und es kann geschehen, dass sogar wir selbst uns selbst damals vergessen haben und uns nicht suchen noch erinnern.“ (Javier Marias – auch immer lesenswert!)

Mit frohem Sinn & leichtem Blut

Überallhin, wo ich gehe, regnet es. Ich sitze im Bus Nummer 33 und fahre nach Hause. Heute habe ich Geburtstag und wohin ich auch komme, es regnet. Das Leben – mein Leben – kann schon herrlich grossartig sein. Glück steckt immer nur in diesen kleinen Augenblicken. Zum Beispiel steckt das Glück an seinem Geburtstag im Bus Nummer 33, draussen ist Regen.

Ein paar Stunden Schlaf später: Blumen auf meinem Schreibtisch, mein Lieblingsbürokollege hat mir eine grüne Tasse geschenkt, die passt so viel besser als die Blauen und Orangenen. Eigentlich sind Geburtstage nicht wichtig und trotzdem rührt es mich jedes Mal wieder auf’s Neue, wie viele Menschen an mich denken. Danke!

Heute Morgen hab ich mich mit Sorgfalt geschminkt. Heute Morgen ging ich aus dem Haus, im Wissen darum, dass ich Sonntag spät erst zurückkehren werde. Es gibt sie, diese Wochenenden, wo man in See sticht. Wo man auszieht, das Fürchten zu lernen. Diese zwei, drei Tage, an denen man sich einer anderen Welt hingibt. Wo man sich seine Freundin als Weggefährtin aussucht, weil man weiss, dass sie im Kampf und im Glück die Beste ist. Seite an Seite. Und darüber hinaus. Ich freue mich auf diese Tage. Ich freue mich auf meine Freunde heute Abend, ich freue mich auf Romoos.

„Die weite Welt bin ich durchzogen
mit frohem Sinn und leichtem Blut
durch Tal und Klüfte, Flur und Wogen
zufrieden stets und wohlgemut.“

Die Andere

Heute Abend war ich die Andere. Die Andere zu sein liegt mir – oder zumindest einem Teil von mir. Einerseits ist die Heimlichkeit, die zu diesem Status gehört, wie Pfeffer. Es gibt Geschmack, eigentlich nicht nötig und doch notwendig. Andererseits ist da das Wissen um den Schatten, den einem umgibt und dieses Wissen ist bitter. Die Andere zu sein liegt mir nicht. Denn wie könnte man diesen Status je akzeptieren, wie könnte man je zulassen sich so sehr herabzusetzen? Der Status der Anderen ist ein mächtiger Status. Man weiß um seine Macht, um die zerstörerische Kraft. Wird man sie je nutzen, um Böses zu tun? Ja, man wird. Das alles möchte ich nicht und noch hab ich nichts getan. Noch haben mir mein Sturkopf und meine Prinzipien geholfen die logische Folge abzuwenden. Wie lange noch? Ich weiß es nicht.
Heute war ich die Andere und es liegt mir und liegt mir auch nicht die Andere zu sein. Ich möchte mich darin verlieren, möchte nichts anderes und doch und doch und doch. Und doch hasse ich mich dafür. Und mein Gegenüber möchte ich fragen: „Wie kannst du nur zulassen, dass mir das geschieht, wie kannst du mir das nur antun? Du sagst, du liebst mich. Ist das nicht lächerlich? Wenn du mich lieben würdest, würdest du mich vor dir beschützen, denn du weißt, das ist kein Leben für mich.“ Doch ich frage nicht. Das ist sinnlos, ich kenne die Antwort. Dein Begehren ist größer als deine Liebe.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Nachdem ich bis heute Mittag schon jede Menge erledigt hatte, sass ich am Küchentisch, las InTouch, ass Erdbeeren, trank Kaffee und hörte „Wet Sand“ von Red Hot Chili Peppers. Und wie aus dem Nichts habe ich mich an einen bestimmten Abend im Juni erinnert, der verrückt war und schön. Etwas wehmütig hab ich an die Küsse von Felix gedacht und dann – weil ich schon dabei war – hab ich mich an all die verrückten und schönen Abende im letzten Jahr zurückerinnert. Zum Beispiel an den Abend, an dem ich Eddie an der Jacke zurückgehalten und umgedreht habe (er über beide Ohren grinsend). An den Geruch von Polo, der wie Heimat war, an den Birkenwald und das Versehen von Max, an die Hippie-WG in Wallisellen, an das spontane Treffen mit Martin um Mitternacht auf dem Lindenhof und an die Bundeshausterrasse. Ich habe mich also wie durch Zufall erinnert. Schöne Erinnerungen sind immer auch schmerzliche Erinnerungen. Weil der Augenblick vorbei, weil ich nicht mehr diejenige von gestern, vorgestern oder damals bin. Hätte ich jeden dieser Augenblicke abwenden sollen, nur um heute nicht wehmütig zu sein? Sollte man schöne Momente erst gar nicht erleben, um dann ihrer Abwesenheit nicht gewahr zu werden? (Ohne Licht kein Schatten und diesen Shizzle, nicht wahr?)

Nun. Die Erinnerung an diese „magischen Momente“ (und hier würde Felix seine Augenbraue hochziehen und schräg grinsen) macht mich irgendwie zufrieden.