Gestern waren Verdammnis-Theres und Vergebung-Dani bei mir und wir haben ein vorzügliches Hasen-Dinner genossen (trotz Abwesenheit des Hasen). Ich habe die beiden in die Gesetze von „Tat oder Wahrheit“ eingeführt und sie haben sich nicht schlecht geschlagen.
Heute morgen dann: Alles geht und dreht und wendet sich. Und wenn dabei nicht kotzen muss, hat man schon viel gewonnen.
Ich lese gerade Gedichte. (Und find es noch immer sehr verwunderlich, dass ich so gerne Gedichte lese.) Bei Brecht „Terzinen über die Liebe“ hab ich inne gehalten. „(…) Wohin, ihr? / Nirgendwohin. / Von wem entfernt? / Von allen. / Ihr fragt, wie lange sind sie schon beisammen? / Seit kurzem. / Und wann werden sie sich trennen? / Bald. / So scheint die Liebe Liebenden ein Halt.“
Und dann erinnerte ich mich an das Gedicht von Veronika Suter – eine Mitschülerin – die mir genau vor einem Jahr ein Gedicht geschrieben hat. Also, sie hat nicht MIR ein Gedicht geschrieben. Sie wurde von mir und meinem tiefschwarzen Herzen zu einem Gedicht inspiriert (was für ein schönes Kompliment!). Es geht so:
Nimm die Nacht mein Lieb
die Nacht, nimm
die Glut und Himbeerrot
nimm, mein Lieb
nimm dir
die Nacht
Lieb, mein Lieb, lieb
trink mit mir Eisblau –
wein mit mir
lach mit mir
so samten mit uns
die Nacht
Bring Schauder mir
nimm mich mit
in die Nacht
mein Lieb
In die Nacht
mich, mein Lieb, nimm
mich, nimm
die Nacht
Ihr hättet hören sollen, wie sie es vorgetragen hat! Ich hatte noch Tage später Gänsehaut. Das war ein sehr schöner (sehr trauriger) Tag, damals, als Veronika mir ein Gedicht geschrieben hat.



