Knuts Koffer machen glücklich

Knuts Koffer = täuschend echte Hippies.

Knuts Koffer = täuschend echte Hippies.

Am Freitag war ich an der Knuts Koffer Plattenfeier in unserer zweiten Heimat. Knuts Koffer sind ne dreiköpfige Band, die Tollhausmusik spielen. War grandios. Ein wunderschöner Abend, nicht zuletzt wegen Max, der mich für einen kurzen Augenblick glücklich gemacht hat. Danke Max!

Am Samstag haben wir Kurt Fickert-Frick verspeist. Kurt Fickert-Frick war ein Hahn, der sein glückliches Leben unter den Händen von Lukrezia und dem Zauberlehrling hat aushauchen dürfen. Er war leider etwas zäh und taugte besser als Suppenhuhn. Der Abend aber war alles andere als zäh und hat ebenfalls sehr glücklich gemacht. Danke Lukrezia, Zauberlehrling und Badana!

Der Sonntag dann geht als Trauerweiden- und Tränen-Tag in meine Geschichte ein. Ganz, ganz schrecklich. Und heute bin ich also traurig und hoffe, dass das Glück irgendwann wieder unter dem Trauer-Teer hervorscheinen wird. Vielleicht gibt es bald wieder Abende wie die mit Max und Kurt Fickert-Frick. Ich versuche zuversichtlich zu sein.

Herzliche Grüsse,
Hasenherz

PS: Soeben Post bekommen. Max mag mich. Gehtdoch!

verschlossen und trotzdem vorhanden

„Ich hatte das Alte verloren
und das Neue nicht gewonnen,
es verschloss sich vor mir,
aber ich wusste, dass es vorhanden war.“
(Marlen Haushofer)

Mitten im März bleibt mir vieles verschlossen. Claudio – sozusagen mein momentaner, geistiger Vater – sagt, ich solle mich ablenken. Findet man den Schlüssel zur Tür nicht, dann soll man nicht versuchen sie aufzubrechen. Man soll sich an der Bar vor der Tür einen Drink genehmigen und einbisschen mit dem Barkeeper schäkern.

In diesem Sinne: Prost!
Hasenherz

Viele Grüsse aus dem Gletschergarten

Kennt ihr euren inneren Gletscher? Es gibt ihn nämlich, den Gletscher in uns drin. Ich hab für euch ein Bild meines inneren Gletschers gesucht und gefunden.

Mein Gletscher: Sehr verschwiegen

Mein Gletscher: Sehr verschwiegen

Heute fühle ich meinen Gletscher sehr stark. Kalt und gross und mächtig und ruhig. Weit und verschwiegen. Seit Jahrzehnten liegt er da, kaum verändert, alles unter sich begrabend. Mein Gletscher liegt heute, wie ihr erkennen könnt, unter einem aufreissenden Himmel, die Sonne mag sich nicht entscheiden.

Wie geht man mit Ratlosigkeit um? Wie mit Unentschlossenheit? Wie mit Traurigkeit? Und wie, zum Teufel, mit Plötzlichkeit?

Heute habe ich zum Schönen gesagt: „Schmerz ist nur schlecht erinnerbar.“ Und der Schöne hat gemeint: „Hmhm.“

Habt ihr schon mal mit einem Schlagstock in der Hand vor dem Spiegel posiert? Nur um zu sehen, wie das so aussieht? Ich noch nie! Das sollte ich heute aber dringend nachholen!

Herzlich,
Hasenherz (vom Gletscher ins Tal winkend)

Andre geworden

Müde bin ich heute. Peter und ich haben ElfElf vom Flughafen abgeholt. Um sechs Uhr in der Früh. ElfElf kam braungebrannt im Schneegestöber an. Die Arme. Ich finde die Kälte schon kaum aushaltbar – wie es ihr wohl geht?

Dieses Wochenende war ich zweimal im Theater. Andorra und Immanuel Kant hab ich gesehen. Vanalia hat Andorra gar nicht gefallen, Peter fand es einbisschen gut und auch einbisschen nicht gut und mir hat es sehr gefallen. Das fand ich spannend, dass wir drei so unterschiedliche Meinungen hatten. Einzig in einer Frage waren wir gleicher Meinung: Der Soldat war viel zu sehr überzeichnet. Das hätte es wirklich nicht gebraucht. Danach haben wir uns den Kopf freigetanzt in unserer zweiten Heimat. Leider hat Shirkan durch Abwesenheit geglänzt.

Immanuel Kant auf hoher See

Immanuel Kant auf hoher See

Am Samstag dann Immanuel Kant. („Das Ende aller Dinge, die durch der Menschen Hände gehen, ist, selbst bei ihren guten Zwecken, Torheit.“) Dieses Stück hat mir auch sehr gefallen. Sogar Frank, der recht wenig von Theater versteht, war angetan. Ist ne sehr lustige Inszenierung, mit einem Hammer Bühnenbild – geht hin, es macht echt Spass!

Ansonsten kann ich nichts sagen, ausser die Worte von Theodor Fontane zu wiederholen: “ Wir kennen uns nie ganz, und über Nacht sind wir andre geworden, schlechter oder besser.“

Einen guten Wochenanfang wünscht euch:
Hasenherz

Leichen im Keller

Weihnachten im Buchhandel ist echt die Hölle. Glaubt mir.

Am Samstag war ich nachts im Wald mit meinen Freunden und wir haben ne Wurst gebraten und Peter hat Schlangenbrot gemacht. Lustig wars. Dann haben wir Leichen im Keller gespielt und wie immer hat das Wahrheiten zu Tage befördert oder einfach schön gekleidetet Halbwahrheiten, wie auch immer. Unterhaltungswert hatte es allemal.
Am Sonntag war ich dann mit meiner Schwester in Basel bei meiner Grossmutter. Was da alles abgeht in so einem Altersheim! Spannender als jede Teenie-Lager-Romantik!

Hühü!
Hasenherz

Zurück aus Sizilien

Zurück aus Sizilien, braungebrannt und sehr erholt. Es war ne schöne Zeit. Eine Zeit mit viel Sonne und Strand und Meer und Bellinis. Ich hab sechs Bücher gelesen. Drei gute und drei weniger gute. Zwei sehr dicke, zwei sehr dünne und zwei mit dreihundert Seiten.
Als mir die Lektüre ausgegangen ist, hab ich dann in der Ferienwohnung „Friedhof der Kuscheltiere“ gefunden und somit das erste Mal in meinem Leben Stephen King gelesen. War… äh…. gruslig. Dann wurde ich mit Moana Pozzi (einem Erotik-Starlet) verglichen. Jetzt, da ich Bilder von ihr gesehen habe, finde ich, dass ich ihr ÜBERHAUPT nicht gleiche. Egal. Alles in allem waren es sehr schöne Ferien und heute, da es regnet und ich arbeiten muss und sich die Bräune langsam abschält, bin ich sehr traurig, dass diese verdammte Zeit so schnell vergeht.

Herzlich,
Hasenherz

Verlorene Worte und ihre Geschichten

Halleluja. Montag und ich werde gerade überhäuft mit neuen Vorschauen von den Verlagen und mit Leseexemplaren. Da ist z.B. der neue John Grisham „Berufung“ (Textfötzel dazu: „Wenn Recht zu …… UNRECHT wird“ woah!) oder dann ein Buch von einer Poppy Adams „Wer die Ruhe stört“ (Textfötzel dazu: „Ein unheimliches Herrenhaus und ein FURCHTBARES Familiengeheimnis“ wer hätte das gedacht? (wer kommt eigentlich auf die Idee seine Tochter „Poppy“ zu nennen? Furchtbar.)) Mein Lieblings-Neu-Buch ist aber: „Verzettelt“ von Ralf Schlatter. (Textfötzel dazu: „Verlorene Worte und ihre Geschichten“.)

Ansonsten gehts mir …. nun ja. Sosolala würd ich mal sagen.

Guten Wochenanfang!
Hasenherz

Effie & Biest

Hallo, liebe Hasenherz-Leser! (Ihr fragt euch bestimmt, warum ich so gut gelaunt bin? Nein? Egal. Ich erzähl es euch trotzdem.)


Zusammen mit Vanalia war ich ja in Solothurn an den Literaturtagen. Und da habe ich wunderbar tolle Menschen kennengelernt, ihr glaubt es kaum. Die Sonne hat gelacht, unsere Hinterteile waren im Kreuz festgewachsen, wir haben Most und Bier getrunken, unsere rot lackierten Fingernägel abge“chaffelt“ und auch eine Lesung besucht. Dann haben Vanalia und ich auch noch ne brilliante Idee gehabt, die ich euch an dieser Stelle noch nicht verrate, denn man weiss ja nie… Diese Idee trägt den Spitznamen „Effie & Biest“. Ihr könnt also alle gespannt sein.
Spät am Abend begegneten wir einem traurigen Dichter, der dringend eines Happy-Autoren-Tages bedürfte. Leider, leider hat er die Anmeldefrist für dieses Jahr verpasst.

Mir hat die Sonne wahnsinnig gut getan. Bin richtig glücklich. So sollte es immer sein.
Jauchzendjuhee,
Hasenherz

Photischer Niesreflex

Wochenende schon wieder vorbei. Es regnet und ich hab sowas wie Heuschnupfen. Meine Nase läuft und ich niese dauernd. Echt unangenehm. Am Freitag abend war ich an der buch.de Jubiläumsfeier und das war überraschenderweise sehr, sehr schön. Zuerst hat es mich etwas angegurkt. Wegen der Anreise und der Kleidervorschrift (wir mussten uns in Smoking und Kleidchen quetschen) und überhaupt. Aber dann haben die Leute in ihrem Smoking und ihren Kleidchen hervorragend ausgesehen und ich hab mit vielen Menschen gequatscht und das war sehr amüsant.

Reisen hat auch Vorteile. Man kann dabei lesen. Habe „Brief einer Unbekannten“ von Stefan Zweig gelesen. Ein sehr schönes Buch. Ein Buch wie ein Traum. Ich habe schon unwahrscheinlich grosses Glück. Es gibt noch immer Bücher von meinen liebsten Schriftstellern, die ich noch nicht gelesen habe. Wenn ich schon alles gelesen hätte, dann könnte ich mich auf nichts mehr freuen. Das wär schon unsagbar traurig. „Radetzkymarsch“ von Jospeh Roth ist so ein Buch. Das ich absichtlich noch nicht gelesen habe. Das ich mir für eine ganz besondere Gelegenheit aufbewahre.

Weil ich gerade so viel niesen muss, hab ich mich mal kundig gemacht. Ich muss ja auch niesen, wenn ich in die Sonne schaue oder in sehr helles Licht. Das nennt sich dann „Photischer Niesreflex„. Etwa 17 – 35 % der Menschheit hat diese Neigung. Ja, ja, so wird man von Tag zu Tag klüger.

Herzlich,
Hasenherz

Seltsam, im Nebel zu wandern

Einmal mehr war ich krank und der Nebel in meinem Kopf ist bis zur Stirn hochgekrochen und hat mir die Sicht völlig genommen. Jetzt sitze ich schon wieder in Münster und weiss noch gar nicht wo mir der Kopf steht. ElfElf schreibt: „Nebel. I know.. Mein Nebel ist grad so dick, ich könnt ihn schneiden. Wenn ich nur das Messer finden würd..“

Gerade vermisse ich Vanalia sehr und die Tschickens und die Worte von Xanten. Alles, was weich und warm. Warum habe ich diese Tage das Sprechen verlernt? Es gibt so vieles, das ich sagen möchte zu bestimmten Menschen. Ich tue es nicht. Und es gibt keine Erklärung dafür. Manchmal schweigt man. Ist das richtig? Es fühlt sich falsch an.

Herzlich,
Hasenherz